00:00:00: Warum mir das so wichtig ist?
00:00:04: Ich denke mir, ich habe das Glück, in einem Land leben zu dürfen, unglaublich privilegiert zu sein, alles zu haben.
00:00:13: Es ist sehr schön, wenn man Menschen, die diese Chance nicht haben, die zufällig in einem anderen Land auf die Welt kommen, wofür sie nichts können, eine Chance zu geben oder ein lächelndes Gesicht zu zaubern oder es ist einfach wahnsinnig schön und sinnvoll diesen Menschen zu helfen.
00:00:32: Bevor wir starten, ein kleiner Hinweis.
00:00:34: Wenn Ihnen unser Podcast gefällt, teilen Sie ihn doch gerne mit KollegInnen oder FreundInnen.
00:00:40: So helfen Sie uns, noch mehr Menschen zu erreichen.
00:00:47: Das ist dir
00:00:48: Hörgang, der Podcast von
00:00:50: Springer Medizin.
00:00:53: Reglos liegt die vierjährige aber in der stickigen Notfallambulanz im Norden Garnas.
00:00:59: Ein Fieber, das andernorts leicht behandelbar wäre, kann hier überleben und tot entscheiden.
00:01:05: Solche Szenen erlebt die Mariazella-Ärzte in Magdalena Grisler regelmäßig, wenn sie für einige Wochen in afrikanischen Krankenhäusern ehrenamtlich mitarbeitet.
00:01:15: Mit viel Engagement, mit Einfühlungsvermögen setzte sich für die Menschen ein, für die der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht selbstverständlich ist.
00:01:25: Meine Kollegin Irene Tierjung begleitet in dieser Folge Dr.
00:01:29: Grisler gedanklich nach Äthiopien und Ghana.
00:01:32: Sie sprechen über ihre Motivation, die Herausforderungen, die sich vor Ort stellen und über das, was Medizin im Kern ausmacht, Menschlichkeit.
00:01:44: Magdalena, du reist seit fünfzehn Jahren regelmäßig nach Afrika, konkret nach Äthiopin und Ghana.
00:01:50: Dort arbeitest du in Krankenhäusern, in ländlichen, medizinisch unterversorgten Regionen mit.
00:01:55: Wie ist es zu diesem Engagement gekommen?
00:01:58: Ich habe zwischen dem fünften und sechsten Studienjahr eine Reportage auf ZDF gesehen über das Krankenhaus Adat in Äthiopien und war unglaublich fasziniert von der Schwester Rita.
00:02:09: Das ist eine katholische Schwester vom Orden der Missionsärztlichen Schwestern, die dort seit vielen, vielen Jahren als Gynäkologin, als deutsche Gynäkologin arbeitet und immer noch dort arbeitet.
00:02:22: Und war so fasziniert von dieser Reportage, wollte immer schon nach Afrika, dass ich mir gedacht habe, die schreibe ich einfach mal an.
00:02:29: Und ich habe dann wirklich ein Jahr später, also das war dann eben zwischen fünf und sechsten Studienjahr, bin ich dann tatsächlich das erste Mal nach Äthiopien gefahren, im Jahr zwei Jahrzehnte.
00:02:38: Und zwar damals für zwei Monate am Stück.
00:02:43: Und seither, weil das einfach mich sehr viel mit diesen Menschen verbindet, mit den missionsärztlichen Schwestern verbindet, wirkliche Freundschaft entstanden ist, fahre ich ein bis zweimal im Jahr für mehrere Wochen, je nachdem wie es der Dienstplan erlaubt, nach Äthiopien oder Ghana.
00:03:01: Gut, also du warst aus dem Jahr Jahrzehnte zum ersten Mal in Äthiopien.
00:03:05: Was waren deine ersten Eindrücke vom Land und den Menschen und vom Spital?
00:03:10: Also die ersten Eindrücke sind unglaublich intensiv gewesen.
00:03:15: Es ist alles komplett anders.
00:03:16: Es ist schon der Geruch ganz anders dort.
00:03:20: Der Verkehr wird permanent unterbrochen, weil irgendwelche Tiere auf der Straße sind, ganze Schafherden oder Kuhherden, die einfach auf der Straße spazieren.
00:03:27: Die Straßen sind ganz schlecht.
00:03:29: Das heißt, man braucht für ein paar Kilometer ewig lang, was man sich bei uns überhaupt nicht vorstellen kann.
00:03:35: Die Lebensweise der Menschen dort komplett anders als bei uns leben ganz einfach in Rundhütten mit einer zentralen Feuerstelle, haben Kabadezimmer, haben Kartusche, haben keine Hygieneartikel, wie wir uns das vorstellen.
00:03:49: Leben teilweise mit ihren Tieren gemeinsam, die sie dann am Abend reinholen, damit die nicht von Hygiene gefressen werden, in dieser gleichen Rundhütte.
00:03:59: Und es ist einfach ein komplett anderes Leben.
00:04:03: Dieses Bunte hat mich gleich fasziniert.
00:04:05: Afrika ist sehr, sehr bunt und die Menschen sind auch auf dem ersten Eindruck sehr fröhlich, obwohl sie so arm sind und obwohl sie offensichtlich sehr, sehr wenig besitzen.
00:04:15: Das Straßenbild auch in der Hauptstadt von Äthiopien.
00:04:19: ist auch schon sehr, sehr arm.
00:04:20: Also man sieht sehr viele Menschen, die schwer behindert sind, die zum Beispiel Polyomyelitis, also Kinderlehmung gehabt haben und auf allen Vieren durch den Dreck riechen und dort einfach betteln.
00:04:30: Also das Straßenbild ist einfach ganz ein anderes.
00:04:34: Dort im Krankenhaus, das führt quasi eine geschotterte oder eine Lähmstraße oder eine Lähmpiste sozusagen dorthin.
00:04:44: Es gibt noch eine Straße, die dorthin führt.
00:04:47: Und es ist eine alte umgebaut gebaute Schule dort.
00:04:50: Vor am Krankenhaus sind so Wellblechhütten, wo man alle möglichen Sachen kaufen kann.
00:04:56: Also da kann man von wirklich von einer Handywertkarte über Getränke alles kaufen, was man dort so braucht, was die Angehörigen sozusagen auch brauchen.
00:05:06: Und ich bin dort wirklich mit ganz offenen Armen empfangen worden, sowohl von der Schwester Rita, die mich persönlich abkohlt hat in der Hauptstadt, als auch von dem Personal dort.
00:05:15: Das sind ganz, ganz nette, sehr freundliche, zurückhaltende Menschen, die dort hundertfünfundsiebzig Kilometer südwestlich von der Hauptstadt eben in Ertat leben.
00:05:29: Ja, und ich habe das Glück gehabt, dass ich die Schwester Rita wirklich einfach von Tag eins weg begleitet habe, jeden Tag direkt neben ihr war und mit ihr dabei war und habe einfach sehr, sehr viel lernen dürfen.
00:05:43: Die ersten Eindrücke, also vor allem der Geruch, ist unglaublich.
00:05:47: Das kann man sich schwer vorstellen, weil man unsere Hygiene-Standards gewohnt ist und dann in ein Krankenzimmer zum Beispiel reinkommt, wo neunzehn Betten drinnen sind und Frauen neben Männern, frisch geborene ohne Windeln oder neu geborene ohne Windeln neben Frischoperierten, neben irgendwelchen eidrigen Wunden liegen und die ganzen Gerüche kommen zusammen.
00:06:11: Zusätzlich dazu schlafen dann am Abend die Angehörigen alle am Boden, weil es nicht wie bei uns in Österreich, dass die Krankenschwestern sich um die Pflege der Patienten kümmern und um die Essensversorgung, sondern dass die Angehörigen sozusagen machen und die schlafen dann auch noch zusätzlich in diesem Zimmer, wo eh schon zwanzig Patienten drinnen sind.
00:06:32: Und wenn man dann in der Früh in so ein Raum reinkommt, dieser Geruch ist... Leider geht es unbeschreiblich.
00:06:39: Also da muss man sich ein bisschen dran gewöhnen.
00:06:42: Ja, wenn sehr, sehr intensive Eindrücke auch, die Dinge, die man dort sieht, mit denen man dort konfrontiert ist, die bei uns einfach nahe zu keine Rolle spielen, dass Kinder oder neugeborene Geburten nicht überleben oder gleich nach der Geburt versterben.
00:06:59: Schwerverbrannte Kinder, Hyänenbisse, schwere Autounfälle, Das sind einfach ohne Sicherheitsgut, die durch die Windschutzscheiben fliegen.
00:07:11: Wie können wir uns die Arbeit einer Ärztin oder eines Arztes vorstellen in Äthiopien?
00:07:16: Wie hat deine Arbeit da konkret ausgeschaut vor Ort?
00:07:20: Es ist so, dass es deswegen schon ganz anders ist, weil Pfleger ganz andere Kompetenzen haben dort.
00:07:26: Das heißt, das Pflegepersonal macht dort kleinere Operationen, wie zum Beispiel Augenoperationen.
00:07:32: Die machen Beschneidungen von den Buben.
00:07:34: Die Beschneidung von den Buben wird dort im Krankenhaus angeboten, damit es unter sterilen Verhältnissen passiert und nicht irgendwo draußen.
00:07:43: Abscess-Spaltungen usw.
00:07:45: Das heißt, das machen schon die Pfleger.
00:07:46: Das heißt, ich habe damals, wie ich als Studentin gekommen bin, wahnsinnig viele Sachen machen dürfen, die bei uns jetzt eigentlich ärztliche Tätigkeiten sind und nicht Pfleger machen würde.
00:07:56: und war zusätzlich dann an Schwester Rieter Seite, hab Küritagen machen können.
00:08:02: Also das ist Ausschaben von der Gebärmutter.
00:08:04: Geburten angeleitet wie eine Hebamme sozusagen, Kaiserschnitte gemacht.
00:08:10: Also man tut was anfällt, man macht einfach alles.
00:08:14: Wir haben sehr viele Verbandswechsel, das war auch eine Aufgabe von mir.
00:08:18: von den schwer verbrannten Kindern, die den ganzen Tag eigentlich unbeaufsichtig herumlaufen und in diesen Rundhütten gibt's eine zentrale Feuerstelle.
00:08:28: Und diese, ja, wir brennen natürlich immer Feuer und nachdem die Kinder unbeaufsichtig sind und schon die Mädchen dann das nächste Geschwisterl hinten oben hängen haben am Rücken, passiert einfach immer wieder oder passieren eigentlich relativ schlimme Dinge und die Kinder haben teils Schwerste Verbrennungen überleben das auch nicht, auch aufgrund des Flüssigkeitsmangel oder der Infektionen, die nachträglich auftreten.
00:08:53: Und das war auch eine Aufgabe von mir, diese Verbandswechsel zum Beispiel zu machen.
00:08:58: Genau, aber auch Versorgung von Babys, von Neugeborenen, OB-Assistenz.
00:09:03: Es gibt sehr viel Gebärmutterentfernungen dort, nachdem die Schwester Rittergünekologin ist, ist das immer ein Schwerpunkt gewesen von dem Krankenhaus.
00:09:14: Diese Gebärmuttervorfälle sind so massiv ausgeprägt, weil die Frauen sehr viele Geburten haben, sehr viele Schwangerschaften und während die sie hoch schwanger sind trotzdem am Feld schwer arbeiten müssen, sehr schwer tragen müssen.
00:09:27: Und diese Gebärmuttervorfälle sind so massiv, dass wirklich die Gebärmutter zwischen den Beinen dieser Frauen hängen und die, damit sie überhaupt urinieren können, die Gebärmutter zurück reinstopfen müssen, damit die Harnröhre nicht mehr abgeknickt ist.
00:09:40: Jetzt muss man sich vorstellen, womit die Frauen sich dort herumschlagen müssen.
00:09:45: Aber es waren auch Wundversorgungen zu machen.
00:09:48: Oder auch ganz andere Dinge wie das Sortieren in einem Lagerraum, Aufräumen dort, Saubermachen mit der Schwester Ritter.
00:09:56: die sich für nichts zu schade ist, was einfach ganz eine große Inspiration für mich war.
00:09:59: Also die Schwester Rita kennengelernt zu haben und ihren Umgang zu sehen, die sie mit den Menschen hat, aber auch ihr Umgang mit Freude und Leid, mit Leben und Tod.
00:10:11: Das war was, was mich sehr, sehr geprägt hat.
00:10:14: Und das gehört mit zu den Dingen, für die ich in meinem Leben am Dank am Dankbarsten bin.
00:10:19: Was würdest du sagen?
00:10:19: Was kann man als österreichische Ärztin oder österreichischer Arzt von den der medizinischen Personal dort lernen?
00:10:27: Ein sehr pragmatischer Zugang.
00:10:32: Ein sehr pragmatischen Zugang lernt man von den Menschen unten, dass man die Dinge einfach anpackt, dass man das macht, was möglich ist und dem nicht hinterherweint, was nicht möglich ist.
00:10:44: Also das lernt man auf jeden Fall.
00:10:45: Und man lernt ein bisschen zu improvisieren, weil es einfach nicht so viele Möglichkeiten gibt wie bei uns.
00:10:51: Ja, ein Schwerpunkt in Artat ist ja auch die Betreuung von Schwangeren, Hochrisikoschwangerschaften.
00:10:57: Wie kann man sich das vorstellen in einem Land wie Äthiopien?
00:11:00: Wie schaut das aus?
00:11:02: Ja, das Krankenhaus Artat hat mit ungefähr vierundsechzig Betten, mittlerweile sind es glaube ich ein bisschen mehr, ein Einzugsradius von hundert Kilometer ungefähr und ist für ungefähr eine Million Menschen zuständig.
00:11:14: Und man kann sich jetzt vorstellen, wenn man in einem Land, wo es keine Straßen gibt, oder nur Trampelpfade teilweise.
00:11:22: Wenn man jetzt da neunzig Kilometer entfernt wohnt, hat man überhaupt keine Chance als Frau, wenn man hoch schwanger ist und die Wehen losgehen und man dann ein Problem bekommt und ein Problem auftaucht, dass man rechtzeitig ins Krankenhaus kommt.
00:11:37: Es gibt dort kein Ambulanzsystem, also kein Rettungssystem, wo man abgeholt werden könnte, weil es nicht einmal Straßen gibt, die in diese Dörfer führen.
00:11:47: Und nachdem der Schwerpunkt eben im Krankenhausartat eben schon ein Frauenschwerpunkt und geburtshilfliche Schwerpunkt ist, hat die Schwester Rita dann im Krankenhausgelände ein Haus gebaut, wo Frauen mit Risikoschwangerschaften die letzten paar Wochen vor der Geburt bleiben können.
00:12:09: Die versorgen sich selbst.
00:12:10: Das sind dann ungefähr fünfzehn, zwanzig Frauen, die in einem Raum am Boden auf Matratzen schlafen und können jederzeit, wenn es losgeht, sozusagen sind schon am Krankenhausgelände und können dann in den Kreißsaal gehen.
00:12:22: Warum sind die Geburten dort teilweise sehr kompliziert?
00:12:25: Einerseits sind sehr viele Frauen dort beschnitten.
00:12:28: Es ist zwar schon verboten, aber die Frauen, die halt jetzt Kinder nach vor fünfzehn Jahren Kinder kriegt haben, Waren alle beschnitten, damit sind natürlich auch Vernabungen in diesem Bereich da, die einfach Geburtshindernisse darstellen und teilweise wirklich bewirken, dass die Frauen das Kind gar nicht auf die Welt bringen können und irgendwann nach vielen Tagen in den Wehen die Gebärmutter einfach reißt und die Frauen einfach in sehr kurzer Zeit verbluten.
00:12:58: Also da haben wir ganz, ganz dramatische Fälle gesehen von Frauen, die einfach zu spät ins Krankenhaus kommen, weil auch für sie jetzt der Weg noch sehr weit ist.
00:13:08: Aber es ist auch so, dass die Frauen dort sehr klein sind.
00:13:12: Das heißt, es kommt zu sehr häufig zu einem Kopfbeckenmissverhältnis und dadurch weiß man vorher schon, dass es wahrscheinlich oder eventuell bei der Geburt Schwierigkeiten geben wird.
00:13:22: und auch diese Frauen werden dann aufgenommen und können in diesem Haus wohnen oder Frauen mit Zwillingen.
00:13:28: Es gibt sehr viele Zwillingsschwangerschaften spannenderweise dort.
00:13:32: Ja, du unterstützt seit einigen Jahren auch in Ghana ein Projekt, den Bau und Ausbau eines Krankenhauses.
00:13:39: der wird von der österreichischen Organisation Jugend eine Welt mitfinanziert, wo du auch im Vorstand sitzt.
00:13:45: Wie ist es dazu gekommen zu diesem Engagement und warum ist dir das so wichtig?
00:13:50: Ich habe in Äthiopien in Attat eine Schwester kennengelernt, die Schwester Florence aus Ghana, die zwei Jahre dort war und da hat sie einfach eine Freundschaft entwickelt.
00:13:59: Und ich bin mit ihr dann, nachdem sie wieder zurückgegangen ist, nach Ghana in Kontakt geblieben und sie wollte gemeinsam mit ein paar anderen Schwestern von den missionsärztlichen Schwestern in Ghana im Norden, wo es eine sehr, sehr arme Region ist, auch so nach dem Vorbild vom Krankenhaus Adat ein Spital errichten und ist dann in den Norden mit drei anderen Schwestern in den Jahr lang dort mit der Bevölkerung in einer Lehmhütte gelebt.
00:14:27: Die haben sich dann angeschaut, was für Bedürfnisse gibt es, wo fehlt es, wo mangelt es und was müsste man machen, um diesen Menschen zu helfen.
00:14:37: Und die haben dann von diesen Stämmen, die es dort oben gibt, ein Land geschenkt bekommen und haben auf diesem Land dann begonnen, ein Krankenhaus zu errichten.
00:14:47: Wie ich das erste Mal unten war, ist es im Jahr ist noch kein Krankenhaus dort gewesen, also wir sind dort einfach mit den, mit entweder Motorrädern, weil auch dort die Straßen so schlecht sind, dass man einfach so nicht in die Dörfer kommt, entweder mit Motorrädern oder mit sehr geländegängigen Autos in die Dörfer fahren und haben Klinik unter Mango Baum betrieben, wirklich einfach unter einem Mango Baum, der einen unglaublich schönen Schatten spendet, auch in der Trockenzeit, wo alles andere rundherum ausgetört ist, einfach ein Tisch aufgebaut und dort Patienten angeschaut.
00:15:18: Man sieht dort sehr, sehr viele Kinder, die an Malaria leiden und erkranken.
00:15:25: Sehr viele Kinder sterben unter dem fünften Lebensjahr auch an Malaria.
00:15:29: Und es hat befordert, die Schwestern dort waren einfach nichts gegeben.
00:15:32: Das heißt, es hat auch keine Fibersenkentenmittel geben, keine Malariamittel.
00:15:36: Und die Kinder sind teilweise durch diese hochfieberhaften Infekte.
00:15:42: Und durch den Befall vom Gehirn, durch diese Erkrankungen haben sie schwere Epilepsie entwickelt und auch wirklich schwere Behinderungen.
00:15:51: dann sind dann zurückgeblieben.
00:15:53: Also da sieht man auch sehr, sehr dramatische Dinge, weil man sich vorstellen muss, in einem ist bei uns schon sehr, sehr schwer, wenn man mit einer Behinderung leben muss, auch wenn einem Land, wo es Kabet gibt, kein Rollstuhl gibt, KWC gibt, keine Dusche gibt, keine Badezimmer gibt, wo man das Wasser von einigen Kilometern Entfernung tragen muss.
00:16:10: ist es unvorstellbar schwer, mit einer Behinderung leben zu müssen.
00:16:16: So hat sich das entwickelt.
00:16:17: Und warum mir das so wichtig ist, ich habe einfach, ich denke mir, ich habe das Glück, in einem Land leben zu dürfen, unglaublich privilegiert zu sein, alles zu haben.
00:16:31: Und es ist sehr, sehr schön, wenn man Menschen, die diese Chance nicht haben, die zufällig in einem anderen Land auf die Welt kommen, wofür sie nichts können, denen eine Chance zu geben oder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder es ist einfach wahnsinnig schön und sinnvoll diesen Menschen zu helfen.
00:16:50: Und es ist sehr erfüllend diesen Menschen zu helfen.
00:16:52: Es tut einfach mir gut und es erfüllt mich, wenn ich von so einem Einsatz nach Hause komme und mit diesen Eindrücken voll bin und mit der Dankbarkeit von diesen Menschen voll bin.
00:17:01: Es tut einfach auch mir sehr, sehr gut diesen Menschen dort zu helfen.
00:17:05: Ja, da gibt es noch ein weiteres Herzensanliegen von dir.
00:17:08: Das ist ein Projekt in der Schule neben dem Spital in Ghana.
00:17:12: Da hast du mit tatkräftiger Unterstützung aus Österreich und auch vom Krankenhausteam ermöglicht, dass hunderte Kinder jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen.
00:17:21: Kannst du uns da ein bisschen mehr darüber erzählen?
00:17:23: Ja, ich habe also Angrenzen zum Krankenhausgelände.
00:17:27: ist eine katholische Schule.
00:17:30: Die von der katholischen Kirche betrieben wird, wo aber alle Kinder hingehen können.
00:17:33: Es sind auch sehr viele muslimische Kinder dort.
00:17:36: Und ich war mit einer Freundin unten in Ghana und wir sind so durch diese Schule spaziert, die es uns gezeigt worden von der Schwester Florence, die dort Lehrerin ist.
00:17:46: Und uns ist aufgefallen, dass ganz viele Kinder in der Pause nichts zum Essen haben, ganz traurig herumstehen, müde, so antriebslos wirken und haben einfach nachgefragt, wie das da eigentlich ist.
00:17:58: Und es ist so, dass in dieser Region die Menschen so arm sind, dass die Kinder ohne Frühstück in die Schule geschickt werden, dass sie auch in der Schule meistens nichts zu essen bekommen.
00:18:08: Und wenn sie nach Hause kommen, kriegen sie ein Schüssel Maisbrei.
00:18:12: Das heißt, die Kinder sind in einer... Phase, wo es ganz, ganz wichtig wäre, dass sie vollwertige und gute Ernährung haben, damit die ganzen Verbindungen im Gehirn geknüpft werden können und sie einfach gut lernen können, sind die völlig fehl- bzw.
00:18:27: unterernährt.
00:18:28: Und dann haben wir gesagt, das kann ja wohl nicht sein, das kann ja wohl nicht so schwer sein, das auf die Beine zu stellen, dass diese Kinder einfach in der Schule, an jedem Schultag eine warme Mahlzeit kriegen und zwar eine ausgewogene Mahlzeit, also Kohlenhydrate und Eiweiß und Vitamine und der Pilafett.
00:18:45: Und haben wir uns das dann durchgerechnet.
00:18:48: Und das sind ca.
00:18:50: seventy-fünf Cent pro Kind pro Schultag.
00:18:54: Dass es nur an Schultagen ist, war uns sehr wichtig, diesen Unterschied zu machen, weil das für die Eltern ein Anreiz ist, die Kinder in die Schule zu schicken.
00:19:03: Sonst lassen es die Kinder am Feld arbeiten und so haben sie einen Esser weniger zu Hause, weil sie dann das Kind am Abend nicht mehr versorgen müssen.
00:19:10: Jetzt kriegen die Kinder, das sind mittlerweile fünfhundertsechzig Kinder, die jeden Tag, wenn sie in die Schule gehen, eine warme Mahlzeit bekommen.
00:19:17: Und das Kochen, also ich war das unten, wie das dann diese Schulküche eröffnet worden ist.
00:19:23: Und wie wir dann das erste Mal gekocht haben für diese Kinder, das war ein wahnsinnig berührendes Erlebnis, weil so viel Freude in diesen Kinderaugen zu sehen.
00:19:34: weil sie ein Telleressen bekommen, das ist bei uns ganz, ganz unvorstellbar.
00:19:39: Das ist auch eine sehr große Herzensangelegenheit von mir und ist ein sehr, sehr tolles Projekt.
00:19:45: Ja, wir haben jetzt sehr viel über deine Arbeit gesprochen in Afrika.
00:19:49: Lass uns jetzt vielleicht am Ende des Podcasts noch darüber reden, wie es dir persönlich geht, während du dort bist und auch danach.
00:19:56: Also gibt es Situationen, wo du an deine Grenzen kommst und ja, wie gehst du damit so belastenden Erlebnissen um?
00:20:03: Es ist schon immer sehr emotional dazu sein, vor allem das erste Mal, also die ersten zwei Monate, aber da habe ich das Glück gehabt, dass ich einfach immer an Schwester Rita's Seite war und damit eingebettet war in ein unerschütterliches Vertrauen, dass die Dinge alle an Sinn haben, die passieren im Leben.
00:20:23: Und dass es an uns ist, dass wir diese schlimmen Zustände nicht akzeptieren müssen und nicht hinnehmen müssen, sondern dass man einfach was verändern kann und dass man was zum Guten in der Welt beitragen kann.
00:20:35: Und es macht einen riesen Unterschied, ob man das Leid nur anschaut und nur zuschauen muss, sozusagen, was sehr, sehr schmerzhaft ist und was wirklich weh tut.
00:20:45: Oder ob man Leid sieht und dann aktiv was dagegen tun kann.
00:20:52: Wenn man einfach dann was tut und jeder Handgriff sinnvoll ist, dann ist es in Wahrheit gar nicht mehr belastend, sondern sehr, sehr erfüllend und befriedigend.
00:21:01: Und man kommt, die ganzen, die Dankbarkeit dieser Menschen, was man von diesen Menschen zurück kriegt, man gibt ja in Wahrheit sehr, sehr wenig und bekommt unglaublich viel zurück.
00:21:10: Also ich komme nach jedem Einsatz sehr reich beschenkt zurück.
00:21:14: Und es ist auch was, was mich jedes Mal wieder erdet, wenn man dann in Österreich über gewisse Dinge diskutiert, über Belanglosigkeiten in Wahrheit.
00:21:25: Aber auch, dass es mich ärdert, in dem Sinn, dass ich einfach für in meinem Alltag für Kleinigkeiten dankbar bin, für warme Dusche draußen gute Luft zu haben, in Frieden und Freiheit draußen herumspazieren zu können.
00:21:40: Dass es uns einfach so gut geht, dass wir jeden Tag zum Essen haben, dass wir einfach in ein Geschäft gehen und Einkaufen gehen können.
00:21:45: Solche Dinge, dass wir sauberes Wasser haben.
00:21:47: Das sind einfach die Dinge, die einen dann sehr, sehr erden und wieder sehr dankbar machen.
00:21:54: Ja, was würdest du Kolleginnen und Kollegen raten, die in Erwägung ziehen, auch so einen Auslandseinsatz zu machen?
00:22:03: Ich würde empfehlen, dass man, wenn man das erste Mal macht, jedenfalls für einige Wochen macht, weil man einfach das erste Mal doch Zeit braucht, bis man wirklich gut angekommen ist.
00:22:16: Und ich kann es nur jedem empfehlen, das zu machen, weil es eine unglaublich wertvolle Erfahrung ist.
00:22:21: Man lernt medizinisch natürlich viel, man lernt viel dazu.
00:22:25: Aber vor allen Dingen lernt man seine eigenen Grenzen kennen, man lernt sich sehr gut kennen und lernt einfach viel fürs Leben.
00:22:34: Ja, vielen Dank, liebe Magda Lena, dass du uns da so einen tollen Einblick in deine Arbeit und auch die Situation vor Ort gegeben hast.
00:22:41: Danke vielmals für die Einladung, was erzählen zu dürfen.
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