Hörgang

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Operationsfehler vermeiden: So funktioniert Patientensicherheit im OP

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100 Fehler auf eine Million Behandlungen – die Medizin ist Hochrisiko- und Hochsicherheitsbereich zugleich. Doch wie kommt es trotz Patientenarmband, Seitenmarkierung und WHO-Checkliste immer wieder zu sogenannten Never-Events wie einer Seitenverwechslung?
Prof. Dr. Gerald Sendlhofer, Professor für Patientinnensicherheit und Nachhaltigkeit an der Med Uni Graz, erklärt im Hörgang-Podcast, warum Routine zur Gefahr werden kann, wie KI künftig Medikationsfehler verhindern soll und weshalb eine offene Fehlerkultur im OP-Team über Sicherheit entscheidet.

Pflegenotstand in Österreich: Warum es nicht den einen Hebel gibt

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Pflege am Limit: „Es gibt nicht den einen Hebel“

Bis 2030 fehlen in Österreich bis zu 100.000 Pflegekräfte – zugleich steigt die Zahl der über 85-Jährigen um fast die Hälfte. Zwei Kurven, die auseinanderklaffen wie eine Schere. Über diese Lücke spricht Sabine Pleschberger, Professorin für Pflegewissenschaft an der MedUni Wien, im Hörgang.

Pleschberger warnt vor Alarmismus, beschönigt aber nichts: Der Notstand ist längst Alltag. Wer Pflege braucht, hört heute je nach Wohnort „Wir schicken morgen jemanden“ – oder „Wir können niemanden schicken.“ Ein Drittel der aktiven Kräfte geht bis 2030 in Pension und nimmt sein Erfahrungswissen mit. Menschen frühzeitig zu verlieren, sei ein Alarmsignal: „Da sollten alle Alarmglocken schrillen.“

Auffällig: 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, rund eine Million Angehörige leisten diese Arbeit – oft zwischen Beruf und Familie zerrieben. Pleschbergers Antwort heißt Denken in Netzwerken: Caring Communities, Community Nursing, der „achtsame Bezirk“. Doch solche Modelle leben von befristeten Projekten. Es fehle politisches Commitment für dauerhafte Strukturen.

Ihr Befund zum Berufsbild ist klar: Das Klischee der „Krankenschwester“ als Assistenzberuf hält sich hartnäckig – und steht der Anerkennung als eigenständige Gesundheitsprofession im Weg. Ihr Lösungsansatz sind die drei R: Recruit, Retain, Reform. Menschen gewinnen, sie im System halten, das System reformieren. Denn den einen Hebel, sagt sie, gibt es nicht – aber viele, die man klug verknoten muss.

Kreuzbandriss im Fußball: Wann Stammzellen die OP ersetzen können

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Kreuzbandverletzungen zählen weiter zu den gefürchtetsten Diagnosen im Sport. Gleichzeitig wandelt sich die Behandlung grundlegend. „Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem nicht mehr jeder Kreuzbandriss operiert werden muss“, sagt Sportorthopäde Patrick Weninger. Moderne Verfahren der regenerativen Medizin mit Stammzellen können in ausgewählten Fällen die Heilung des eigenen Bandes fördern. Als Hauptursache nennt Weninger nicht den Gegnerkontakt, sondern unkontrollierte Rotationsbewegungen. Zudem beobachtet er eine steigende Verletzungsanfälligkeit im Profifußball, weil Spielpläne dichter werden und Erholungszeiten schrumpfen. Künstliche Intelligenz könnte künftig helfen, die optimale Therapie noch präziser vorherzusagen.

Pathogene Pilze: Wenn harmlose Umweltkeime krank machen

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Der Pilz ist derselbe. Verändert hat sich der Mensch. Weil Ärzte heute gezielter in das Immunsystem eingreifen und Schwerkranke länger leben, wächst die Zahl jener, denen gewöhnliche Umweltpilze gefährlich werden können.

Besonders bedroht sind Menschen unter Langzeit-Cortison, bestimmten Krebstherapien oder nach Virusinfektionen. Häufige Erreger sind Aspergillus, seltener Fusarium und andere Schimmelpilze. Ihre natürliche Widerstandskraft macht die Behandlung schwierig; wirksame Antimykotika sind rar.

Auch die Erderwärmung könnte das Problem verschärfen: Wärmeliebende Pilze breiten sich aus, bislang fremde Mykosen könnten in Europa heimisch werden. Lass-Flörl fordert deshalb Überwachung, Prävention und gezielte Aufklärung. Für Gesunde gilt aber: Wald, Garten und Boden sind keine Gefahr. Die Umwelt müsse nicht steril sein.

Walking Football: Wie Fußball im Gehen fit und gesellig macht

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Walking Football: Fußball ohne Sprint, aber mit großer Wirkung: Gehen statt laufen, passen statt hetzen: Walking Football bringt Menschen zurück auf den Platz, die sich klassischen Fußball nicht mehr zutrauen. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen über 50 sowie an Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Entscheidend ist nicht das frühere Leistungsniveau, sondern die Freude am Ball.

Im Podcast erzählt der Journalist und Autor Uwe Mauch, wie Walking Football seine körperliche und mentale Verfassung verändert hat. Auch Anfänger finden Zugang zum Spiel. Einer seiner Mitspieler begann mit 67 Jahren – ohne je zuvor Fußball gespielt zu haben. Andere berichten von sichereren Schritten, besserem Gleichgewicht und mehr Beweglichkeit im Alltag. Wunder verspricht Mauch nicht. Wer Gelenk- oder Lungenprobleme hat, muss die eigenen Grenzen kennen und sollte Beschwerden medizinisch abklären.

Mindestens ebenso wichtig wie das Training ist die „dritte Halbzeit“. Beim gemeinsamen Essen, Trinken und Reisen entstehen Kontakte und Freundschaften. So wird Walking Football zum Gesundheitssport gegen Bewegungsmangel und soziale Isolation. Der schwierigste Schritt bleibt der erste: zum Training zu kommen. Danach, sagt Mauch, bleiben viele dabei

Hepatitis B und C: Die stille Gefahr für die Leber

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Hepatitis zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit – und bleibt doch oft lange unentdeckt. Im Hörgang der MedUni Graz erklärt die Hepatologin Vanessa Stadlbauer-Köllner, warum insbesondere Hepatitis B und C noch immer ein großes Gesundheitsproblem darstellen. Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Infektion, weil die Erkrankung oft jahrelang ohne klare Symptome verläuft. Dabei können die Folgen schwerwiegend sein: Leberzirrhose, Leberkrebs und andere Komplikationen.

Die Expertin spricht über aktuelle Entwicklungen bei Prävention und Therapie, über wirksame Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie über die nahezu vollständige Heilbarkeit von Hepatitis C. Zudem zeigt sie, warum flächendeckende Tests und bessere Gesundheitskommunikation entscheidend sind. Eine Folge über eine stille Krankheit, die jeden treffen kann – und über die Chancen, sie rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern.

Götterbaum: Das unterschätzte Allergen breitet sich in Städten aus

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Der Götterbaum galt lange als unauffälliger Stadtbaum. Doch das könnte sich ändern. Forschende des Pollenservice der MedUni Wien warnen: Der invasive Neophyt produziert zunehmend allergene Pollen – begünstigt durch steigende Temperaturen und mehr Sonnenstunden.

60 Jahre Neugeborenen-Screening in Österreich: Wie ein Blutstropfen Leben retten kann

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Ein paar Tropfen Blut aus der Ferse eines Neugeborenen können heute den entscheidenden Unterschied machen. Das österreichische Neugeborenen-Screening erkennt schwere angeborene Erkrankungen, bevor erste Symptome auftreten. 1966 begann die MedUni Wien mit der Untersuchung auf eine einzige Stoffwechselerkrankung. Heute zählt das Programm zu den fortschrittlichsten Screening-Programmen Europas.

Jährlich untersucht Österreich rund 90.000 Neugeborene. Bei mehr als 100 Kindern entdecken Ärzte dabei Erkrankungen, die ohne Früherkennung erst viel später auffallen würden – mit gravierenden Folgen. „Frühdiagnose führt zu Frühbehandlung – und eine frühe Behandlung ist üblicherweise die beste Behandlung“, erklären Dr. Vasiliki Konstantopoulou und Privatdozent Dr. Maximilian Zeyda aus dem Neugeborenen-Screening-Zentrum der MedUni Wien.

Das Ziel ist Prävention: Krankheiten sollen erkannt und behandelt werden, bevor sie Schaden anrichten. Besonders deutlich zeigt sich das bei der spinalen Muskelatrophie (SMA). Diese Erkrankung galt früher als schwerwiegend und oft lebensverkürzend. Durch frühe Diagnose und moderne Therapien, darunter Gentherapien, haben betroffene Kinder heute deutlich bessere Chancen auf eine nahezu normale Entwicklung.

Medizinische und technologische Meilensteine prägten den Weg dorthin. Die Einführung der Tandem-Massenspektrometrie Anfang der 2000er-Jahre ermöglichte es, mit einer einzigen Blutprobe zahlreiche Stoffwechselerkrankungen gleichzeitig zu erkennen. Heute umfasst das Screening in Österreich rund 30 Erkrankungen, darunter auch SMA und primäre Immundefekte.

Hinter jedem auffälligen Befund stehen Familien, die schnell Unterstützung brauchen. Bei einem Verdacht übernehmen spezialisierte Teams die Betreuung: Kinderärzte, Stoffwechselmediziner, Neuropädiater, Psychologen und weitere Experten arbeiten zusammen, um rasch Klarheit zu schaffen und – wenn nötig – sofort mit einer Therapie zu beginnen.

Österreich gilt international als Vorreiter. Ein entscheidender Faktor ist laut den Experten die enge Verbindung von Forschung, Klinik und Labor an der MedUni Wien. Rund 99,5 Prozent der Familien nehmen das Angebot wahr. Damit erreicht das Screening nahezu jedes in Österreich geborene Kind.

Die Entwicklung geht weiter. Neue Therapien, insbesondere Gentherapien, eröffnen Möglichkeiten für Erkrankungen, die bislang schwer oder erst spät erkannt wurden. Als mögliche nächste Erweiterung stehen unter anderem lysosomale Speicherkrankheiten im Fokus. Gleichzeitig bleibt der Umgang mit neuen genetischen Möglichkeiten eine ethische Herausforderung: Ein umfassendes Genom-Screening bei allen Neugeborenen ist derzeit noch Zukunftsmusik.

Die Vision für die kommenden Jahre ist klar: Das Screening soll dort erweitert werden, wo medizinischer Nutzen, technische Möglichkeiten und ethische Fragen eindeutig geklärt sind. Entscheidend bleiben dabei Ressourcen und die Orientierung an einem Grundsatz: Jedes Kind zählt.

Die Botschaft der Experten an Eltern ist eindeutig: Das Neugeborenen-Screening ist sicher, unkompliziert und kann entscheidend dazu beitragen, Kindern einen gesünderen Start ins Leben zu ermöglichen. Was vor 60 Jahren mit einem einfachen Bluttest begann, ist heute ein Beispiel dafür, wie moderne Medizin durch Prävention Leben verändern kann.

Herzgesundheit ab 50: Die wichtigsten Risikofaktoren erkennen und vorbeugen

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Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich über Jahre unbemerkt. Besonders Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht und Rauchen belasten das Herz langfristig. Kardiologe Prof. Dr. Andreas Zirlik von der MedUni Graz betont, dass Prävention der beste Schutz ist: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung können das Risiko deutlich senken. Bereits 30 Minuten körperliche Aktivität an vier bis sechs Tagen pro Woche wirken positiv auf die Herzgesundheit. Wichtig ist zudem, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, da sie oft lange keine Beschwerden verursachen. Herzgesundheit beginnt nicht in der Klinik, sondern im Alltag.

Halsschlagader: Das unterschätzte Warnsignal für Schlaganfall und Demenz

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Die meisten Menschen denken erst dann an ihre Halsschlagader, wenn etwas passiert ist. Dabei kann gerade dieses Gefäß früh zeigen, wie gesund das gesamte Gefäßsystem noch ist. Fachleute sprechen deshalb von einem „Fenster zum Gehirn“: Mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung lassen sich Veränderungen erkennen, lange bevor Beschwerden auftreten.

Über diesen Podcast

Forschung, Klinik und Gesundheitspolitik im Gespräch: Hörgang, der Podcast von Springer Medizin Wien, bringt die Menschen ans Mikrofon, die Medizin gestalten und weiterdenken. Fundierte Einblicke, spannende Geschichten und Perspektiven aus erster Hand.
Das Hörgang-Team wird geleitet von Chefredakteur Martin Krenek-Burger und Johanna Wolfsberger, PhD. Für DFP-Audiofortbildung verantwortlich zeichnet Dr. Stefanie Schmellenkamp.

von und mit Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger

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