Hörgang

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Herzgesundheit ab 50: Die wichtigsten Risikofaktoren erkennen und vorbeugen

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Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich über Jahre unbemerkt. Besonders Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht und Rauchen belasten das Herz langfristig. Kardiologe Prof. Dr. Andreas Zirlik von der MedUni Graz betont, dass Prävention der beste Schutz ist: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung können das Risiko deutlich senken. Bereits 30 Minuten körperliche Aktivität an vier bis sechs Tagen pro Woche wirken positiv auf die Herzgesundheit. Wichtig ist zudem, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, da sie oft lange keine Beschwerden verursachen. Herzgesundheit beginnt nicht in der Klinik, sondern im Alltag.

Halsschlagader: Das unterschätzte Warnsignal für Schlaganfall und Demenz

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Die meisten Menschen denken erst dann an ihre Halsschlagader, wenn etwas passiert ist. Dabei kann gerade dieses Gefäß früh zeigen, wie gesund das gesamte Gefäßsystem noch ist. Fachleute sprechen deshalb von einem „Fenster zum Gehirn“: Mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung lassen sich Veränderungen erkennen, lange bevor Beschwerden auftreten.

Gynäkologie auf TikTok & Instagram: Warum junge Frauen Social Media mehr vertrauen als Ärzten

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Junge Frauen suchen heute auf TikTok, Instagram und Google nach Antworten zu Körper, Verhütung und Sexualität. Fehlinformationen und schlechte Erfahrungen bei Arztbesuchen verunsichern sie jedoch häufig. Die niederösterreichische Gynäkologin Kehinde Wewe klärt deshalb über einen Podcast und Social Media evidenzbasiert auf. Sie vermittelt die Informationen verständlich, modern und lebensnah.

Hitze, Jetlag, Druck: Körper und Geist im Ausnahmezustand - So überstehen Fußballer eine Weltmeisterschaft

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Die Fußball-Weltmeisterschaft beginnt für die Spieler lange vor dem Anpfiff. Reisen, Zeitverschiebung und Klima bringen den Körper aus dem Takt. Herzfrequenz und Stresshormone steigen, der Schlaf leidet. Der sogenannte „Turnierkörper“ beschreibt diesen Zustand: Selbst Top-Athleten bleiben zunächst unter ihrem Niveau. Erst nach zehn bis vierzehn Tagen stellt sich Gleichgewicht ein – wer das unterschätzt, verliert Leistung.
Hitze wirkt dabei komplex. Nicht nur Temperatur, auch Luftfeuchtigkeit und Sonne belasten den Kreislauf. Der Körper kühlt, verliert Flüssigkeit – die Folgen sind schwere Beine, langsame Sprints, ungenaue Pässe. Erst mit gelungener Akklimatisierung kommt Tempo ins Spiel.
Am Spielfeldrand zählt Präzision. Teamärzte erkennen Verletzungen oft aus der Distanz, handeln schnell und gezielt. Minuten entscheiden, ob ein Spieler weitermachen kann.
Auch Ernährung ist Strategie. Alles ist geplant: Kohlenhydrate für Energie, Proteine für Muskeln, Fette gegen Entzündungen. Problematisch ist oft der Darm, der auf Reise und Stress sensibel reagiert. Deshalb setzen Teams auf vertraute Lebensmittel – „Food first“, Supplements nur ergänzend.
Einfach, aber entscheidend ist die Hydration. Die Urinfarbe zeigt den Zustand: hell gut, dunkel kritisch. Trinkpausen sind daher Schutz, nicht Luxus.
Neben dem Körper spielt der Kopf eine große Rolle. Druck, Erwartungen und Schlafprobleme beeinflussen die Leistung. Vertrauen im Team hilft – mentale Stärke entscheidet oft mit. Favoriten kämpfen mit Druck, Außenseiter mit Unsicherheit.
Langfristig zeigt sich: Fußball kann das Leben verlängern, birgt aber Risiken wie Gelenkschäden oder Demenz durch Kopfbelastung.
Für den Alltag bleibt: Bewegung, Krafttraining, Schlaf, gute Ernährung, wenig Alkohol und stabile soziale Kontakte verlängern vor allem die gesunden Jahre.
Fazit: Die WM wird im Körper entschieden. Anpassung zählt oft mehr als Talent.

Hantavirus in Österreich: Infektiologe Krause warnt vor Staub und Nagetieren

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Das Interview mit dem Grazer Infektiologen Robert Krause beleuchtet die oft unterschätzte Gefahr von Hantavirus-Infektionen. Diese Infektionen werden vor allem durch aufgewirbelten Staub mit kontaminiertem Nagetierkot übertragen. Ein Fallbeispiel eines Landwirts zeigt, wie schnell eine alltägliche Tätigkeit zum Gesundheitsrisiko werden kann. Besonders im Frühling steigt die Gefahr, da trockene Bedingungen die Verbreitung virushaltiger Partikel begünstigen.

Krause erklärt, dass die in Österreich vorkommende Virusvariante meist nicht tödlich ist, aber dennoch schwere Krankheitsverläufe verursachen kann. „Der Staub war kontaminiert mit dem Kot einer Mausart“, betont er und verweist auf die Rötelmaus als Hauptüberträger. Typische Symptome reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu Nierenproblemen.

Wichtig sei daher Prävention. Schutzmaßnahmen wie das Befeuchten staubiger Flächen und das Tragen von Masken können das Infektionsrisiko deutlich reduzieren.

Schwangerschaftsdiabetes: Wenn frühe Kontrolle den Unterschied macht

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Schwangerschaftsdiabetes betrifft in Österreich etwa jede zehnte werdende Mutter. Die Diagnose trifft oft unerwartet – und doch fällt sie in eine kritische Phase. Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wird die Grundlage für die Gesundheit des Kindes gelegt, nicht nur für die Geburt, sondern oft für viele Jahre danach.

„Ein erhöhter Blutzucker der Mutter gelangt direkt zum Kind“, erläutert Prof. Christian Göbl von der MedUni Wien. Das ungeborene Kind reagiert darauf mit einer verstärkten Insulinproduktion, wächst schneller als gewöhnlich und hat dadurch ein erhöhtes Risiko für Geburtskomplikationen wie Schulterdystokie oder Unterzuckerung nach der Geburt.

Die wichtigsten Risikofaktoren sind ein höheres mütterliches Alter, genetische Veranlagung und vor allem Übergewicht zu Beginn der Schwangerschaft. Doch Gestationsdiabetes ist in vielen Fällen gut behandelbar. Etwa zwei Drittel der Betroffenen können ihre Blutzuckerwerte allein durch gezielte Ernährungsanpassungen und Bewegung stabilisieren. Medikamente sind oft nicht erforderlich.

Ein bedeutender Fortschritt liegt in der Individualisierung der Betreuung. Göbls Forschung zeigt: Schwangerschaftsdiabetes ist keine einheitliche Erkrankung. Anhand einfacher klinischer Daten lassen sich unterschiedliche Verlaufsformen erkennen – mit jeweils unterschiedlichen Risiken und Therapiebedarfen.

Zusätzlich revolutioniert die kontinuierliche Glukosemessung die Versorgung. Statt einzelner Stichmessungen sehen Frauen ihre Werte rund um die Uhr. Das schafft Verständnis, Sicherheit und die Möglichkeit, frühzeitig gegenzusteuern. Schwangerschaftsdiabetes ist damit kein unabwendbares Schicksal mehr, sondern eine gut steuerbare Herausforderung – vorausgesetzt, er wird früh erkannt und ernst genommen.

Schnitzlers Wien - vergessene Pioniere der Medizin

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Die Hörgang Episode 402 führt in die faszinierende Welt der Wiener Medizin um 1900 und beleuchtet Persönlichkeiten, deren Geschichten oft im Schatten ihrer wissenschaftlichen Leistungen stehen. Ausgangspunkt ist ein berühmtes Zitat von Johann Schnitzler: Ein Schnupfen dauert unbehandelt sieben Tage – behandelt eine Woche. Humorvoll und bis heute aktuell, zeigt es, wie zeitlos medizinische Beobachtungen sein können.

Im Gespräch mit Genealogen Georg Gaugusch werden fünf Ärzte näher betrachtet, darunter Josef Halban, Leopold Wittelshöfer und Robert Bárány. Dabei wird deutlich, wie eng Medizin, Gesellschaft und Politik miteinander verwoben waren. Viele dieser Mediziner stammten aus weit verzweigten Familiennetzwerken der Donaumonarchie, die Bildung und Aufstieg ermöglichten.

Gleichzeitig offenbaren sich gesellschaftliche Spannungen: Antisemitismus, bürokratische Hürden und Konkurrenzkämpfe prägten Karrieren. Trotz herausragender Leistungen wurden viele benachteiligt oder zur Emigration gezwungen. Die Episode zeigt eindrucksvoll, wie Wien einst ein Zentrum medizinischer Innovation war – und wie politische Entwicklungen diesen Reichtum gefährdeten.

Ein hörenswerter Beitrag über Wissenschaft, Geschichte und die Menschen dahinter.

Evolutionärer Pfusch? Die enge Passform bei der menschlichen Geburt

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In dieser Podcast-Episode erklärt die Evolutionsbiologin Dr. Barbara Fischer die spannende Herausforderung der menschlichen Geburt: das Verhältnis von Kopfgröße Neugeborener zum mütterlichen Becken. Obwohl die Evolution erstaunliche Anpassungen hervorgebracht hat, ist der menschliche Geburtsprozess ein Kompromiss – kein perfektes Design. Neugeborene kommen mit flexiblen Schädelplatten zur Welt, die sich bei der Passage durch den Geburtskanal leicht komprimieren lassen, während das mütterliche Becken durch Gelenke minimal erweiterbar ist.

Dr. Fischer erläutert, dass größere Köpfe evolutionär Vorteile für kognitive Fähigkeiten bringen, aber zu groß für den Geburtskanal werden können, was früher die Überlebenschancen reduzierte. Moderne Geburtshilfe, insbesondere Kaiserschnitte, ermöglicht es heute, diesen evolutionären Engpass zu überwinden. Gleichzeitig sind die Beckendimensionen ein Kompromiss zwischen Geburtsfähigkeit und Stabilität für den aufrechten Gang sowie für den Beckenboden, der für die Organfunktion entscheidend ist.

Die Expertin betont auch, dass äußere Schönheitsideale oder Körpergröße nur bedingt Rückschlüsse auf die inneren Beckendurchmesser zulassen. Evolutionäre Selektionsdrücke haben über Jahrtausende ein Gleichgewicht geschaffen, das teilweise durch medizinische Eingriffe ergänzt wird. Die Mobilität des Beckens und gezielte Übungen können den Geburtsprozess unterstützen, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit von sicheren medizinischen Eingriffen, wenn die Natur an ihre Grenzen stößt.

Klinische Studien einfach erklärt: der Weg zu neuen Medikamenten

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Die Zukunft der klinischen Forschung in Österreich nimmt zunehmend konkrete Formen an. Moderne Forschungszentren, die derzeit an der MedUni Wien entstehen, sollen den Weg von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur praktischen Anwendung deutlich verkürzen. Ziel ist es, neue Therapien schneller, sicherer und individueller zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Das sagt Prof. Dr. Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien, im Gespräch mit Springer-Podcast-Chef Martin Krenek-Burger.

Ein wesentlicher Fortschritt liegt demnach in der engeren Verzahnung von Forschung und Klinik. Früher fanden Studien oft isoliert statt. Neue Strukturen ermöglichen nun eine direkte Integration in den medizinischen Alltag. Patientinnen und Patienten können dadurch frühzeitig von innovativen Behandlungsmethoden profitieren, oft lange bevor diese zum allgemeinen Standard werden.

Besonders wichtig sind dabei die Phase-1- und Phase-2-Forschung. In diesen Phasen testen Forscher neue Medikamente erstmals am Menschen und überprüfen ihre Wirksamkeit. Dank moderner Technologien, wie bildgebender Verfahren und molekularer Analysen, lassen sich Therapien heute präziser an individuelle Bedürfnisse anpassen.

Vertrauen bleibt ein entscheidender Faktor. Klinische Studien unterliegen strengen ethischen und rechtlichen Vorgaben. Transparenz, Aufklärung und die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten sind unerlässlich, um Vorbehalte abzubauen.

Die Lehre aus der Vergangenheit ist klar: Fortschritt in der Medizin entsteht durch Forschung. Je effizienter diese organisiert ist, desto schneller profitieren alle davon. Die Medizin von morgen beginnt daher schon heute.

Liquid Biopsy: Revolution in der Krebsfrüherkennung – Hoffnung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

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Die Krebsmedizin steht vor einem Wendepunkt: Die Liquid Biopsy könnte Tumore früher erkennen als bisherige Methoden. Besonders bei aggressiven Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs könnte dies entscheidend sein.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tückischsten Krebsarten. Der Tumor wächst oft unbemerkt, zeigt kaum Symptome und wird meist spät entdeckt. Dann ist Heilung oft nicht mehr möglich, was die Überlebensrate senkt.
Ein weiteres Problem ist die Biologie des Tumors. Er bildet früh Metastasen und schafft ein Umfeld, das das Immunsystem hemmt und Therapien erschwert.
Hier greift die Liquid Biopsy. Statt Gewebeproben analysiert man Blutproben, um Tumorspuren wie zirkulierende Tumor-DNA oder Krebszellen zu finden.
Der große Vorteil:
- Nicht-invasiv (keine Operation nötig)
- Wiederholbar (Verlaufskontrolle möglich)
- Ganzheitlicher Blick auf den Tumor

Diese Methode könnte nicht nur bei der Diagnose helfen, sondern auch Therapien individueller gestalten und deren Erfolg überwachen.

Trotz der vielversprechenden Technologie gibt es Hürden. Für den Einsatz als Screening-Test bei Gesunden muss sie extrem zuverlässig sein.
Ein zentrales Problem:
- Falsch-positive Ergebnisse könnten unnötige Angst und belastende Untersuchungen auslösen
- Kleinste Tumorsignale müssen sicher erkannt werden

Gerade bei seltenen Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das Verhältnis von Nutzen und Aufwand kritisch.

Derzeit arbeitet man intensiv an Multi-Cancer-Tests, die mehrere Krebsarten gleichzeitig erkennen sollen. Erste Studien zeigen, dass sogar frühe Tumorstadien detektierbar sind, doch es besteht noch Verbesserungsbedarf bei Genauigkeit und Sensitivität.

Ein vielversprechender Ansatz ist die Kombination von Liquid Biopsy mit künstlicher Intelligenz. Durch die Analyse komplexer Datenmuster könnten Tumorsignale präziser identifiziert werden.
Die Liquid Biopsy könnte die Krebsdiagnostik revolutionieren. Vor allem bei schwer erkennbaren Tumoren wie Bauchspeicheldrüsenkrebs könnte sie Leben retten.
Bis zur breiten Anwendung im Gesundheitssystem wird es jedoch noch Jahre dauern. Entscheidend wird sein, dass die Tests nicht nur technisch funktionieren, sondern auch die Überlebenschancen nachweislich verbessern.
Die Vision bleibt klar: Ein einfacher Bluttest als Teil der Vorsorgeuntersuchung – und Krebs wird erkannt, bevor er zur Gefahr wird.

Über diesen Podcast

Medizinische Sendungen gehen in die Tiefe, sind aber nicht unterhaltsam. Dieses Vorurteil zu widerlegen, haben wir uns für den Hörgang vorgenommen. Nun haben wir auf Springer Medizin Österreich einen Podcast ins Leben gerufen, der sowohl aktuell als auch wissensvermittelnd sein, darüber hinaus akustisch etwas hermachen soll. Neben Experten aus Wissenschaft und Praxis werden wir auch unsere Fachredakteure, Kolumnisten und Reporter der „Ärzte Woche“ zu Wort kommen lassen.

von und mit Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger

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