00:00:00: Noch mal zurück zum Snitz, da es gibt einen Satz von ihm.
00:00:04: Ein gewöhnlicher Schnupfen dauert wenn er unbehandelt bleibt sieben Tage ein Behandelter eine Woche.
00:00:11: Das ist lustig weil das ist ein Satz der sich bis heute eigentlich noch gehalten hat habe ich auch als Kind gehört
00:00:19: Ja von wo man damals ja noch nicht einmal wusste dass es Viren gibt das kommt ja noch dazu.
00:00:24: Er war oder wie die ganze Familie, sehr verflochten Medizintichtkunst und Musik.
00:00:30: Er hat Vorlesungen am Wiener Konservatorium für Musik und Darstellende Kunst gehalten neben all dem was er sonst gemacht hat.
00:00:38: Und der war Chefredakteur der Wienern medizinischen Presse unter internationalen klinischen Rundschau
00:00:45: Naja, und als Kielkopf-Spezialist ist man natürlich bei der Musik nahe.
00:00:50: Weil natürlich alle Sänger und Sängerin in der damaligen Zeit so wie sie beschwerden hatten haben natürlich einen Kielkopfspezialisten gebraucht
00:00:57: Und wir hatten beide die Assoziation.
00:01:00: jetzt burgenländischer Landeshauptmandoskozil hätte ihn vielleicht auch gebrauchen
00:01:06: Genau.
00:01:07: also es wird ja immer vergessen dass so diese Spezialisten mit ein bisschen unterm Radar sind, also nicht auffallen.
00:01:16: Aber wenn man mal was hat, das vielleicht nicht jeder hat, so wie das der burgenländische Landeshauptmann hat, dann braucht natürlich jemanden, der auf diesem Feld der Fachmann ist und Schnitzler war halt der führende
00:01:28: Laryngologe.".
00:01:36: Das ist dir Hörgang
00:01:38: – der Podcast
00:01:39: von Springer Medizin!
00:01:41: Ich begrüße heute unsere Zuhörerinnen und Zuhörer und freue mich, dass sie dabei sind.
00:01:47: Mein Name ist Susanne Kraesermagmanus.
00:01:49: Mein heutiger Gesprächspartner ist der Chemiker und Genialoge Georg Gaugusch, der sich durch twenty-fünf Jahre hindurch ca.
00:01:57: fünfhundert Familien in Wien genauer angeschaut hat.
00:02:01: Seine Entdeckungen hatte unter dem Titel Wer Einmal War veröffentlicht.
00:02:06: Georg Gaugausch und ich kennen uns schon länger, deswegen stellen wir uns heute nicht sondern bleiben beim Vertrauten du!
00:02:13: Georg, Ich habe mir aus deiner mehr als fünftausend Seiten fünf Ärzte ausgesucht Und Auszeitungsartikeln, auch einmal unbekanntes Übersied zusammengetragen.
00:02:23: Dass in den Schilderungen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung meist unbeachtet bleibt.
00:02:29: Weil das kennen die meisten unserer Zuhörer ohnehin!
00:02:33: Also heute wollen wir sie näher kennenlernen.
00:02:36: Beginnen wir mal mit dem prominenten Frauenarzt und Geburtshelfer Josef Heilbahn Geboren a.a Georg, bitte erzähl uns einmal etwas über ihn und seine Familie.
00:02:50: Ja, mein Herzlichen Dank für die Einladung!
00:02:52: Freut mich natürlich besonders hier sein zu dürfen.
00:02:56: Die Heilbaren sind ein ganz interessanter, könnte man was sagen, Haufen weil es eine sehr große Familie gegeben aus der nicht nur Ärzte sondern auch Verwaltungsbeamten, Kernphysiker, Naturwissenschaftler usw.. Das Interessante ist der Urvater, der Familie Halbarn war ein Herr Blumann Stok aus Krakau.
00:03:21: Und Stok sage ich deswegen mit k, weil er sich auch nur mit k geschrieben hat.
00:03:24: wenn man die sprachliche Vielfalt der alten Monarchie bisschen berücksichtigt dann muss man wissen dass man in Krakow was ja polnischsprachig ist auf keinen Fall etwas mit ck sein darf weil man dann im polnischen sofort blumenstock aussprechen würde weil das ja nicht gibt.
00:03:41: Also, damit das beim Blumenstok bleibt wurde das zum einfachen K. Und alle Söhne von ihm haben den Namen auf Heilbahn geändert und wurden teilweise auch nobilitiert.
00:03:53: Es ist eine der Familien die so symptomatisch für diesen Spirit- und den Geist der österreichischen und ungerischen Monarchie ist dass sie sowohl im polnischen als auch im wienerischen Zuhause waren.
00:04:10: Ja, danke ein bisschen Medizin dazu.
00:04:14: Er hätte am liebsten Frauenarbeit
00:04:16: verboten.".
00:04:17: Das klingt jetzt etwas erschreckend!
00:04:21: Sein Ziel war gesunde Mütter und gesunde Kinder zu haben.
00:04:24: Er hat sich natürlich damit nicht durchsetzen können aber er hat jeden Donnerstag im Rahmen des Frauenbildungsvereins Atheneum unterrichtet.
00:04:34: das war eine tolle Institution aus dem Jahr die eine Lücke im Mädchenschulwesen gefüllt hat.
00:04:43: Denn Frauen durften ja noch nicht an die Uni.
00:04:46: Mit Merkniswert ist auch, dass er Studien am Tier verteidigt hat, die unter schonendsten Bedingungen durchgeführt wurden, damit der Ergebnisse auch brauchbar sind und der Frauenheilkunde wesentlich geholfen haben.
00:05:03: Dann mal zum Zehn.
00:05:06: Das war ein Glanzjahr für ihn.
00:05:09: Er hat den Professorentitel bekommen, er hat das Primariat am Wiedner Krankenhaus bekommen und er hat die berühmte Kolo-Toursängerin Selma kurz geheiratet.
00:05:21: also er war absolut ein Mann der Gesellschaft noch ein bisschen medizinisches.
00:05:28: er wurde gefragt als zwei siamesische Schwestern einen Kind bekommen haben.
00:05:34: Also eine der beiden Schwesten hat ein Kind bekommen und die andere hat auch Milch gegeben.
00:05:40: Und das war natürlich eine sehr interessante Möglichkeit herauszufinden, wie Milchsekretion eigentlich gesteuert wird.
00:05:50: Ein anderes Thema war er hat einen Appell an den Strafrechtsausschuss gestellt, die Strafbarkeit homosexueller Beziehungen zwischen erwachsenen Männern aufzuheben.
00:06:02: Also das sind lauter Themen, die man nicht weiß wenn man nur lernt wer halbern war.
00:06:09: Die Frauenklinik hat er nicht bekommen.
00:06:12: zwar hat ihm der damalige Bundeskanzler bereits gratuliert aber dass Unterrichtsministerium sagte dann wir können seine Nennung nicht dementieren.
00:06:23: also das ist echtes Bürokrat in Deutsch.
00:06:26: Also irgendwelche Gruppen haben dagegen oponiert, weil jetzt kommen wir, er war ein Jude.
00:06:35: Man muss vielleicht bei den Halbern uns noch dazusagen.
00:06:37: also die meisten Nachkommen von Salomon Blumenstock sind also früher oder später zum Katholizismus komportiert.
00:06:43: das heißt der wurde diskriminiert obwohl er katholisch war allerdings jüdischer Herkunft und das hat schon gereicht.
00:06:49: in bestimmten Kreisen also den rassistischen nationalistisch denkenden war das ein Ausstoßkriterium.
00:06:56: Es gab ja da auch so einen Satz von einem anderen Professor, der auch einmal keine Ordinariate erhalten hat.
00:07:03: Der sagte das Ganze einfach bis fünfzig bin ich zu jung über sechzig bin nicht zu alt und von fünfzig bis sechszig bin ein
00:07:10: Jodl.".
00:07:11: Genau also es war... dass eigentlich schlimme oder das Mindset ist, das so ab nineteenhundert sich durchzusetzen beginnt ist, dass man eben nicht die Leistung des Einzelnen berücksichtigt oder das Wissen oder das Können Sondern dass auch andere Kriterien entscheidend sind, also die politische Zugehörigkeit oder eben die Konfession.
00:07:30: Wobei das bei der Konfission beim Naturwissenschaftler oder Arzt ja doppelt absurd ist, weil meist Naturwissenschafter und Ärzte sind nicht rasenreligiöse Menschen, weil sie interessieren sich eben für Naturwissenschaften oder die Medizin.
00:07:42: Aber es wurden immer Kriterie gesucht, dass man einer bestimmten halt gerade nicht nimmt – warum auch immer?
00:07:49: Der nächste, den ich mir ausgesucht habe, ist der Leopold Wittelshöfer geboren, gestorben, ich habe den ausgesucht.
00:08:00: Denn du hast ihn charakterisiert mit einer bemerkenswerte Persönlichkeit der ein gewisser Kampfgeist nicht abgesprochen werden kann.
00:08:09: Die Wittelsilvers sind eigentlich eine ganz interessante Familie weil um diese Ganzleistungen in Wien das Früh- und Zwanzigste Jahrhundert zu verstehen muss man natürlich Hauptstadt eines sehr großen und sehr bunten Reiches verstehen.
00:08:28: Und dieses Bund ist uns ein bisschen verloren gegangen, also im zwanzigsten Jahrhundert ist ja die Verzwergung der Stadt zu beobachten und wir vergessen immer wie schillernd eigentlich das Publikum war dass sich in Wien herumgedrimmert hat.
00:08:40: und die Witelsäufer sind gerade so exemplarisch weil der Leopold-Witelsäuer kommt aus Nochkanischer und die wenigsten werden das heutzutage noch kennen, das eine sehr beschauliche kleine Stadt in Süd-Ungarn, mit einer sehr großen jüdischen Gemeinde.
00:08:56: Und Nordschkannischer war so ein bisschen zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in Ungarn eine Boomtown könnte man sagen.
00:09:02: also da war ökonomisch sehr viel los weil das war im Süden und die treibende Kraft natürlich in dieser ökonomische Entwicklung war die jüdische Gemeinde.
00:09:11: es hat dort ein paar sehr bedeutende industrielle und kaufleute gegeben und zwar schon zu Beginnen des Neunzehn Jahrhundes die dann auch später nach Wien gekommen sind Und die Wittelshöfers sind ursprünglich gar nicht von dort, sondern der Vater kommt aus Bayern.
00:09:23: Jetzt muss man wieder ein bisschen verstehen warum aus Bayern?
00:09:26: Die jüdischen Gemeinden hatten am Ende des achtzehn Jahrhunderts eine Schwertschärftskrise und man musste flexibel sein, man musste schauen dass man irgendwo weiterkommt und man hätte natürlich nach Amerika gehen können was ja auch viele in Deutschland gemacht haben.
00:09:38: oder man geht in den wilden Osten wenn man so will.
00:09:41: Und Ungarn war so ein Teil, wo man sich – also auch wenn man jüdischer Konfession war – relativ frei bewegen konnte.
00:09:47: Weil der Staat war schwach und die Herrschaften waren glücklich über jeden, der lesen und schreiben konnte... ...und bisschen kaufmännisch gebildet war!
00:09:55: So ist eben die Familie Wittelshölfer aus Bayern nach Ungarn gekommen….
00:10:00: …und sie sind natürlich nur einige Generation in Nordschkranischer geblieben, sondern die Kinder haben das Wissen, dass sie dort bekommen haben aufgesagt und sind dann natürlich nach Budapest oder nach Wien.
00:10:11: Danke!
00:10:12: Und du hast gesagt, ein gewisser Kampfgeist.
00:10:16: Also ich formuliere das mal so nachdem ich ein bisschen gelesen habe er hat sich gefetzt mit den Behörden.
00:10:24: die Presse vom zweiten März neun achtzehn-einundseißig schrieb Ein eifriger und unermüdlicher Vorkämpfer für die bessere Regelung des vernachlässigten Sanitätswesens unserer Stadt und für Abstellung der Missbräuche in den geistlichen Kooperationen übergebenen öffentlichen Highland steigten?
00:10:45: Ja, dazu muss man wissen dass also die Missstände damals waren augenscheinlich wenn man sehen wollte.
00:10:55: Also Vittelsöber hat zum Beispiel etwas gemacht.
00:10:58: er hat ein eines von diesen plärikal oder von der Kirche betriebenen Häusern verwahrlose oder alleinstehende Damen besucht und die Zustände dort waren graunhaft.
00:11:13: Vor allem, über allem schwebte halt eine fast dogmatische Katholizismus der jede freie Meinungsäußerung jeder Gefühlsregung unterdrückt
00:11:25: hat.".
00:11:26: Und er sagt ganz richtig ... Das ist ja überhaupt nicht im Sinn der Religion!
00:11:30: Es ist ja nur mehr dumm und das wollte natürlich viele nicht hören
00:11:34: Wobei das Wort Damen in dem Fall sehr freundlich war, das hieß Dames Weiberanstalt.
00:11:40: Ja natürlich, also die Sprache des Neunzehnhunderts war ein bisschen anders als heute?
00:11:43: Ja, dreihundertzwanzig Frauen waren da drinnen.
00:11:46: Die Hygienemaßnahmen waren eine Katastrophe.
00:11:49: Die Häftlinge durfte nur einmal im Monat baden und es starben in einem Jahr zum Beispiel zwanzig frauen an Flecktyphus und sechzehn Frauen an der Kollera Und häufigste Todesursache war die Lungentuberkulose.
00:12:05: Genau, aber die war ja in Wien sowieso enthämisch und unter solchen Bedingungen musste sie ja geradezu grassieren weil die Leute waren ... Ernährung war auch noch dazu sehr schlecht und einseitig das heißt für Krankheiten.
00:12:19: so weit war man damals schon dass man erkannt hat dass es offensichtlich einen Zusammenhang gibt zwischen Ernährungs- und dem Gesundheitszustand.
00:12:27: Er hatte ja auch ein gutes Instrumentarium, um sich zu fetzen.
00:12:31: Denn er hat die erste medizinische Fachzeitschrift gegründet – die Wiener Klinische Wochenschrift, die er mit den Behörden immer wieder angelegt und wurde entsprechend von ihnen dann immer wieder bestraft.
00:12:53: Man kann Positives für ihn sagen.
00:12:57: Er war Mitbegründer des Presseklubs Concordia, den sie immer noch gibt.
00:13:01: Und er war in der Wiener Weltausstellung für die Planung und Führung des Sanitätspavillons verantwortlich.
00:13:09: Also er hat schon auch Anerkennung bekommen?
00:13:13: Ja das ging auch gar nicht anders!
00:13:15: Es war ja nicht so dass dann alle dagegen waren sondern es... Wenn man diese Welt damals verstehen will, dann muss man wissen dass es eben verschiedene Kräfte gab und diesen Kräften waren ausgesetzt.
00:13:25: Es gab progressive und es gab eben Leute die waren konservativ und da gab's auch noch die die war nicht nur konservativ sondern sie waren antiprogressiv.
00:13:34: das ist ja nochmal die gesteigerte Form von Konservatismus.
00:13:36: der will ja auch Sachen verhindern die grundsätzlich vernünftig sind bloß weil sie neu sind.
00:13:42: Und es waren aber nicht alles so.
00:13:44: das heißt die Frage war halt immer wer von welcher Geistnishaltung ist gerade an welcher Position?
00:13:50: Und das war das Entscheidende.
00:13:51: Jetzt machen wir einen Ausflug in die Literatur, Stichwort Professor Bernhardt.
00:13:57: Allerdings geht es nicht um den Arturschnitzler wie jetzt die Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht gedacht haben sondern um seinen Vater Johann Schnitzl der auch ein bisschen als Vorbild für den Prof.
00:14:09: Bernhade gedient hat.
00:14:11: Johann Schnitzler wurde im Jahr eighteen fünfunddreißig geboren und ist achtzehn dreiundneunzig gestorben.
00:14:18: Und jetzt sagt uns Georg etwas über die familiären Hintergründe.
00:14:24: Also, die Familie Schnitzl ist auch wieder ein schönes Beispiel dafür wie gesellschaftlicher oder intellektueller Aufstieg halt ihm dieser Welt des neunzehnten Jahrhunderts funktioniert hat.
00:14:36: Auch die Familie Schnitzler ist interessanterweise aus Nordschkanischer.
00:14:40: Also der Vater oder der Großvater vom Schriftsteller war Tischler und kein reicher Mann, oder auch keinen großer Kaufmann.
00:14:47: Und die Familie ist auch nicht so weit man das ermessen kann irgendwie besser mit den besseren Familien in Nordschanischer Verwandt aber offensichtlich bildungshungrig.
00:14:57: Und der Johann Schnitzl hat es halt geschafft obwohl er von zu Hause kein Geld hatte und auch nicht irgendwie wie man heute sagen würde privilegiert es geschafft, nicht nur ein Studium abzuschließen und unter großen Entbehrungen sondern auch Universitätsprofessor zu werden.
00:15:13: Und er war auch.
00:15:15: das verbindet ihm vielleicht ein bisschen mit dem Wittelsüber.
00:15:17: Auch Leute die also auch einen Mensch der auf seinem Feld, also er war Kilkopspezialist versucht hat neue Wege zu gehen neues zu denken und natürlich bis zum gewissen Grad auch visionär Genau das war einfach so genau in dieser Generation plötzlich möglich wurde.
00:15:39: Also die Wiener Medizinische Schule hat ja Leute, die Neues gedacht haben, sag ich jetzt mal Möglichkeiten gegeben – nicht jeden!
00:15:49: Aber das war ja im Ruf dann eigentlich auch begründet, dass plötzlich neue Konzepte da waren und schlitzt aber halt einer von vielen diesen neuen geistigen Habitat zu Nutzen wussten?
00:16:03: Ja er hat ... Die mitgearbeitete Polyklinik zu gründen, die allgemeine Polyklinequin, was nicht jeder toll fand.
00:16:14: Weil die Universität sich gerne vorbehalten wollte zuständig zu sein für medizinische Forschung und Medizinische Ausbildung.
00:16:22: aber er hat das offenbar sehr gut durchgesetzt weil er war beliebt.
00:16:26: Aber das Interessante war ja dass Das zieht sich ja bis heute in unsere Gesellschaft oder mittlerweile auch so, dass Konkurrenzdenken negativ gesehen werden.
00:16:37: Dabei ist es ganz richtig so das nur Konkurrence befeuert quasi den Ehrgeiz.
00:16:43: also wenn ich den alten Alleinstellungsmerkmal habe und der Einzige bin Dann wird nicht sehr viel Anstrengung passieren.
00:16:49: Und natürlich die Polyklinik wurde plötzlich zu einem genauso geschätzten Habitat für medizinische Entwicklung und mit einer mal ist Konkurrenz da, dann wird es natürlich spannend.
00:17:00: Das Gleiche ist ja mit diesen unzähligen in Wien im neunzehnten Jahrhundert entstanden an den Privatsanatorien also von denen das Sanatorium Löw für das Bekannteste ist.
00:17:08: aber es hat viert gegeben.
00:17:09: Es hat eine ganze Reihe anderer gegeben fast durchwegs jüdische Gründungen Privatspitäler, wo ja auch dann viele Professoren von der Universität und der Politlinie waren.
00:17:20: Die waren eigentlich diejenigen, die den Ruf Wiens als die Medizinhauptstadt Europas begründet haben oder eine der Medizinhauptstädte Europas weil man in diesen Privatsamnitorien Heilung gefunden hat und zwar von Krankheiten, die man woanders noch nicht behandeln konnte.
00:17:37: Noch mal zurück zum Snizzler.
00:17:38: Es gibt einen Satz von ihm, ein gewöhnlicher Schnupfen dauert wenn er unbehandelt bleibt sieben Tage, ein Behandelter eine Woche.
00:17:47: Das ist lustig weil das ist ein Satz der sich bis heute eigentlich noch gehalten hat habe ich auch als Kind gehört
00:17:55: Ja vor dem Moment damals ja noch nicht einmal wusste dass es Viren gibt.
00:17:59: das kommt ja noch dazu.
00:18:01: Er war oder wie die ganze Familie, war sehr verflochten Medizinticht Kunst und Musik.
00:18:07: Er hat Vorlesungen am Wiener Konservatorium für Musik- und darstellende Kunst gehalten neben all dem was er sonst gemacht hat Und der war Schäfredakteur der Wienern medizinischen Presse unter internationalen klinischen Rundschau
00:18:22: Naja, und als Kielkopfspezialist ist man natürlich bei der Musik nahe.
00:18:26: Weil natürlich alle Sänger und Sängerinnen in der damaligen Zeit so wie sie beschwerden hatten haben natürlich einen Kielkopfspezialisten gebraucht
00:18:33: Und wir hatten beide die Assoziation.
00:18:36: jetzt burgenländischer Landeshauptmandoskozil hätte ihn vielleicht auch gebrauchen
00:18:43: Genau.
00:18:43: also es wird ja immer vergessen dass so diese Spezialisten mitunter ein bisschen unter dem Radar sind, also nicht auffallen.
00:18:53: Aber wenn man mal was hat, das vielleicht nicht jeder hat so wie das der burgenländische Landeshauptmann hat dann braucht natürlich jemand, der auf diesem Feld der Fachmann ist und Schnitzler war halt der führende Laryngologe.
00:19:07: Jetzt haben wir noch zwei denn wir haben einen Teißel geboren in den Eightzehn-Siebzen gestorben in den
00:19:15: Achtzehn vierundachtzig.
00:19:17: Hermann Ritter von Zeißels war eine interessante Persönlichkeit, weil er ordinarius wurde.
00:19:21: Das war für jemanden jüdischer Konfession auch noch mal ungewöhnlich und die Zeißel sind eine Familie aus Meeren.
00:19:27: Also konkret dieser zwei kommt aus einem ganz kleiner Nest nämlich vierzig Huben heißt das.
00:19:32: Das ist im Nordmeeren und der Vater war dort auch wieder ein typischer jüdischen Beruf also Inhaber des dortigen Brandweinhouses verbunden meistens vielleicht auch mit einer kleinen Brauerei oder eine Schnapsbrennerei mit und auch Essig, also dieses ganze Feld.
00:19:49: Und auch da wieder ganz typisch... Man kann einen Sohn nach Wien zum Studieren schicken weil das Studieren war ja sehr teuer und Hermann Seißl wird nicht nur Arzt sondern er schafft es eben auch Universitätsprofessor zu werden und zwar auf dem Gebiet der Syphilitologie.
00:20:06: Also er hat sich mit Syphilis befasst und auch das ist etwas was wir im XXI Jahrhundert gar nicht mehr verstehen diese unglaubliche Tragweite und das Unheil, dass die Syphilis im Jahrhundert angerichtet hat.
00:20:20: Weil viele Leute haben sich angesteckt bei Prostituierten oder einfach weil die Krankheit entdemisch war und man konnte sie ja nicht wirklich behandeln.
00:20:32: Und die Behandlungen, die es gab waren Teilweise schädlicher als die Krankheit selbst, also man hat das versucht mit Quecksilver und mit Schwermetallen zu kurieren unter schwerster Mitnahme des Körpers.
00:20:44: Und wenn man Pech hatte dann ist diese Syphilis der Stadium drei erreicht dass man ja auch nicht mehr so kennt weil wir ja Antibiotika haben und die Leute sind richtig gehend Man könnte fast sagen bei lebendigen Leib verweßt und vollkommen verrückt geworden.
00:21:00: und dieses syphiliskranken waren das waren ganz ganz viele.
00:21:05: Die Krankheit hat ganze Familien zerstört, es hat sich vererbt auf die Kinder.
00:21:09: Also Syphilitiker war etwas das war eine furchtbare und gefürchtete Krankheit und deswegen natürlich auch Gegenstand von Forschung.
00:21:16: Und man wusste ja zum Beispiel noch relativ wenig über Bakterien.
00:21:20: Man wusste natürlich dass es kleine Lebewesen gibt im Wasser aber wer und wie sowas auslöst, wie das beginnt welche verschiedenen Stadien es bei der Syphilis gibt, welche Auswirkungen sie hat.
00:21:30: Das musste alles erst davorst werden und da waren einfach die Wiener Pionierreise eher unter Neumann, das waren halt die, die sich zum ersten Mal damit befasst haben.
00:21:39: Und natürlich was man auch nicht vergessen darf großes Problem, dass war auch eine Krankheit, die natürlich sehr schambehaftet war.
00:21:46: Er hat einmal gesagt, er hat vierzigtausend an Zyphilis erkrankte Patienten gehabt.
00:21:50: Ja das ist gut voll.
00:21:51: Das ist eine Zahl die man sich gar nicht vorstellen kann.
00:21:54: und was absolut makaber ist, er ist selber an ZYPHILIS gestorben.
00:21:58: Er hat sich bei einer Operation infiziert.
00:22:00: Genau also wurde ein Opfer seiner Profession kann man sagen?
00:22:04: Jetzt haben wir noch den als Letzten den Heinoarzt-Nobelpreisträger Robert Barani.
00:22:11: Das ist ein Geburtstag, das sich vorgestern zum Hundertfünfzigsten Mal gejährt hat.
00:22:15: Das wollen wir auch feiern!
00:22:17: Also er ist gestorben im April neunzehntsechsunddreißig.
00:22:21: Georg du bist dran?
00:22:23: Naja Barani ist eigentlich eine ganz interessante Persönlichkeit.
00:22:28: Zum einen nochmal weil er ein Opfer der hiesigen Zustände geworden ist kann man sagen.
00:22:32: Zum Hintergrund auch Barani is'n Produkt der Monarchie wenn man so will, weil die Familie kommt aus Ungarn.
00:22:39: Der Vater oder die Mutter war aus einer sehr interessanten, sehr bedeutenden Holzhändler-Dynastie der Pfeifers und er selber.
00:22:49: Also der Vater Barani war Gesellschafter oder Prokurist bei seinem Schwager weil das waren richtig, richtig großes großer Laden also spezialisierter Fasstauben Und seine Mutter war als Prag also auch hier wieder da.
00:23:05: man muss den Raum groß denken Böhmern Ungarn Wien Und er selber war ein Pionier und jüdisch.
00:23:14: Und damit natürlich in Wien diesen antisemitischen universitären Netzwerken unmittelbar ausgesetzt, die ja ab dem ersten Weltkrieg dann richtig an Fahrt aufgenommen haben.
00:23:26: Also Barani wurde Nobelpreisträger und das hat man ihm natürlich nicht... wie soll man sagen?
00:23:38: als positives angerechnet, sondern dann neid und die Missgunst haben überwogen.
00:23:43: Ich bringe jetzt nochmal zurück wie er denn ausgeschaut hat.
00:23:48: geschildert wird er als schlichtes kleines Männchen von schwachem Körperbau und zarter Stimme dem man seinen herausragenden Geist nicht ansehen konnte.
00:23:58: Und?
00:23:59: Er hat gehinkt!
00:24:03: Das ist das, wenn ich jetzt erzähle.
00:24:05: Weil mit den Jahren hat er am ersten Wiener Studentinnen-Kränzchen teilgenommen im Ronacher und hat dort gemeinsam eröffnet mit einer Medizinstudentin, der wir auch kennen, Bianca Bienenfeld.
00:24:22: Sie war die erste Gynäkologin Österreichs.
00:24:26: Also die beiden haben gemeinsam eröffnet Und obwohl er also hinkte, hat er sich gleich zu Kriegsbeginn als Militärarzt gemeldet.
00:24:36: Ist eingerückt kam in russische Kriegsgefangenschaft im Taschkent wo er Gott sei Dank relativ gut behandelt wurde und als Arzt arbeiten konnte und Forschung machen konnte und mit der Behandlung von Kopfschüssen sehr viel Neues geleistet hat.
00:24:55: da hat er dann den Nobelpreis bekommen, den er aber natürlich also zuerkannt bekommt.
00:25:00: Den er natürlich erst nach der Rückkehr überreicht bekommen hat.
00:25:05: und da hat er gedacht, er wird jetzt natürlich Professor an der medizinischen Fakultät wurde er nicht wie du das schon angedeutet hast und daraufhin hatte die Berufung nach Ypsala angenommen an die Universitätsohrenklinik in Schweden.
00:25:21: Aber er war ja auch eben ein gebranntes Kind.
00:25:25: und bevor er weggefahren ist, hat er an die Akademie der Wissenschaften ein sogenanntes verziegelte Schreiben zur Wahrung seiner Priorität geschickt.
00:25:35: Also das haben Professoren oder Wissenschaftler immer gemacht wenn sie ein bisschen Angst hatten dass ihnen ihre eigene Forschung streitig gemacht wird von jemandem.
00:25:45: Es ist ein wunderbares Archiv in der Akademie der Wissenschaft wo man immer fündig wird.
00:25:52: Er ist dann eben nach Schweden gegangen und wenige Tage vor seinem sechzigsten Geburtstag leider sehr überraschend gestorben.
00:25:59: Da wurde eigentlich gerade die Geburtstagsfeier vorbereitet von all seinen Anhängern, Schülern – jeder hat schon ein paar Zeilen geschrieben aber es kam nicht mehr dazu, dass er gestorbt
00:26:14: war.
00:26:14: Bei Baranis ist es auch ganz interessant, wenn man sich die Presse oder die Reaktionen darauf anschaut, wie er sich entschließt kurz nach dem Ersten Weltkrieg.
00:26:23: Nach Schweden zu gehen sehen natürlich die Wiener schon dass diese geistige Reichtum durch den Verlorenen in der ersten Welt kriegt und dann vor allem durch diese deutschnational antisemitische Grundstimmung beginnt Verloren zu gehen.
00:26:38: und es gibt schon Stimmen, die sagen bitte, wenn wir nicht aufpassen müssen jetzt ein kleines Land Dann laufen uns die besten Leute davon.
00:26:46: Und das hat natürlich die deutschen Nationalen in keiner Weise interessiert, denen ging es ja immer nur um ihren kleinen und eigenen Vorteil – das große Ganze haben sie nicht gesehen!
00:26:56: Wir sind jetzt durch mit den fünf Ärzten, die ich mir aus deinem Buch Büchern rausgesucht habe.
00:27:02: Wir haben aber noch viel zu wenig über das Buch gesprochen.
00:27:05: Der genaue Titel...
00:27:07: Also der Titel ist Wer einmal war?
00:27:09: Das jüdische Großbürgertum Wienz von eighteenhundert bis neunzehnachtunddreißig Und es sind vier Bände und ein Namensindex.
00:27:17: Insgesamt sind es sechshundertfünfundachzig Familien, die ich da beschreibe.
00:27:21: Und worum's mir ging war weniger das Einzelindividuum jetzt in den Vordergrund zu stellen sondern was mich interessiert haben waren familiäre Netzwerke.
00:27:30: Mich interessieren wie sagen denn überhaupt diese tragenden Familien ausökonomisch geistig?
00:27:38: Wie sind sie miteinander verwandt?
00:27:40: Wer sind die Frauen von diesen Leuten, also das ist ja ein großes Manko der biografischen Forschung vielerorts.
00:27:48: Dass man sagt da gibt es einen Mann, der tut irgendwas und ich stelle mir immer gleich die Frage nach gut er tut was aber mit wem ist er verheiratet, wer war an den Eltern, was gibt's über Geschwister?
00:27:58: hat der Kinder, was wird aus den Kindern?
00:28:01: wie ist der eingebettet ökonomisch familiär?
00:28:07: Das sind natürlich Fragen, die sich im ersten Moment die Historiker nicht stellen, weil die wenigsten Historiker beginnen mit genealogischen Fragestellungen.
00:28:15: Und für mich war natürlich dann interessant zu sehen, dass sehr viel von diesen geistigen Größen, die Wien um den Neunzighundert ausgemacht haben ja oft die Kinder oder Enkel von Kaufleuten waren, die überhaupt erst durch ihre wirtschaftliche Tätigkeit das Kapital aufbringen konnten, dass die Kinder studieren können.
00:28:33: Also es muss ja immer erst irgendwas entstehen Ökonomisch, dass dann Geist kommt.
00:28:39: Und das ist einfach die Frage, die mich bewegt hat zu Beginn meiner Arbeit.
00:28:44: Wie entsteht dieses Wien um nineteenhundert?
00:28:47: Die jüdische Gemeinde war fast tragend also sowohl ökonomischer als auch intellektuell und die das Einbetten von einzelnen Menschen dann in diese großen Netzwerke, in diese Familien... wo es natürlich nicht immer nur Gewinner gibt.
00:29:04: Es wird immer so dargestellt, dass jüdische Familien automatisch reich sind.
00:29:07: Nein, nein!
00:29:08: Da gibt's Leute, die wagen und es gibt welche, die haben Erfolg.
00:29:11: Und es gibt genauso viele, die keinen Erfolg und scheitern.
00:29:15: Und während dann halt Bahnbeamte oder irgendetwas, was sie da nicht mehr diesen großen Spiel haben, verlassen auch Wien wieder.
00:29:22: Also es ist ein, was ich eben versucht habe zu beschreiben is wie entwickeln sich Familien im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert?
00:29:30: Und war's dann natürlich schockierend zu beobachten was da zweite Weltkrieg eigentlich viel noch mehr als der erste Weltkrig anrichten.
00:29:37: Weil der erste weltkriegt blieb das Kapital weg durch die Inflationen und dann doch durch die verschiedenen Gesetze die de facto Vermögen entwertet haben.
00:29:48: Aber der richtige Brain-Drain, also die geistige Armut und Verzwerkung, die passiert in Wien durch den Zweiten Weltkrieg.
00:29:53: Also was danach ist, ist Wien eine intellektuell Nummer zweiter Trittrangig?
00:29:59: Weil einfach alle Leute, die anders gedacht haben oder klug waren oder visionär waren in deiner Esszeit das Land verlassen entweder mussten oder wollten.
00:30:10: Du hast ja jetzt mit einem neuen... Projekt begonnen, nämlich das christliche Wiener Großbürgertum.
00:30:18: Ganz genau!
00:30:19: Das ist von der Quellenlage her fast noch schwieriger als das jüdische Großbürgetum weil es hat ja in Österreich bis zum Jahr thirty-eight in dem Sinn keine Standesämter gegeben sondern alles war durch die konfessionellen Behörden.
00:30:33: also bei den Juden ist das halt eine nämlich die Kultusgemeinde.
00:30:36: Und bei den Christen ist es halt sehr viele Pfarrn und evangelisch, katholisch reformiert gibt's ja alles mögliche.
00:30:43: Da bin ich aber erst am Anfang überhaupt einmal die Quellen so zu studieren dass ich mal einen Überblick habe.
00:30:50: das wird ganz spannend.
00:30:52: Vielen Dank nochmal.
00:30:53: ganz an den Anfang also du hast vor fünfundzwanzig Jahren begonnen mit diesem Buch.
00:30:58: war dir so langweilig?
00:31:00: Nein langweillig!
00:31:01: Also erstmal kann man vielleicht sagen, schnell langweilig.
00:31:04: Nein die Frage war eher vor dem Jahrzehnt war das große Thema die ganze Kunstrestitution und ich saß damals mit Hubertus Czernini zusammen und der saß sagte zu mir naja wir haben schon ein Riesenproblem.
00:31:17: wir haben diese ganzen Kunstsammleren und die Sofie Lille zum Beispiel die dann das Buch geschrieben hat was einmal war dass ist es im Jahr zwei tausend drei erschienen und ich habe mir die frage gestellt na ja wir wissen eigentlich gar nichts über diese Menschen.
00:31:30: Wir kennen bestenfalls seinen Namen, aber Namen ohne Daten.
00:31:35: Man muss es als Genialoge sehen, weil ein Kunstsammler fällt ja nicht vom Himmel.
00:31:41: Woher kommt das Geld mit dem der Kunst sammelt?
00:31:44: Wieso interessiert er sich überhaupt für bestimmte Kunst?
00:31:49: Wie ist der eingebettet-Familie?
00:31:51: Und so hat meine Arbeit begonnen.
00:31:53: Und vor fünf, zwanzig Jahren muss man auch noch sagen war natürlich vieles unendlich mühsamer als es heute ist weil wir heute ganz andere Möglichkeiten haben.
00:32:01: Ich sag nur wenn ich heute Quellen seriell auswerten möchte dann habe ich Digitalkameras Dann hab' ich Scanner Man hat vieles im Internet Also man hat viele Möglichkeiten und früher, vor fünf und zwanziger Jahren hieß es Abschreiben Fotokopieren Verzetteln.
00:32:18: Die Methodik hat sich einfach total geändert.
00:32:20: Und so gesehen, glaube ich, werde ich jetzt für die Christen keine fünfundseinzig Jahre mehr brauchen.
00:32:24: Hoffe ich zumindest!
00:32:25: Vielen Dank, Georg August.
00:32:27: Wir freuen uns auf das nächste Buch.
00:32:29: da können wir auch wieder fünf Ärzte rausholen.
00:32:31: Vielen Dank für deine Zeit und an unsere Zuhörerinnen und Zuhöhrer.
00:32:36: Wir hoffen es hat ihnen gefallen.
00:32:38: Danke für die Einladung.