00:00:00: Wir reden jetzt ja ganz viel über Operationen und Wahnsignale, aber die meisten Leute, die uns gerade zuhören wollen ja gar nicht so weit kommen.
00:00:08: Die Frage ist ja was kann ich heute tun?
00:00:10: Und ich würde gerne mal die Standardantwort sport machen, nicht rauchen überspringen – die kennen wir ja alle!
00:00:16: Was sind dann Dinge, die unterschätzt werden?
00:00:18: Wo sehen Sie beide im Alltag das Leute etwas ignorieren, was richtig wichtig
00:00:23: wäre?!
00:00:23: Der beste Schlaganfall ist ja der, der gar nicht erst auftritt.
00:00:25: Das haben Sie jetzt schön gesagt!
00:00:27: Also ich finde die Primärprävention hat hier mal einen ganz, ganz großen Stellenwert und wir Neurologen sind ja konservativ.
00:00:33: also bevor etwas operiert wird, wir wollen gerne dass das gar nicht als Auftritt.
00:00:45: Stellen sie sich vor, sie sitzen beim Frühstück und plötzlich können sie das Wort Kaffee nicht mehr aussprechen?
00:00:51: Nur zwei Minuten dann ist das Gefühl wieder weg und sie denken sich Komisch, aber eh schon wieder gut und kein Verdacht auf ein gesundheitliches Problem.
00:00:59: Und legen sich nochmal kurz hin!
00:01:01: Genau in diesem Moment beim Hinlegen statt beim Notruf entscheidet sich manchmal der Rest eines Lebens.
00:01:08: Mein Name ist Karola Wacholder.
00:01:10: Sie hören Hörgang dem Podcast von Springer Medizin.
00:01:13: Heute geht es um einen Organ über das fast niemand nachdenkt solange es funktioniert – unsere Hallschlagader Zwei taumendicke Gefäße links-und rechts am Hals die Autobahn, auf der ihr Gehirn sein Blut bekommt.
00:01:26: Wenn diese Autobahn schmaler wird merken sie jahrelang nichts davon und manchmal ist das Erste was Sie davon mitbekommen schon der Schlaganfall.
00:01:33: Ich habe heute zwei Gäste, die sich seit Jahrzehnten mit dieser Schnittstelle beschäftigen.
00:01:38: Dort wurde Gefäße auf das Gehirntreffen.
00:01:41: Primaria-Dozentin Dr.
00:01:42: Julia Ferrari ist Neurologin Passpräsidentin der österreichischen Schlaganfallsgesellschaft und Präsidentin Elekter Österreichischen Gesellschaft für Neurologe.
00:01:52: Sie sieht täglich was passiert, wenn es zu spät ist und was möglich ist, wenn das rechtzeitig erkannt wird.
00:01:58: Schön dass sie da sind Frau Dr.
00:01:59: Ferrari!
00:02:00: Vielen Dank für die Einladung!
00:02:02: Dozent Dr.
00:02:02: Afshin Asadian ist Gefäß-Kirurg, Leiter der Abteilung von Vascularie und endovasculäre Chirurgie an der Klinik Otterkringen Wien und Sprecher des Gefäßeforums.
00:02:12: Er ist der Mann, der – wenn es nötig wird – an genau diesen Halsschlag Adern operiert.
00:02:16: Herzlich Willkommen!
00:02:17: Danke für diese Einladungen.
00:02:18: Bevor wir richtig einsteigen, ich würde gerne mit einem Bild anfangen das ich beim Vorbereiten immer wieder gehört habe.
00:02:24: Man sagt ja die Hallschlagader ist das Fenster zum Gehirn und das ist jetzt keine Metapher die sich einen Marketing-Mensch ausgedacht hat.
00:02:32: Das ist anatomisch ziemlich wörtlich gemeint.
00:02:35: Herr Dozent beginnen wir von ganz vorne.
00:02:37: warum schon ausgerechnet sie ein Gefäß kirurgten Leuten an den Hals wenn Sie wissen wollen wie es dem Gehirnged?
00:02:43: was sieht man denn da was man sonst nirgendwo sieht.
00:02:46: Das Bild ist sehr schön, aber es ist nicht ganz treffend.
00:02:50: Denn wie Sie richtig Eingangs gesagt haben kann eine Einigung vorhanden sein und dem dahinter liegenden Gehirn geht's trotzdem sehr gut.
00:02:59: Bei manchen Leuten gibt es keine Einigungen und im Hirn dahinter gehts ja schlecht.
00:03:02: Also das sind nicht unbedingt zusammenhängende Faktoren.
00:03:08: Was wirklich wichtig ist, dass wir mit zunehmenden Alter die Generationserscheinungen haben – das Wort hört man nicht gern, Und das Gefäßsystem ist permanent belastet und diese Belastung kann eben sich in Atausklerose und hier wiederum in Einigungen widerspiegeln.
00:03:27: Einerseits ist die Karotte extrem gut zugänglich für Ultrisch-Halluntersuchungen, dass es.
00:03:32: hier können wir ohne invasiv zu sein, ohne jemanden wehzutonen oder irgendwelche schädlichen Strahlen auf den Menschen loszulassen sehr genau ermessen ob einerseits die Wand zum Beispiel dicker ist, als es sein sollte.
00:03:47: Das ist ein Wert der uns einen guten Hinweis gibt ob eine atherosklerose Risiko oder eine aterosklarose Last im ganzen Menschen vorhanden ist.
00:03:57: und zweitens sehen wir natürlich auch genau ob relevante Einigungen vorhandene sind.
00:04:01: also das ist sozusagen ein Fenster wenn wir genau sind ins gesamte Gefäßsystem dass natürlich auch wenn eine hochgradige Eingung dahinter ist ein potentiell großes Risikomoment für den Menschen darstellen kann.
00:04:18: Vielleicht ein paar Zahlen, dass man sich vorstellen kann was das bedeutet wie wahrscheinlich sowas ist je jünger sie sind desto weniger wahrscheinlich unter.
00:04:27: siebzigjährige haben so mittelgradiges Dinosen um die vierzig-fünfzig Prozent bei vier bis fünf Prozent in der Bevölkerung.
00:04:34: es gibt höhere risikogruppen niedrigere risikogruppe und wenn wir über siebzehn ist hat man bis zu zwölf Prozent.
00:04:41: eine mittelgradige Karotte ist in Osir.
00:04:43: Also es ist schon relativ häufig, aber natürlich muss nicht Gott sei Dank jeder operiert
00:04:49: werden.".
00:04:50: Kann man das sagen?
00:04:51: Die Haarschlagader ist quasi nicht der Problem her dabei ein bisschen einen Kontrollfenster wo man sieht, es ist alles in Ordnung oder nicht?
00:04:58: Ich glaube das ist sogar besser für sie.
00:05:01: weil also das Thema ist ja sozusagen... Der Chirurg ist immer geil zum Operieren, das ist ja gar nicht wahr.
00:05:10: Das Thema ist, hier geht es ja eigentlich.
00:05:12: Und ich glaube das ist so wichtig dass wir einen Schritt zurückgehen und sagen wir betrachten den Menschen als Ganzes und das ist ein Aspekt.
00:05:20: aber wir können halt ganz toll erfassen über diesen Ultraschall hier was überall anders an Problemen los ist.
00:05:27: Frau Dr.
00:05:28: Ferrari, ein Teil der mich beim Vorbereiten wirklich erschreckt hat sie haben Patientinnen und Patienten bei denen die Hallschlagade zu Und die merken das aber jahrelang nicht.
00:05:40: Wie ist es möglich, wie kann man mit so einer verengten Autobahn zum Gehirn herumlaufen und nichts davon spülen?
00:05:46: Ja, das ist so.
00:05:46: wir haben ja nicht nur eine Autobahn sondern wir haben mehrere, wir haben quasi vier zwei vorne und zwei hinten.
00:05:52: Das heißt wenn ein Gefäß verengt ist dann ist es so wenn er sich langsam entwickelt dass hier diese Einengung stattfindet, dann bilden sich sogenannte Kollateralen.
00:06:03: Also so Umgehungskreisläufe und hier bestehen sehr hohe interintervinduelle Unterschiede.
00:06:09: also jeder hat eine andere Versorgung.
00:06:12: jetzt auch kurz eine Zahl also nur fünfzig Prozent von allen Menschen haben einen klassischen den sogenannten Zirkulus villisi.
00:06:19: das ist die Gefäßversorgung im Gehirn der eben so ist wie er im Buch steht und alle anderen haben eine andere versorgung.
00:06:26: Man muss sich vorstellen, wenn das Gefäß rasch zugeht.
00:06:30: Also sprich, wenn ich jetzt einen Schlaganfall habe weil zum Beispiel ein großes Gerinsel aus dem Herzen sich löst und in einem Gefäss hineingeht und es dann verschließt.
00:06:41: Dann haben die anderen Gefäße keine Zeit um hier... diese Förderung, diese Umgehungskreisläufe auszubilden.
00:06:48: Wenn es aber langsam zugeht dann besteht ihr eben auch die Chance dass sich gute umgehungs Kreisläufen ausbilden und deswegen ist es oft nicht relevant also jedenfalls klinisch nicht relevant.
00:06:58: Aber
00:06:58: das heißt bei der... Das heißt, bei der Hallschlagader gibt es kein klassisches Schmerzempfinden.
00:07:05: Und wer jetzt wartet, dass sich der Körper meldet, der wartet auf etwas das so vielleicht nicht passiert?
00:07:10: Richtig!
00:07:10: Also Schmerzen ist ja mal überhaupt kein Symptom.
00:07:13: Obwohl man sagen muss, dass es da jetzt auch Ausnahmen gibt.
00:07:16: also bei jüngeren Patienten ein sogenannter Gefäß einriss eine Dissektion, die kann schon mit Schmerzens sozusagen vergesellschaftet sein aber das ist jetzt vielleicht ein spezieller Fall.
00:07:25: Schmerze ist absolut kein Symtom Aber natürlich gibt es quasi Vorboten auch für einen Schlaganfall.
00:07:32: Sie wollten das sagen?
00:07:33: Ich glaube, was ganz wichtig ist... Wir sind ja so mechanistisch unterwegs und kennen Einigungen bei den Herzkranzgefäßen oder bei den Beinschlagadern Und dass man sich das einmal ein bisschen vorstellt Wenn sie sehr forciert gehen brauchen sie ungefähr vierzigmal mehr Blut in den Muskeln der Waden- und Roverschenkel als wenn sie sitzen würden.
00:07:54: Das heißt natürlich, wenn Sie eine Eingung haben und Sie versuchen schneller zu gehen, dann spüren sie das sofort.
00:07:59: Bei mir ist es nicht so.
00:08:01: Dass Hirn – ob Sie jetzt viel denken oder wenig denken kann ich denken – nimmt sich einfach das was es braucht aus dem Blut.
00:08:08: Also wenn ein gewisser Blutfluss vorhanden ist, der darf nicht zu wenig sein da gibt's auch Probleme.
00:08:13: aber wenn ein Gewisserblut fluss vor handen ist merken Sie nicht dass Einhängungen, Verschlüsse oder nicht angelegte Gefäße vorhandene sind.
00:08:22: Dementsprechend ist eben sozusagen das Bild, dass die Stenose Beschwerden machen sollte.
00:08:29: Wenn nicht gerade ein Stück abfährt und dadurch in Gefäß hier und zumacht leider falsch und dementsprechend trügerisch.
00:08:39: Was es aber schon gibt, sind diese kleinen kurzen Aussetzer die man leicht mal wegwischt.
00:08:44: Zum Beispiel das Augeflimmert oder die Finger sind taub, das Wort fällt einem nicht ein und am nächsten Tag ist dann wieder alles so wie gewohnt.
00:08:52: Was passiert denn in diesen Momenten eigentlich im Gehirn?
00:08:55: Und warum darf man damit nicht bis zum nächsten Morgen warten?
00:08:58: Ja, das ist ganz wichtig!
00:09:01: Die Symptome, die Sie genannt haben, die schnell wieder verschwinden, dabei handelt sich eine sogenannte transitorische ischämische Attacke.
00:09:09: Im Prinzip ist das aber so was wie ein Schlaganfall.
00:09:11: Ich meine, man würde jetzt sagen einen Schlagerl weil die Symptome sich zurückbilden, weil das Gerinsel sich wieder auflöst.
00:09:18: also unser Gehirn hat eine sehr gute Kapazität auch dazu Die Gefäße dass gerinselt sich selbst doch da wieder auf lösen können wenn sie sehr klein sind.
00:09:25: Aber Man bezeichnet es nur als transitorische chemischer Attacke Wenn man auch in der Bildgebung keine Lesion sieht.
00:09:32: Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Symptome zwar nicht mehr vorhanden sind aber trotzdem in der Bildgebung eine Lesion zu sehen ist.
00:09:40: Weil man nennt das auch ein bisschen die sogenannte Redundanz des Gehirns.
00:09:44: also von hundert Nervenzellen brauche ich eigentlich nur zwanzig für eine Funktion.
00:09:48: Also je nachdem wo diese Lesion ist macht sie auch noch Symptomen oder nicht.
00:09:52: Aber ganz wichtig ist das Risiko größeren Schlaganfall nach einer TEA ist sehr hoch und am allerhöchsten innerhalb der ersten vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden.
00:10:05: Also in den ersten achtund vierzig Stunden ist das Risiko ungefähr fünf Prozent,
00:10:08: d.h.,
00:10:08: es ist sehr hoch und deswegen ist es ein Notfall und diese Patienten und Patientinnen sollten auf jeden Fall sofort den Nothof tätigen um eben auch adäquater für eine Strokeunit versorgt zu werden.
00:10:22: Habe ich das gerade richtig verstanden?
00:10:24: Ein Symptom, dass wieder weggeht heißt nicht, dass das Problem weg ist quasi.
00:10:28: Das ist ja das was uns der Hausverstand eigentlich oft sagen will.
00:10:31: Ist eh schon wieder gut passt alles.
00:10:33: aber genau das ist hier der Fehler.
00:10:35: Richtig und das allerwichtigste in dieser Situation ist dann die Ursache herauszufinden warum es denn dazu gekommen ist weil wenn die Ursacher nicht gefunden wird dann kann eben in kürzester Zeit sozusagen ein Schlaganfall auftreten.
00:10:48: Ob es sich hier zum Beispiel um eine höhere Einengung des Gefäßes handelt oder um Vorhofflimmern, also das ist das Wesentliche und das ist auch das was man bei diesen Patienten und Patientinnen auf einer Stroke nicht herausfinden sollte.
00:11:05: Herr Dozent jetzt nehmen wir mal an Bei jemanden wurde so eine Verengung gefunden und sie sagen dass muss operiert werden.
00:11:11: Die erste Reaktion ist ja meist dieselbe am Hals mit Vollnerkose und nachher ist vielleicht noch was mit der Sprache.
00:11:18: Die Angst bei den Menschen, die ist da schon gewaltig!
00:11:21: Jetzt machen Sie etwas das für viele erst mal unheimlich klingt – sie operieren die Leute im Wachzustand.
00:11:27: Warum?
00:11:27: Der Hauptgrund warum wir die Patienten im Wachtzustand operieren is', weil wir während der Glehmphase Frau Dozentin Ferriere davor ein gut erklärt dass dieser innere Kreisverkehr in Hirn wo die eine Seite die andere versorgen könnte ja nicht bei allen gleiches.
00:11:43: Bei vielen Patienten ist es so, dass hier ein Teil der von dieser Karotis durchblutet wird.
00:11:52: Dass er nicht von anderen Bereichen durchbluttet wird und zwar knapp sieben Prozent unserer Patienten sind, wie man so schön sagt, nicht klem-tolerant.
00:12:00: Und wenn das der Fall ist kann ich das beim wachen Patienten feststellen einen Gummischlauch vom Gesundheitsgefäß einbringen und dann das Kranke überbrücken... die durch Blutung wiederherstellen und dann dieses kranke Real ausputzen, das Gefäß rekonstruieren.
00:12:19: Es gibt beim Patienten in der allgemeiner Größe auch Methoden wie man diese Gehirnfunktion überprüfen kann aber sie haben circa alle miteinander, vierzig Prozent falsch positive und falsch negative Ergebnisse.
00:12:33: mit anderen Worten werfen sehr eine Münze.
00:12:36: gleich effektiv und dementsprechend machen wir Lokalistisch?
00:12:42: Es geht ein bisschen in die andere Richtung, als man intuitiv denkt.
00:12:46: Man denkt ja wach sein bei einer OP am Hals – das will ich nicht, das kann ich gar nicht!
00:12:51: Aber es ist eigentlich so dass das Wachsein so bisschen die Sicherheitsmaßnahme ist.
00:12:55: Der Patient ist dann nicht hilflos sondern ist eher sowas wie ein aktiver Teil davon, dass alles gut geht.
00:13:03: Das ist auch dieser Punkt, wo Patienten fragen.
00:13:06: Aber wenn ich mich bewege und so reden regelhaft mit den Patienten die Bewegung sich regelhaft.
00:13:11: wir sind das gewohnt und das funktioniert prinzipiell immer sehr gut.
00:13:17: Immer ist vielleicht eine Übertreibung sagen wir mal achtundantig Prozent sehr gut und jetzt zwei Prozent gut.
00:13:23: haben sie natürlich ohne Namen zu nennen eine Situation wo genau dieses Gespräch mit dem wachen Patienten einmal einen echten Unterschied gemacht hat und wichtig geworden ist?
00:13:31: Ja, also wie gesagt in sieben Prozent der Fälle weiß ich klar wenn ich ausklemme und der Patient nicht mehr adäquat reagiert dass die Durchblutung nicht reicht.
00:13:41: Wir brauchen ungefähr neunzehn Minuten um das Gefäß auszuklemmern aufzuschneiden diese Veränderungen rauszuholen und es zu rekonstruieren.
00:13:51: Neunzehnt Minuten ist so der Schnitt Und in der Zeit kann, wenn das Gehirn eben nicht über Umgehungskreisläufe von anderen Seiten im Hirn versorgt ist einen bleibenden Schaden nehmen.
00:14:02: Wir reden jetzt ja ganz viel über Operationen und Warnsignale, aber die meisten Leute, die uns gerade zuhören wollen gar nicht so weit kommen.
00:14:10: Die Frage ist ja was kann ich heute tun?
00:14:12: Und ich würde gerne mal die Standortanwortsport machen, Nichtrauchen überspringen – die kennen wir alle!
00:14:18: Was sind dann Dinge, die unterschätzt werden?
00:14:20: Wo sehen Sie beide im Alltag das Leute etwas ignorieren, was richtig wichtig
00:14:25: wäre?!
00:14:26: Der beste Schlaganfall ist der, der gar nicht erst auftritt.
00:14:28: Das haben Sie jetzt schön gesagt.
00:14:30: Ich finde die Prima-Prevention hat hier mal einen ganz großen Stellenwert und wir Neurologen sind ja konservativ.
00:14:36: also bevor etwas operiert wird.
00:14:37: Wir wollen gerne dass es gar nicht als Auftritt.
00:14:39: das heißt ich meine Jetzt kann ich natürlich.
00:14:42: sie habe mich gefragt was sind so unterschätzte Dinge?
00:14:44: Ich kann viele Zahlen und Daten nennen.
00:14:46: manchmal ist es ganz gut wenn man sich eine Vorstellung davon hat Also zum Beispiel jenseits der Apotheke, ohne dass ich jetzt Medikamente nehmen muss.
00:14:55: Kann ich bis zu Achtzig Prozent des Schlaganfälle tatsächlich verhindern?
00:14:58: Wenn ich nur fünf einfache Lebensstilmodifikationen durchführe.
00:15:04: Das eine ist haben Sie schon genannt regelmäßige körperliche Aktivität aufs Gewicht achten also ein BMI unter... moderaten keinen, kann man diskutieren, Alkoholkonsum und die sogenannte mediterrane Diät.
00:15:20: Also einfach eine sozusagen gesunde Kost.
00:15:23: So das heißt ich kann tatsächlich durch diese Faktoren viele schon verhindern und wir haben auch gesehen – und das sieht man ja in der Datenlage jetzt bezüglich der Karotisch-Studien jetzt Operation versus Best Medical Treatment -, dass hier einfach der Prozentsatz sehr heruntergegangen ist mit der verbesserten Prämaprävention.
00:15:42: aber Sie sagen, Sport machen und auf das Verzichten nicht rauchen.
00:15:46: Das sind natürlich harte Fakten.
00:15:48: Wenn man nur ein bisschen Bewegung dazu muss, keine Marathon laufen.
00:15:52: Man kann einfach die Treppen nehmen statt den Lift
00:15:54: etc.,
00:15:55: das bringt irrsinnig viel.
00:15:56: also man kann fünfundzwanzig Prozent des Risikos senken durch regelmäßige körperliche Aktivität.
00:16:00: für einen Schlaganfall ebenso für die Demenz beim Parkinson gibt es Daten.
00:16:04: Also es gibt einfach in den meisten fällen hier mit einfachen Methoden schon.
00:16:09: Da ist
00:16:10: das ganz banal gesagt der Lebensstil, der Lebenswandel?
00:16:13: Es ist der Lebens- stil der Lebenswandel aber es ist natürlich auch die Genetik.
00:16:17: also wir können jetzt für alles können wir nicht erst dafür sondern die genetik.
00:16:20: und da möchte ich vielleicht noch einmal anbringen auch jetzt Vorsorgeuntersuchungen kann man gar nicht zu früh starten.
00:16:28: ja weil ein kleines Beispiel das Lipoprotein A also ein Wert der genetisch determiniert und zeigt, wie unser Stoffwechsel ist.
00:16:38: Wenn man weiß dass das bei Eltern erhöht ist und die tatsächlich vielleicht sogar schon auch einen Schlaganfall oder Herzinfarkten jungen Jahren gehabt haben dann ist das Risiko eben in frühen Jahren schon erhöht.
00:16:48: Und da gibt es E-Bestrebungen, dass das auch zur gesunden Untersuchung dazugehört.
00:16:52: Das heißt da kann man auf jeden Fall ansetzen und ich denke wichtig ist auch wenn man das Wort Gehirngesundheit in den Worten mit einem Mund nimmt Die gesamte Lebensspanne von klein auf.
00:17:02: also vielleicht einer der Aussagen früh beginnen.
00:17:05: Was meinen Sie, Herr Dozent?
00:17:08: Ja ich glaube wir haben da mehrere Schichten.
00:17:10: Das ist wie Schicht Nougat passt jetzt auch gut dazu wo man eben einerseits schon in den Schulen anfangen muss damit ein klares Verständnis gegeben ist dass wir für uns verantwortlich sind und nicht Konsumenten der Gesundheit sind.
00:17:24: das ist ja leider in Österreich sehr viele Jahre so passiert dass wir ein klares Konsumverhalten anerzogen bekommen haben.
00:17:34: Wenn wir jetzt so weit sind, dass wir sagen naja also jetzt bin ich sechzig.
00:17:38: Jetzt kann ich die Zeit nicht zurückdrehen und mit dem Rauchen aufgehört haben bevor ich angefangen habe.
00:17:43: So gibt es natürlich schon so Zeitfenster wo Männer sowie Frauen auch der Meinung sie sind kugelsicher Und ist aber schon lange nicht mehr sind und Ich sehe so den fünftigjährigen Mann und die fünftigjährige Frau als den richtigen Problemkandidaten Wo man mit einem geringen Investment viele, viele Effekte erzielen kann.
00:18:05: Also wenn man einen fünftigjährigen Menschen einen Karotischall alleine macht und eine Intima Mediatheke feststellt die zwei, drei Millimeter ist das sehen wir sehr, sehr häufig dann ist noch nichts verloren.
00:18:18: aber man kann ganz klar darstellen da ist was.
00:18:22: Und jetzt können wir anfangen Fisch- und Brokkoli zu essen zum Rauchen aufhören und uns ein bisschen bewegen.
00:18:29: Das ist aber so, dass Fenster bevor der Schlaganfall anfängt.
00:18:33: Also wo man eben nicht den fünfundsechzigjährigen abfängt, wo man vielleicht schon die sechzehnte Nose hat und dann wird es schwierig, den Prozess, der im Laufen ist irgendwie aufzuhalten oder umzukehren.
00:18:44: Ich habe ja auch ein bisschen recherchiert in der Vorbereitung und Sie werden nicht glauben was ich da gefunden habe im Internet.
00:18:50: Zum Beispiel Kurkuma-Kapseln, die die Arterien reinigen.
00:18:55: Knoblauchpräparate gegen Verkalkung.
00:18:58: Irgendwelche Tees, die Ablagerungen auflösen.
00:19:01: Mal ganz direkt gefragt – kann man verkalkte Gefäße nachträglich wieder putzen?
00:19:06: oder ist das alles Wunschdenken?
00:19:08: Es gibt schon Daten, die zeigen dass extrem hoch dosiertes Datine, die quasi im Leben nicht vereinbar sind vor Stufen von atherosklotischen Plags rückgängig machen können.
00:19:19: aber Tatsächlich ist es halt so, was Sie angesprochen haben, das ist glaube ich ein ganz wichtiges Thema.
00:19:25: Weil die Statine sind ja etwas, was richtig verteufelt wird – ich weiß nicht, was da los ist!
00:19:29: Man muss schon fast Patienten mit Waffengewalt dazu überreden, dass sie etwas nehmen, was für ihre Lebensdauer und Qualität extrem positiv ist.
00:19:42: Das Kurioseste ist der rote Reis.
00:19:45: Der Rote Reiss ist de facto nichts anderes als ein Statin.
00:19:48: Also es ist die gleiche Substanzgruppe drinnen, in einer nicht klaren Definition der Menge.
00:19:53: Das heißt ich nehme mehr mal weniger und beim roten Reis habe ich keine Muskelschmerzen und wenn ich ins Datin nehme schon.
00:20:00: also wir sehen schon auch ein bisschen eine ungewöhnliche Skepsis der Daten gegenüber weil man halt glaubt dass man angelogen wird und das alles irgendwie eine Verschwörungstheorie ist und ich glaube es wäre sehr schön Fakten wieder mehr Glauben geschenkt werden würde.
00:20:20: Kann man so sagen, die Flasche aus dem Reformhaus macht nichts rückgängig.
00:20:25: aber das Datin, dass viele so ungern nehmen wie sie sagen, das kann tatsächlich etwas?
00:20:29: Auch das würde ich ganz so nicht sagen.
00:20:31: also Sie haben schon recht wenn es eine manifeste Erkrankung gibt dann hilft das genau gar nix.
00:20:37: Ich würde aber nicht sagen, dass zum Beispiel gewisse Supplemente, wenn man gesund ist, und wirklich eine echte Prävention betreiben will.
00:20:48: Also nicht eine Verlangsamung eines Erkrankungsprozesses, das wir ja auch gerne fehlschliches Präventions bezeichnen, sondern tatsächlich verhindern wollen, dass was passiert?
00:20:57: Dann ist das Reformhaus nicht zu verteufeln.
00:21:00: Problematisch wird es halt, wenn einem der Tumor aus der Nase wächst und man dann anfängt sich aus pendeln zu lassen – das glaube ich ist nicht so der gute Plan!
00:21:08: Das werden wir rausschneiden, Gil.
00:21:11: Verdammt!
00:21:13: Schade...
00:21:15: Vielleicht darf ich nur kurz ergänzen, weil viele sagen ja, ich ernähre mich eh gut und so weiter.
00:21:20: Also man kann den Leuten sagen... Man kann zum Beispiel, wenn man jetzt zehn Kilo Gewicht abnimmt, kann man den LDL-Kolesterin werden?
00:21:28: heiße acht Milligramm Potenziliter senken, das ist so gut wie gar nichts.
00:21:32: Das heißt dass da es absolut notwendig ist auch ein Medikament einzunehmen.
00:21:36: Stardine gibt's die meisten Daten drüber aber es gibt ja nicht nur die Stardinen wir haben sehr viele Lipidsenken der Medikationen und auch diese haben plackstabilisierende Wirkung etc.
00:21:45: also ich glaube hier gehts einfach darum die Patienten wirklich intensivst auch darüber.
00:21:50: also ich sage jetzt Patienten In Wahrheit Menschen, weil es ist ja noch bevor etwas passiert.
00:21:55: Genau das wollen wir ja.
00:21:57: und dass die Aufklärung hier einfach über die Risikofaktoren über die vorhandenen, weil viele sagen ja eben ich habe keine Risiko.
00:22:05: Der Blutdruck ist halt mein Hundertfünfzig das ist ein Bluthochdruck und der Blut-Hochdruck is einer der häufigsten Risikofaktoren für den Schlaganfall, der schädigt die Gefäße und genau dann kann sich das Cholesterin eins zu eins ablagern an der Gefäßwand.
00:22:19: also das heißt diese Awareness dem Menschen klarzumachen was es denn bedeutet dass man seine Risikophaktoren wirklich früh genug schon gut einstellt so wie du sagst um die fünfzig herum.
00:22:30: Auch wichtig und Einsatz vielleicht noch, es ist nie zu spät.
00:22:34: Wir werfen nochmal einen Blick auf die Menschen, die noch keine Patienten sind.
00:22:38: Fünfzig ist so ein interessantes Alter, so ein spannendes Alter Wenn jetzt jemand sagt ich bin fünfzig Ich fühle mich fit aber was sich gerade bei ihnen im Podcast gehört habe möchte ich eigentlich schon gerne wissen wie meine Gefäße aussehen.
00:22:50: Was kann die Person jetzt beim nächsten Hausarztbesuch konkret verlangen?
00:22:54: Und das ist mir auch wichtig Ist das dann eine übertriebene Bitte oder ist das legitim?
00:22:59: Ich glaube, das ist jetzt auch ein bisschen das Bild was man von Kirurgen in der Vergangenheit hatte.
00:23:04: Wir stehen da mit dem Messer zwischen den Zähnen und wollen am liebsten Tag und Nacht noch operieren.
00:23:11: die Wahrnehmung an sich selber und auch der Anspruch hat sich verändert.
00:23:16: also uns ist es ja auch wichtig dass wir idealerweise verhindern dass es zum Äußersten kommt wenn es aber zum äußerste kommt dass wird als kompetent eben sowohl im Moment aber auch hinten nach, weil das darf man nicht vergessen.
00:23:30: Die Nachsorge ist wichtig behandeln können.
00:23:34: Die Ultraschalluntersuchung wird prinzipiell bezahlt also das wird beim Kardiologen bezahlt, beim Neurologen als Kassenleistung bezahlt.
00:23:42: und dann geht es schon ein bisschen enger, weil in der gelassener Gefisskirurgien gibt's nicht.
00:23:46: Und hier ist es halt ganz wichtig dass auch bei Kollegen die Erwärmnis besteht Eine Intima-Mediatheke, die erhöht ist.
00:23:54: Nicht normal ist!
00:23:56: Kann man das nicht abtun und sagen naja sie sind fünfundfünfzig Das passt schon.
00:24:01: Wird
00:24:01: schon passen?
00:24:01: Ja nein da muss man dann auch wirklich in die Tiefe gehen und schauen wie es der Lipids tatus Wie ist die Blutdrucksituation denn der blutdruck ist ja eine ganz heimtückische geschichte.
00:24:13: so ein Bluttdruck der bisler erhöht is hundert fünfzig zu neunzig den spürt man genau gar nicht.
00:24:19: Und der ist aber der Dauertropfen, der halt wirklich den Stein aushöhlt zusammen mit ein bisschen an Cholesterin.
00:24:28: Und das ist interessant!
00:24:29: Wir sehen das immer wieder.
00:24:30: Patienten tauchen dann auf und sagen ja ich hab eigentlich immer eine normales Cholesterin gehabt.
00:24:35: Dann schaut man sich das an und die haben immer einen Cholsterin, so Zweihundertzehn, zweihundertfünfzehn.
00:24:40: und dann schaut man sie an Ultraschallander vor zehn Jahren gemacht wurde und da sieht man intimer Mediatheke von drei Millimeter... ...und dann ist es eigentlich schon nicht
00:24:48: behandelt.".
00:24:50: Der Standard Bluthochdruck-Kolesterinzug gehört, das kann jeder und jede immer verlangen beim Hausarzt.
00:24:57: Das braucht man gar nicht verlangen?
00:24:58: Es wird automatisch gemacht.
00:24:59: Es würde automatisch machen, wenn es ein Angebot angenommen würde.
00:25:04: Und das Problem aber ist wie gesagt – das darf man nicht unterschätzen – da wird dann so nonchalant drüber gewischt, das passt schon!
00:25:14: Die Effekte, die dann zehn, zwanzig Jahre später auftreten, passen dann aber nicht.
00:25:20: Frau Dr.
00:25:20: Ferrari, ich möchte mit einer Frage schließen die ich persönlich als eine der wichtigsten finde.
00:25:26: Viele Menschen haben ja wahnsinnige Angst vor Demenz im Alter vielleicht noch mehr als vor einem Schlaganfall und die Annahme ist ja ganz oft das ist halt Schicksal.
00:25:35: wie groß ist denn nach der Anteil unserer geistigen Fitness im Alter den wir wirklich selbst in der Hand haben über dem Weg der Gefäße?
00:25:42: Ja, auch ein ganz wichtiges Thema.
00:25:43: Also ich möchte es nicht so sehr ausholen aber die häufigste Demenz ist die Alzheimer-Demenz, aber die zweithäufigste ist die vascularer Demenz, die eben genau durch diese Risikofaktoren erklärbar ist.
00:25:54: und was hier schön zu sehen ist also letztes Jahr wurde Lancet Commission herausgegeben Kann man sehen, dass es sozusagen drei Kategorien, also was man in jüngerem Alter tun kann im mittleren und älteren Alter.
00:26:08: Und da gibt es insgesamt vierzehn Faktoren.
00:26:11: und wenn alle diese vierzehntfaktoren beachtet eingestellt wie auch immer werden, kann man das Risiko eine Demenz zu bekommen tatsächlich um forty fünf Prozent senken.
00:26:19: Also das ist doch massiv!
00:26:22: Zum Beispiel im jüngeren Lebensalter ist Bildung wichtig, im mittleren Lebensalter sind in der letzten Lancet Commission zwei Faktoren dazugekommen.
00:26:29: Das eine ist das Sehen – also eine Seeestörung und das zweite ist das LDL-Kolesterin.
00:26:35: über das haben wir schon gesprochen.
00:26:37: Und in höherem Alter eigentlich in jedem Alter, aber speziell im höheren Alter ist es das Hören.
00:26:42: Weil wenn ich nicht gut höre dann isoliere ich mich sozial, dann verkümmerts sozusagen halt mein Gehirn und ich werde halt schneller dement.
00:26:50: also man kann auch hier viel dagegen beitragen oder dazu beitragten dass das eben auch nicht auftritt.
00:26:58: ja forty-fünf Prozent das ist schon eine Zahl die hängen bleibt also fast die Hälfte des Risikos kann man so zu sagen sagen Später kognitiv abzubauen, liegt so in unseren eigenen Händen.
00:27:09: Use it or lose it?
00:27:11: Genau!
00:27:14: Das war der Hergang zum Thema Fenster zum Gehirn mit Dozentin Dr.
00:27:18: Julia Ferrari, Pastpräsidentin der Österreichischen Schlaganfallgesellschaft und Präsidentin-Elektor österreichischem Gesellschaft für Neurologie und Mitdozent Dr.
00:27:27: Afshil Assadian, Leiter der Gefäßcheroge an der Klinik Otterkring in Wien.
00:27:32: Ich danke Ihnen beiden sehr, dass Sie sich Zeit genommen haben für ein Thema das für viele im Nebel liegt so greifbar gemacht zu haben.
00:27:40: Und dann Sie lieber Hörerinnen, lieber Hörer wenn sie aus dieser halben Stunde eine einzige Sache mitnehmen Dann vielleicht die.
00:27:46: Ein Symptom das wieder weggeht ist nicht zwangsläufig ein Symptoms das vorbei ist.
00:27:51: Wenn Sie also jemals so einen kleinen Aussetzer leben Eine Minute nicht sprechen können, ein Tauberarm, ein flimmerndes Auge warten Sie nicht bis zum nächsten Morgen.
00:28:00: rufen Sie die Denn Hörgang gibt es übrigens auf allen großen Podcast-Plattformen und auf springermedizin.at sowie spektrum.de.
00:28:09: Bleiben Sie gesund, wir hören
00:28:15: uns!