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00:00:01: Das sind zwei Menschenleben, die wir retten konnten.

00:00:04: Die wir, wenn wir diese Maßnahme nicht am Notfall oder durchgeführt hätten, die verstorben

00:00:09: werden.".

00:00:20: Dellen Sie sich vor!

00:00:21: Jemand bricht vor Ihnen auf der Straße zusammen.

00:00:24: Sie wählen die Eins für vier und dann warten sie einmal.

00:00:28: In diesem Moment denkt keiner von uns darüber nach, wer da jetzt gleich aus dem Wagen steigt.

00:00:32: Hauptsache es kommt jemand der mir helfen kann und genau darum wird in Österreich seit Jahren gestritten denn oft fährt ein Notarzt mit, der dort gar nicht gebraucht wird und gleichzeitig fehlt genau dieser Arzt dann anderswo wo jemand wirklich um sein Leben kämpft.

00:00:49: Fachleute aus der Notfallmedizin haben das im Juni bei einem Pressetermin auch deutlich gesagt und eine Reform verlangt.

00:00:57: Ich wollte jetzt wissen, was diese Diskussion für den Alltag bedeutet.

00:01:02: Was passiert am Einsatzort wirklich?

00:01:04: Wie entscheidet dort was und was müsste sich ändern damit die Hilfe schneller und besser wird?

00:01:10: Mein Gast ist Dr.

00:01:11: Mario Grammel.

00:01:12: er ist Schäfarzt der Berufsrettung Wien und er ist Präsident der österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin Und ihr fährt selbst Einsätze.

00:01:23: Guten

00:01:25: Morgen!

00:01:26: Ja,

00:01:27: Dr.

00:01:27: Kramel wir sprechen gleich über Zahlen und über Gesetze.

00:01:30: vorher würde ich noch gern verstehen wie so ein Einsatz wirklich abläuft.

00:01:34: am Ende steht ja auf dem Protokoll Alarmzeit Versorgungs.

00:01:39: was ist dort gemacht worden?

00:01:41: und Transport?

00:01:42: Ja nein!

00:01:43: Und wohin?

00:01:44: Was steht da nicht drauf?

00:01:45: Was liest man nicht in diesen Protokollen?

00:01:47: Ja einerseits die Gedanken die sich die Notärztin der Notarzt die Tenedeterin der Sanitäter macht Am Weg zum Einsatzort, wie es dem geht mit solchen Einsätzen.

00:02:00: Das sind Dinge die man vielleicht nicht am Einsatzprotokoll findet.

00:02:03: Gibt es einen Einsatz an den sie noch Jahre später denken müssen?

00:02:07: Ja das war eigentlich mein allererster Einsatz im Rettungsdienst.

00:02:11: Das war ein schwerer Verkehrsunfall.

00:02:13: ich war damals selbst noch als Rettungssanitäter tätig in Niederösterreich, damals beim Roten Kreuz in Gensandorf und das war als Fahrzeugbrand gemeldet.

00:02:22: wir sind dort hingekommen Und im Endeffekt hat dieser Einsatz tragischerweise mit sechs Toten Jugendlichen geendet.

00:02:31: In einem Fahrzeug ist jemand bei lebendigem Leib verbrannt, war im Fahrzeug eingeschlossen und im anderen Fahrzeug das Frontal mit dem anderen kollidiert ist, hat es mit fünf Toten-Jugendlichen geentet.

00:02:43: und das war mein erster Einsatz im Rettungsdienst der mich glaube ich sehr geprägt hat wo ich dann gewusst habe ich möchte trotz dieses tragischen Einsatzes in der Notfallmedizin arbeiten und der mich dann in die Notfall-Medizin gebracht hat.

00:02:59: Wenn jemand den Notruf wählt, dann ist diese Person am Telefon vielleicht nicht voll konzentriert, ist aufgeregt und weiß selbst nicht ganz genau was da eigentlich jetzt los ist.

00:03:08: Trotzdem muss die Leitstelle, die Personen der Leitstellen diesen Moment entscheiden wer hinfährt?

00:03:15: Wie trifft man so eine Entscheidung wenn man nur sehr wenige Informationen hat?

00:03:19: Ich

00:03:20: glaube, ganz wichtig ist zu sagen haben Sie keine Angst.

00:03:23: Wählen Sie den Rettungsnotruf I-VIV und wir leiten sie strukturiert durch das Notrufgespräch.

00:03:30: Unsere Kolleginnen in der Bienarettungsleitstelle haben einen standardisierten Fragenkatalog, der bei jedem Einsatz zur Anwendung kommt.

00:03:38: Die allererste Frage ist wo genau ist da notverlort?

00:03:42: Das ist einmal die wichtigste Information für uns im Rettungstienst damit wir wissen, wo unsere Hilfe gebraucht wird sollte das Gespräch abrupt beenden.

00:03:51: Die nächste Frage ist zum Beispiel nach einer Rückruftelefonnummer und dann geht es schon darum, was genau ist vor Ort passiert?

00:03:59: Ist der Betroffene bei Bewusstsein und atmet der Betroffenen?

00:04:03: Das sind unsere fünf Einstiegsfragen die bei jedem Notrufgespräch abgefragt werden Und dann haben wir einen Fragenkatalog mit forty- vierzig Hauptbeschwerden wo dann geschaut wird.

00:04:14: Was ist denn jetzt dort im Detail passiert?

00:04:17: auch hier gibt es wieder Fragen, die gestellt werden.

00:04:20: Aber es werden ihnen auch ganz konkrete erste Hilfe-Maßnahmen gegeben.

00:04:25: Es ist nicht so wie früher, dass man einfach sagt ja – Die Rettung ist unterwegs sehr willkommen Danke!

00:04:30: Sondern in lebensbedrohlichen Fällen bleibt der Notruf Mitarbeiter bei Ihnen am Telefon bis der Rettungswagen, bis der Notarzt bei Ihnen eintrifft, sagt Ihnen Schritt für Schritt was Sie tun müssen zum Beispiel im Rahmen meines Kreislaufstillstandes.

00:04:46: Die Herzlungen-Wiederbelebung erklärt Ihnen die Herzdruckmassage.

00:04:50: Geht mit Ihnen Schritt für Schritt durch, wie Sie einen Defibrillator anwenden.

00:04:54: Aber auch Blutstillung bis hin zur Anleitung der Geburt geben wir Maßnahmen und leiten die Anruferinnen durch die Notfallsituation bleiben bei ihnen am Telefon und helfen ihnen weiter bis der Rettungsdienst verortest.

00:05:10: Schickt man im Zweifelsfall lieber einmal zu viel los?

00:05:14: Wie gesagt, es gibt einen genauen Abfragekatalog.

00:05:17: Diesem Abfragekatalog ist eine sogenannte Ausrückeordnung hinterlegt.

00:05:22: Hier steht ganz genau kommt ein Rettungswagen, kommt ein notarzt Einsatzfahrzeug, kommt da viel Superweißer und kommt unser Diensthafen der Oberarzt mit dazu.

00:05:31: Damit ist sichergestellt das hier nicht aus dem Bauchgefühl heraus entschieden wird sondern dass es aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und einer immer wiederkehrenden Evaluation dass hier immer das gleiche Rettungsmittel entsandt wird.

00:05:48: Natürlich hat die Kollegin der Kollege am Telefon die Möglichkeit im Zweifelsfall diesen Einsatz aufzuwerten,

00:05:55: d.h.,

00:05:55: wenn er das Gefühl hat, hier braucht es aber vielleicht jetzt in diesem speziellen Fall trotzdem einen Notärztin vor Ort hat er jederzeit die Möglichkeit diesen Einsatz mit einer sogenannten Aufwertung auch einer höheren Prioritätstufe zuzuführen.

00:06:09: Nehmen wir ein Beispiel, das jeder kennt oder fast jeder schon mal erlebt hat Schwere Verkehrsunfall, ihr Team ist vor Ort.

00:06:16: Der Patient ist schwer verletzt das Krankenhaus zehn Minuten entfernt.

00:06:21: Sie könnten vor Ort aber noch einiges machen Einiges sozusagen erledigen.

00:06:25: Sie können auch sofort losfahren.

00:06:27: Wann behandeln sie weiter und wann sagen sie Schluss aus?

00:06:30: wir fahren jetzt.

00:06:31: Ja diese Diskussion load and go or stay and play.

00:06:35: Hier ist glaube ich wichtig zu sagen Es müssen all jene Maßnahmen gemacht werden die einfach im jetzigen Moment für den Patienten lebensnotwendig sind.

00:06:47: Ich gebe Ihnen ein Beispiel, das ist sogenannte Spannungspneumotoraxe.

00:06:50: Das ist wenn eine Lunge kollabiert in dieser Seite der Brustamhöhle baut sich dann einen Druck auf und drückt auf die gesunde Seite, drückt auch aufs Herz.

00:06:59: Und dieser Patient würde es nicht überleben, auch wenn er es nur fünf Minuten ins Krankenhaus dauern würde!

00:07:05: Das ist eine Situation, die ich vor Ort sofort beheben muss mit einer sogenannten Torxentlastung.

00:07:13: Ein anderes Beispiel ist die Anlage eines Törnikes, wenn ich hier eine stark blutende Wunde am Arm oder am Bein habe muss sich diese stillen bevor ich losfase nutzt mir nichts, wenn nicht den Patienten jetzt einladet zehn Minuten ins nächste Krankenhausraser und es hier zehn Minuten weiterblutet.

00:07:31: auf der anderen Seite sollen aber auch eben nur jene Maßnahmen gesetzt werden von denen der Patient unmittelbar profitiert unmittelbar lebensnotwendig sind.

00:07:42: Denn Zeit, gerade beim Traumapazienten ist auch ein wesentlicher Faktor für gutes Überleben und gute Krankenhausentlassung.

00:07:52: Wir wissen mit jeder Minute die Vorort verstreicht sinkt diese Wahrscheinlichkeit.

00:07:57: Man nennt das der Golden Hour of Shock.

00:08:00: Das heißt spätestens nach einer Stunde.

00:08:03: Und das ist wirklich späterstens gemeint sollte dieser Patient im nächsten Schockraum im nächsten Krankenhaus sein.

00:08:10: Das heißt, es ist immer so eine Abwägung was ist vor Ort unbedingt notwendig und was sollte ich besser nicht machen?

00:08:18: Und wo ist jetzt der Punkt, der Zeitpunkt das ich sage das machen wir noch aber jetzt starten wir.

00:08:24: Das heisst den Faktor Zeit.

00:08:26: gerade beim Trauma darf man in der Behandlung nie aus den Augen verlieren.

00:08:29: Gibt es Eingriffe die Sie heute am Unfallort machen die sie vor sagen wir zwanzig Jahren die undenkbar gewesen wären vor zwanziger Jahren

00:08:38: Zum Beispiel die Clemscheldorakotomie.

00:08:41: Das ist ein chirurgischer Notfalleingriff bei penetrierenden Brustkorbverletzungen, bei Verletzung in der Brusthöhle-Verletzung des Herzens.

00:08:50: Sie haben gesagt vor zwanzig Jahren undenkbar.

00:08:53: Vor zwanziger Jahren hat man das rotinermäßig in London schon durchgeführt Aber in Wien, Österreich war das vor zwantig Jahren undenkbar.

00:09:02: Wir haben diese Maßnahme, zweiundzwanzig strukturiert in Wien eingeführt, wo wir eben wenn es sich um einen traumatischen Kreiselaufstil stand aufgrund einer penetrierenden Verletzung im Torarksbereich handelt vor Ort den Brustkorb eröffnen.

00:09:20: In Wien wurde dieser Eingriff jetzt kommt eine Zahl zwanzig-vierundzwanzig fünfmal durchgeführt.

00:09:25: zwei dieser Menschen haben überlebt.

00:09:27: was sagt uns?

00:09:28: diese Zahl?

00:09:29: klingt zynisch aber ist das ein Erfolg?

00:09:31: Das ist ein absoluter Erfolg denn da sind zwei Menschen leben die wir retten konnten, wenn wir diese Maßnahme nicht am Notfallort durchgeführt hätten.

00:09:42: Die verstorben werden.

00:09:43: Das war einerseits eine junge Frau aufgrund einer Selbstverletzung, eine junge Mutter, die heute wieder bei ihrer Familie ist und dankbar ist, dass sie diese schwierige Situation überlebt hat.

00:09:56: Und das andere war ein Gewaltverbrechen – eine Stichverletzung im Brustkorbbereich wo auch das Herz mit verletzt wurde.

00:10:03: Auch dieser junge Mann konnte das Krankenhaus ohne neurologischen Schaden wieder verlassen.

00:10:08: Das sind zwei Menschenleben, die nicht mehr bei uns wären, hätten wir diese Maßnahme nicht strukturiert im Wiener Rettungsdienst

00:10:16: eingeführt.".

00:10:17: Stichwort Technik.

00:10:19: im Notarztwagen fährt heute auch ein Ultraschallgerät mit.

00:10:23: Das heißt man kann Bilder direkt ins Krankenhaus schicken!

00:10:26: Das klingt nach Fortschritt und meistens wenn es nach Fordschritt ging ist es das auch.

00:10:30: aber...

00:10:31: Gibt es heutzutage auch Technik im Wagen, die am Einsatzort eher Zeit kostet als das sie hilft?

00:10:37: Ich glaube ganz wichtig ist wenn ich Technik in der Rettungsmedizin einsetze dann muss sich den Sanitäterinnen und den Notärztenden helfen.

00:10:47: Ich sollte nichts machen was mich draußen behindert!

00:10:51: Und dieser Ultraschall oder wir haben zum Beispiel mittlerweile auch ein Minilabor eine sogenannte Blutgasanalyse mit wo wir Elektrolyte und anschauen können, wo wir uns anschauen könnten den Hemoglobin-Gehalt oder den Säurebasenhaushalt.

00:11:07: All das hilft uns dem Patienten noch besser zu verstehen und all diese Dinge sollten uns eigentlich helfen den Patienten besser einzuschätzen und noch besser behandeln zu können.

00:11:19: Viel diskutiert wird auch über den Telenotarzt also die ärztliche Beratung per Video.

00:11:24: was bringt es im Alltag wirklich?

00:11:26: Das ist eine absolut wichtiges Thema dass wir hier auch in Wien in den nächsten Monaten angehen werden.

00:11:35: Wir hatten im Vorjahr ein Pilotprojekt, wo für ein halbes Jahr einen Tele-Nodarzt bei uns in der Wiener Rettungsleitstelle implementiert wurde und wir haben gesehen, dass mir damit die Noderzinnen der Nordarzt in Präsenz besser dorthin bringen können, wo er tatsächlich gebraucht wird.

00:11:57: Wenn es hier um einfache Fragestellungen geht, zum Beispiel die Interpretation eines unklaren EKGs, wo ich den Notarzt nicht zwingend vor Ort benötige.

00:12:08: Man das auch über das Telefon, über eine Datenübermittlung, über den Transfer des EKGs oder auch was Sie angesprochen haben, Transfer von Ultraschallbildern über eine telemedizinische Lösung abwickeln kann und damit wollen wir einfach fit für die Zukunft sein.

00:12:27: Unsere Einsatzzahlen steigen immer mehr an und man muss sich überlegen, wie kann ich mit den verhandleren Ressourcen optimal umgehen.

00:12:36: Und hier haben wir einfach Optimierungspotenzial wenn wir die Tele-Notärztin den Tele-Nodartst in der Rettungsmedizin in unserem System fix implementieren.

00:12:47: Bei der Pressekonferenz im Juni da ist eine merkenswerte Zahl gefallen.

00:12:51: sie lautet nur bei jedem etwa jeden fünften Notarzt-Einsatz ist am Ende wirklich eine ärztliche Maßnahme notwendig.

00:12:59: bei mir als der Hälfte der Einsätze gar keine.

00:13:03: Was heißt das konkret?

00:13:06: Wichtig ist, dass man hier betrachtet, dass es gut ausgebildete Sanitäterinnen und Sanitäters sogenannte NotfallsanitäterInnen mit Zusatzkompetenz braucht.

00:13:15: Denn aktuell ist es in Wien so, dass wir sehr viele Sanitätern haben die eigenverantwortlich Zugänge legen, benöse Zugänge.

00:13:24: Die Eigenverantwortlich-Medikamente die vom Chefarzt zuvor freigegeben nach Algorithmen freigegeben wurden zum Beispiel bei einer hypotensiven Entgleisung Medikamente, die den Blutdruck senken.

00:13:37: Bei einer Hypoglycemie einem sogenannten Unterzuckerlokose verabreichen dürfen.

00:13:41: Hierzu brauche ich keinen Notarztverort.

00:13:44: hier gibt es einen genauen Algorithmus den der Sanitäter eigenverantwortliche abarbeiten kann.

00:13:50: Oder wir waren in Wien zum Beispiel Vorreiter im Rahmen der Analgesie der Schmerztherapie in Österreich, wo Sanitäter ohne Notärzte erstmals am Notfallort eigenverantwortlich ein Schmertsmittel verabreicht haben.

00:14:05: Nehmen wir das Beispiel eine Unterarmverletzung – ein Unterarmbruch?

00:14:10: Das tut natürlich weh ja aber hier brauche ich nicht zwingend einen Notarzt vor Ort!

00:14:15: Wenn da Sanitäta hier schmiertsmitteleigenverantwortliche verabrecht Funktioniert das.

00:14:21: Und diese Zahl, die Sie gehört haben, bedarf aber dass dieses System an Notfallsanitäterinnen gut ausgebildet ist?

00:14:29: Dass sie das eigenverantwortlich abarbeiten können und auf der anderen Seite ich den Notärztin dort einsetzen kann um wo es wirklich um Leib-und-Leben geht.

00:14:38: Wo's wirklich um Minuten geht, die entscheiden ob die oder der Betroffene das Ganze in einem guten Outcome aus dem Krankenhaus wieder hinauschaft Bei schwersten Verletzungen, bei einem Herzstillstand.

00:14:51: Dort werde ich auch in Zukunft die Notärztin den Notarzt vor Ort brauchen.

00:14:56: Wenn es darum geht eine Notfallnachose einzuleiten, werde ich immer den notarzt-not-notärztem brauchen aber geradebei niederpriorisierten Einsätzen eben nicht was aber bedingt dass wir gut ausgebildete Sanitäterinnen und Sanitätern in ganz Österreich brauchen

00:15:13: Die eine isolierte Fraktur ein isoliertes Trauma behandeln können.

00:15:16: zum Beispiel Jetzt machen wir es ein bisschen konkreter.

00:15:19: Wer heute im Rettungswagen sitzt, der hat meist eine Ausbildung von einigen hundert Stunden hinter sich.

00:15:25: Wer als Notarzt dazukommt, er hat mindestens neun Jahre Ausbildung hinter sich.

00:15:31: Zwischenkraft also eine Lücke und genau die soll geschlossen werden.

00:15:36: wenn es nach den Experten geht Wie soll dieser neue Beruf sozusagen dazwischen aussehen?

00:15:42: Und was darf so notfallsanitäter... Was er heute noch nicht darf.

00:15:47: Wir wünschen uns auch für die Sanitäterinnen und Sanitäther eine vernünftige dreijährige Ausbildung.

00:15:54: Es geht hier quasi nicht um den Krankentransport, es geht hier nicht um niederpriorisierte Einsätze sondern um tatsächliche Notfallrettungseinsätze.

00:16:03: Auch da muss man differenzieren und für diese Notfallrettungs-Einsätze braucht das einfach gut ausgebildete Sanitätern.

00:16:12: Und da sehen wir eine dreijahrige Ausbildung als notwendig an!

00:16:17: um hier fit für die Zukunft zu sein.

00:16:19: Und wenn diese Person entscheidet, wir brauchen hier keinen Arzt?

00:16:23: Ich kann hier selbst Verantwortung übernehmen – wer trägt dafür die Verantwortung?

00:16:27: Da gibt es einerseits von der Rettungsorganisation und von der medizinischen Leitung wie vorhin angesprochen ganz genaue Standard Operating Procedures, also ganz genau Algorithmen, die abgearbeitet werden eine Medikamentenliste mit Indikationen Wo dann der Sanitäter genau weiß, in der Situation mit der Unterarmverletzung gebe ich jene Schmerzmedikament in jeder Dossierung.

00:16:52: Hier ist einerseits die Organisation verantwortlich und das Sanitätern dann in der

00:16:57: Durchführung.".

00:16:59: Sie haben bei diesen Präsentamin-Zahlen aus Wien genannt – sie haben es auch schon vorher angedeutet – «Zwanzig zwanzig dreißigtausend Nut-Arzt-Einsätze».

00:17:07: Im vergangenen Jahr waren es an die fast schon vierzigtausend und Sie haben gesagt, sie wäre noch einmal deutlich mehr gewesen wenn in Wien nicht schon einiges an Reformarbeit geleistet worden wäre.

00:17:20: Was genau wurde in Wiem geändert?

00:17:23: Wir haben eine sehr breit gefasste Liste auf der Arzneimittelliste wo Sanitäterinnen eigenverantwortlich schon Medikamente verabreichen dürfen was in anderen Bundesländern Österreichs teilweise noch ganz anders aussieht.

00:17:39: Und wir bilden unsere Sanitäterinnen weit über die gesetzlich vorgeschriebene Stundenanzahl im Sanitätersgesetz, über das hinaus freiwillig aus weil wir sehen dass es einfach notwendig ist um einen professionellen Rettungsdienst betreiben zu können.

00:17:56: Sie lassen Patienten öfter Zuhause als früher statt sie mitzunehmen.

00:18:01: ja ein schwieriges Thema.

00:18:02: wie stellen Sie sicher dass dabei nichts übersehen wird

00:18:05: Gerade im niederpriorisierten Bereich, nicht jeder Patient muss ins Krankenhaus gebracht werden.

00:18:12: Hier geht es darum alternative Behandlungspfade zu finden in Kooperation mit dem Ärztefunkdienst, in Kooperation mit der Primärversorgungszentren zu schauen die Patientenströme richtig zu lenken und gerade auch hier wird uns die Telenoderz in der Telenoderzt weiterhelfen um eben hier nichts zu übersehen dass der Sanitäter vor Ort sich mit dem Telenotarzt absprechen kann, um hier eben vor Ort nichts zu übersehen.

00:18:41: Aber ganz wichtig wir hatten zum Beispiel ein Pilotprojekt auch in Wiener Pflegewohnheimen eine sehr vulnerabe Gruppe wo natürlich der Transport von alten Patienten eine Ortsveränderung immer einen gewisser Stress darstellt.

00:18:55: und hier muss ich mir genau überlegen profitiert dieser Patient wenn ich ihn ins Krankenhaus bringe?

00:19:00: Wenn er in der zentralen Notaufnahme vielleicht zwei Stunden warten muss um im Endeffekt ein Rezept zu bekommen und wieder nach Hause, also wieder in die Wohneinrichtung gebracht zu werden.

00:19:11: Oder schicke ich dort jemanden hin der telemedizinisch das abhandeln kann?

00:19:16: er bekommt sein Medikament, den Rezept vor Ort Und muss nicht außer einer gewohnten Umgebung herausgerissen ins Krankenhaus und dann wieder zurückgebracht werden.

00:19:25: Also wir haben hier schon noch Luft nach oben um das System zu optimieren und Ich glaube Wir Haben Ansätze gefunden.

00:19:33: Wie wird das in Wien und vielleicht auch einmal in ganz Österreich gut umsetzen können?

00:19:38: All das sind doch Themen, die in das Sanitätergesetz einfließen können.

00:19:43: Das stammt aus dem Jahr twoi.

00:19:45: Es wird seit Jahren über eine Reform diskutiert.

00:19:47: Passiert ist bislang noch wenig zumindest vordergründig.

00:19:51: Woran scheitert es momentan?

00:19:54: Also ich kann mich noch gut erinnern.

00:19:55: Es war der Oktober zweitausendneinzehn als wir erstmals zusammengesessen sind dass da Auftrag kam.

00:20:01: es soll nun eine Reform des Sanitätergesetzes kommen.

00:20:06: Wir haben uns mit allen großen Rettungsorganisationen in Österreich weit zusammengesetzt, um das bestehende Gesetz einen Entwurfsvorschlag hier abzustimmen.

00:20:16: Dann kam Corona und dann kam lange Zeit nichts!

00:20:20: Ich würde mir wünschen dass wir hier das Sanitätersetz voranbringen denn es ist absolut notwendig wie vorhin gesagt wir sind nur dann fit für die Zukunft wenn wir schaffen den Sanitätern gut auszubilden und das wir es auch schaffen, dass dieser gut ausgebildete Sanitäter hinten beim Patienten sitzt.

00:20:40: Auch das ist in Wien ein Unikum im Wiener Rettungs- und Krankentransport-Z-Gesetz niedergeschrieben.

00:20:46: Dass dieser gut ausgebildete Sanitär eben nicht links vorne war am Lenkrad sitzt und hinten der Rettungssanitäter oder Zivildiener sondern das im Rahmen eines Notfallrettungseinsatzes, der mit der höchsten Kompetenz beim Patienten sein muss.

00:21:02: Und ich würde mir wünschen, dass wir das wirklich schaffen.

00:21:06: Das Sanitätergesetz fit für die Zukunft zu machen um Österreich den österreichischen Rettungsdienst fit für der Zukunft zu Machen im Sinne unserer Patientinnen und Patienten.

00:21:17: Ich versuche noch eine Verantwortung irgendwie herauszukitzeln.

00:21:20: aus ihnen gibt es jemanden keine der Essern dieser Reform hat und Änderungen?

00:21:26: Das kann ich so nicht unterschreiben!

00:21:28: alle das Beste für die Patientin, für den Patienten wollen.

00:21:32: Es ist nur so dass es vielleicht unterschiedlich ist ob das eine Organisation wie die Berufsrettung Wien ist, die ausschließlich Hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat oder Organisationen, die auch mit freiwilligen Mitarbeiterinnen arbeiten müssen.

00:21:49: Wenn es hier um Ausbildungszeiten geht, ist das natürlich immer ein anderer Blickwinkel aber natürlich gehe ich schon davon aus das Beste für die Patienten möchten.

00:22:00: Das alles, was wir jetzt besprochen haben ist doch ein Stück weit weg von dem der sozusagen jetzt Hilfe braucht und den Notruf wählt.

00:22:09: angenommen eine Reform des Sanitätergesetzes kommt.

00:22:13: Was würde sich für mich als Patient spürbar ändern?

00:22:17: In Wien glaube ich würde es sich wenig ändern weil wir hier schon sehr weit sind.

00:22:22: Die Sanitäterninnen und Sanitäten sehr viel eigenverantwortlich durchführen dürfen.

00:22:29: Es geht einfach um eine noch bessere Ausbildung und das in ganz Österreich.

00:22:35: Herr Dr.

00:22:36: Kamel, wir haben über Gesetze mit unserer Ausbildung auch weniger Zuständigkeiten gesprochen.

00:22:41: zum Schluss würde ich gerne einmal zu Ihnen persönlich kommen gibt es einen Einsatz von dem Sie auch nach all den Jahren noch Respekt haben aus irgendeinem Grund?

00:22:50: weil das besonders gut gelaufen ist wenn man da besonders viel gelernt hat?

00:22:53: im Nachgang

00:22:54: Also ich habe, glaube ich, Eingangs den Einsatz erwähnt meinen allerersten Einsatz im Rettungsdienst.

00:23:00: Der mir noch sehr präsent im Gedanken ist.

00:23:04: aber auch ich habe sehr viele schöne Einsätze erlebt die mich bestätigen warum ich diesen Job mache wo ich Patientinnen und Patienten zum Beispiel nach einem Herzstillstand einer der ausweglosesten Situationen ihres Lebens Nach einer erfolgreichen Wiederbelebung wieder getroffen hab mich mit ihnen auf einen Kaffee zusammengesessen und die Danke gesagt haben, dass sie heute wieder da sind.

00:23:29: Und dieses Danke gibt uns einfach irrsinnig viel, dass wir vielleicht auch einmal den Extraschritt gehen, das wir dahinein beißen und sagen Auch in schwierigen Situationen geben wir immer unser Bestes weil wir motiviert sind, einfach das Beste für unsere Patientinnen herauszuholen.

00:23:47: Also es ist immer schön wenn man nach einem schwierigen Einsatz einen überlebenden Wiedertrifft ganz viel Kraft und Motivation auch in schwierigen Situationen immer sein Bestes zu geben.

00:23:59: Ich habe mir zum Abschluss noch eine Frage überlegt, die schwer zu beantworten ist – weil ich mir solche Fragen auch immer gern selber stelle!

00:24:06: Ist die Verantwortung für den Patienten die wichtiger oder die schwerer wiegt?

00:24:11: Oder ist es die fürs eigene Team?

00:24:13: Prime ist glaube ich wichtig zu sagen... Zuerst muss ich einmal schauen dass meinem Team nicht passiert.

00:24:20: Die Sicherheit für mich und mein Team muss immer gegeben sein, nur dann kann ich vernünftig anderen helfen.

00:24:27: Das heißt, zuerst habe ich einmal die Verantwortung über ein eigenes Team, dass das diesen Einsatz unbeschadet übersteht – und dann natürlich auf der anderen Seite aber auch für den Patienten.

00:24:40: Am Ende geht es ja nicht darum, wenn wir jetzt über die Reform sprechen, dass Notärztinnen und Notärzte eingespart werden.

00:24:47: Es geht darum, dass sie dort sind wo es wirklich um Leben und Tod geht.

00:24:51: Und dass dazwischen in Zukunft vielleicht auch jemand steht der mehr kann und auch mehr darf als heute.

00:24:59: Dr.

00:24:59: Mario Grammel, Chefarzt der Berufsrettung Wien und Präsident der österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin – viel Dank für Ihre Zeit und für dieses Gespräch!

00:25:08: Danke für die Einladung

00:25:10: Und den Link zum Kurzvillen über die ARA.

00:25:14: Flugrettung.

00:25:16: Menschen, Geschichten, Emotionen lautet der Untertitel.

00:25:19: Den finden Sie in den Show Notes zu dieser Folge sowie auch Informationen zum bevorstehenden UNK-Kongress und wenn sie diese Folge interessiert hat dann abonnieren Sie doch den Hörgang auf Ihrer bevorzugten Podcastplattform.

00:25:34: Leitere Gespräche aus Medizin und Gesundheit die finden Sie bei Springer Medizin

00:25:40: Hörgang, der Podcast von Springer Medizin.

Über diesen Podcast

Forschung, Klinik und Gesundheitspolitik im Gespräch: Hörgang, der Podcast von Springer Medizin Wien, bringt die Menschen ans Mikrofon, die Medizin gestalten und weiterdenken. Fundierte Einblicke, spannende Geschichten und Perspektiven aus erster Hand.
Das Hörgang-Team wird geleitet von Chefredakteur Martin Krenek-Burger und Johanna Wolfsberger, PhD. Für DFP-Audiofortbildung verantwortlich zeichnet Dr. Stefanie Schmellenkamp.

von und mit Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger

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