Hörgang

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00:00:00: Man muss die Menschen dort abholen, wo sie sind.

00:00:02: Wenn ich an mich selber denke wir nehmen diesen Podcast einen Wochentag dem Mittwoch-Nachmittag auf und zu mir selber muss sich sagen Ich habe mir zwar diese Woche jede Woche Sport vorgenommen hab's aber einfach nicht geschafft Und hab gestern von der Arbeit nach Hause gekommen bin auch noch eine Darfelschokolade gegessen.

00:00:27: Das ist dir Hörgang!

00:00:29: Der Podcast von Springer Medizin

00:00:33: Herz-Kreisler Verkrankungen kosten in der EU jedes Jahr ein Komma sieben Millionen Menschen das Leben.

00:00:39: Der Safe Hearts Plan soll das ändern, aber was davon kommt tatsächlich bei Patientinnen und in den Ordinationen an?

00:00:45: Und die ganz große Frage ist ja – Ist das ein echter Fahrplan oder ist es zunächst einmal vor allem ein politisches Versprechen?

00:00:53: Wir haben dazu zwei Kardiologen eingeladen, die den Plan kennen und auch die heimische Versorgungslandschaft.

00:00:59: Ich bin Johanna Wolfsberger und

00:01:01: ich bin Martin Kränig-Burger.

00:01:03: Schön, dass Sie dabei sind!

00:01:04: Unsere Gäste sind beide in der österreichischen Kardiologiegesellschaft tätig.

00:01:08: Einerseits haben wir den Präsidenten bei uns Prof.

00:01:11: Dr.

00:01:11: Daniel Scher tätig an der Medoni Graz.

00:01:13: Herzlich willkommen!

00:01:15: Danke schön für die Einladung!

00:01:16: Und andererseits den Sekretär der Gesellschaft Professor Doktor Lukas Fiedler vom Landesklinikum Wiener Neustadt.

00:01:22: auch Ihnen herzlich Willkommen im Hörgang!

00:01:25: Herzlichen Dank für diese Einladungen

00:01:26: Professor Cher, wenn Sie den Safe Hearts Plan jemandem erklären müssten der noch nie davon gehört hat.

00:01:31: Welches konkrete Problem soll er lösen?

00:01:34: Zunächst einmal herzlichen Dank dass wir uns in diesem Podcast heute des Themas Herz-Kreisler Verkrankungen annehmen.

00:01:42: ich denke das ist enorm wichtig und Wenn Ich Den safe hearts plan Kurz Erklären Müsste Dann würde ich sagen Herz Kreisler verkrankung Und Die Behandlung und Verhinderung.

00:01:52: Dieser Herz Kreisel Verkrankungen Das Ist um einmal positiv zu starten in den letzten fünfzig Jahren wirklich eine große Erfolgsstory.

00:02:01: Es hat sich in der Medizin viel getan und auch das Verhalten von uns allen, der Bevölkerung hat sich geändert so dass die Herz-Kreislaufstärklichkeit deutlich zurückgegangen ist.

00:02:12: aber es gibt noch viel zu tun weil noch immer sind Herz Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache in Österreich.

00:02:20: Alle fünfzehn Minuten verstirbt leider in Österreich an Menschenherz Kreisler Verkrankungen und auch bei den Frauen sind Herz-Kreisler-Verkrankung noch immer die Todesursache Nummer eins.

00:02:32: Deswegen ist von der EU Kommission, gemeinsam mit Experten eine große Initiative ausgegangen ein europäischer Aktionsplan zur Erkennung, Verhinderung und Behandlung von Herz-Kreiseverkrankungen der diesem wichtigen Thema in unserer Gesellschaft genau jene Bedeutung geben soll durch verschiedene Aktionen die es verdient und die die Bevölkerung

00:02:55: vor allem verdient.

00:02:57: Der Plan ist ja kein unmittelbar verbindliches Gesetz.

00:03:00: wo liegt denn trotzdem seine politische Kraft?

00:03:03: Sie haben völlig recht!

00:03:04: Kein verbindliches Gesetz aber einerseits gibt er erstmals eine gemeinsame europäische Richtung vor.

00:03:12: Und die Nationalstaaten und damit auch Österreich sollen das ja dann umsetzen, und andererseits möchte ich noch viel lieber als über die europäischen Dimensionen über Österreich reden – über unsere Patientinnen und Patienten, über unsere gemeinsame Bevölkerung!

00:03:28: Weil ich glaube für mich persönlich und für die ÖKG ist der Safe Hearts Plan v.a.

00:03:34: Rückenwind dafür dass wir dieses Thema Herzkreiser Verkrankungen noch mehr ins Bewusstsein rücken, vielleicht gemeinsam mit den sogenannten Stakeholders.

00:03:45: Also Politikern und Versicherungen und anderen Trägern es schaffen hier Maßnahmen zu ergreifen die die Herzkreislaufgesundheit der Bevölkerung verbessern und letztlich auch um noch mehr in den Dialog zu treten mit den Menschen um hier Verhaltensmaßnahmen und vielleicht einzelne Tipps aufzuzeigen, wie jeder einzelne es schaffen kann noch gesünder im Sinne der Herzkreislaufgesundheit zu leben.

00:04:11: Ein europäischer Rahmen ist nur so gut wie das was Menschen im Alltag davon dann auch wirklich merken.

00:04:16: Martin was könnte sich denn konkret verändern?

00:04:19: Genau da will ich auch ansetzen den Hand auf's Herzwehr liest schon Pläne!

00:04:24: Man merkt ihre Folgen oder man merkt sie eben nicht.

00:04:28: Herr Professor Fiedler nehmen wir als Beispiel eine Frau Mitte Fünfzig, sie fühlt sich gut und gesund.

00:04:34: Geht daher selten zum Arzt?

00:04:36: Was soll durch den Safe Hearts Plan für Sie anders werden?

00:04:39: Ja das ist eine sehr gute Frage und da zielen Sie auch genau auf diese Patientengruppe an wo wir glauben dass auch am meisten nicht nur für den Patienten sondern auch gesundet politisch zu holen ist.

00:04:53: wenn wir ihre konkrete Patientin betrachten, dann ist es statistisch so dass die Frauen in den letzten Jahren aufgrund der Situation das auch die Emanzipation fortgeschritten ist.

00:05:05: und das ist ein einziger negativer Anteil der Emancipation nämlich dass die Patientinnen mehr und mehr zu rauchen begonnen haben.

00:05:15: Und das ist sozusagen in der Wissenschaft ein bisschen hinterher, dass man diese Erwärmes generieren muss.

00:05:22: Dass man jetzt mehr und mehr bei Frauen die kalivaskuläre Erkrankung sehen wird Das bedeutet natürlich auch, dass es nicht einen einzigen Risikofaktor gibt sondern mehrere Risikophaktoren.

00:05:35: Und hier hat sich in der Wissenschaft in den letzten Jahren vor allem im Lipid-Stoffwechsel sehr viel getan und das bildet sich bei uns in Österreich in der Vorsorgeuntersuchung eigentlich noch nicht so wirklich ab!

00:05:48: Das bedeutet hier sollten oder hier ist unser Vorschlag, dass wir in Kooperation mit der Politik und den Stakeholders Vorschläge zur Verfügung stellen wollen die eben das auf ein bisschen ein moderneres Niveau hebt.

00:06:02: Kurz nachgefragt welche drei Zahlen?

00:06:05: Welche Werte sollte diese Frau über sich kennen?

00:06:08: Also da ist zum ersten Mal der Lebitstoffwechsel in der Kardiologie sehr wichtig.

00:06:14: Die zweite große Achse ist die Situation wie der Blutdruck dieser Patientin eingestellt ist.

00:06:21: Und dann kommen Risikofaktoren hinzu und die kann man von der Wertigkeit jetzt gar nicht gegeneinander aufwerten, wie ist der Zuckerstoffwechsel?

00:06:30: Wie ist der Bauchumfang also die Gewichtssituation, die Fettrelation des Körpers

00:06:35: etc.?

00:06:36: Das sind Risikovaktoren.

00:06:37: das sollte eigentlich jeder Patient seine Zahlen kennen.

00:06:41: international wird das beschrieben als Know your numbers Und da, glaube ich, gibt es noch viel Aufgehungsarbeit zu leisten, dass jeder Patient sich diese Grundlagenzahlen vergegewegen gegenwärtigt und die man auch zu Hause selber messen

00:06:55: kann.

00:06:55: Der Seefahrtsplan setzt ja nicht nur auf individuelles Verhalten sondern auch auf Handfestes wie auf eine geänderte Tabakregulierung oder gesündere Lebensmittel.

00:07:07: Was kann die Politik konkret bewirken was der Einzelne nicht schafft?

00:07:13: Sie sprechen natürlich auch das wichtige Thema der gesetzlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit als Kreislaufgesundheit an, etwa Tabak oder Zuckersteuer.

00:07:24: Das können wichtige Ad-ons sein aus meiner Sicht.

00:07:28: aber ich denke immer man muss die Menschen dort abholen wo sie sind.

00:07:32: wenn ich an mich selber denke wir nehmen diesen Podcast einen Wochentag dem Mittwoch Nachmittag auf und An.

00:07:41: zu mir selber muss ich sagen, ich habe mir zwar diese Woche jede Woche Sport vorgenommen.

00:07:45: Habe es aber einfach nicht geschafft!

00:07:48: und habe gestern, wie ich von der Arbeit nach Hause gekommen bin auch noch eine Tafel Schokolade gegessen.

00:07:53: Das heißt man muss die Lebensbedingungen der Menschen so annehmen, wie sie sind.

00:07:58: es ist denn wir wollen hier also diese Maßnahmen sollen nicht irgendein perfektes Szenario erzeugen.

00:08:03: Es sollen Angebote an die Menschen sein, die sich dann aufgrund ihrer Möglichkeiten eben annehmen.

00:08:09: dieses No Your Number das ist ein ganz wichtiges dass mal vielleicht ein bisschen mehr den Menschen hilft über ihr eigenes Gesundheitsbewusstsein Bescheid zu wissen, dass man aber andererseits auch und da komme ich auf ihre Frage zurück.

00:08:22: Vielleicht in einzelnen Punkten doch auch die Gesetzeslage verschärft?

00:08:26: Und ich denke mal Tabak ist hier ein gutes Beispiel wo es in Österreich noch viel zu tun gibt.

00:08:32: Frauen werden im Safe Hearts Plan ausdrücklich genannt auch vulnerable Gruppen.

00:08:37: Wo tun die Versorgungslücken heute am meisten weh?

00:08:40: Auch hier möchte bei mir oder uns selber beginnen, nämlich dass wir Frauen spezifische Beschwerden einfach als solche ernst nehmen.

00:08:53: Man hat da früher Gott sei Dank nicht mehr heute, aber früher von atypischen Beschwerden gesprochen.

00:08:58: Atypischer Herzinfarkt!

00:09:00: Nein es gibt eben ganz geschlechtsspezifische Manifestationen von Herz-Kreislauferkrankungen.

00:09:06: der Klassiker eben zum Beispiel beim Herzenfakt das sind die Frau zum Unterschied vom Mann nicht immer als typischen Brustschmerz verspürt, obwohl sie ihn häufiger als Brustführer schon spürt.

00:09:16: Aber wir haben auch mit anderen Symptomen und ich glaube es gilt zunächst einmal für uns selbst in der Medizin und den Gesundheitsberufen die Hausaufgaben zu machen Frauen spezifische Manifestationen von Herzerkrankungen.

00:09:30: Das Zweite ist das Bewusstsein zu schaffen, dass man sagt immer ja Herzinfarktes sozusagen ist er ein Killer für Männer?

00:09:37: Nein auch Frauen leiden unter Herzkreis auf Erkrankungen und bei Frauen ist es Nummer eins Todesursache.

00:09:44: und vielleicht einen dritten Punkt was den vielen dem herausgreifen könnte wir arbeiten gerade an einer neuen Version eine Überarbeitung der Vorsorge untersuchen und uns ist ganz wichtig In diesem Prozess, den wir gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften aber auch mit der österreichischen Gesundheitskasse gerade durchführen.

00:10:02: Hier auch erstmalig auf ganz Geschlechts- und frauenspezifische Aspekte in der Vorsorge einzugehen.

00:10:09: Ich könnte jetzt viele weitere Punkte nennen.

00:10:11: ich stopp mal hier Aber ich glaube es ist wichtig dass wir in allen Maßnahmen die wir treffen Den fraunspezifischen geschlechtsbeziehlichen Aspekt einfach in Zukunft noch besser mittenken.

00:10:22: Vorsorge beginnt ja optimalerweise lange vor den ersten Beschwerden, aber Früherkennung bringt nur dann etwas meine Herren wenn nach dem auffälligen Befund auch jemand da ist der helfen kann oder weiß was zu tun ist Johanna.

00:10:36: Danke Martin!

00:10:37: Genau Professor Fiedler – Was sollte ein sinnvoller Herzkreislauf-Check unbedingt erfassen und für wen wäre er besonders wichtig?

00:10:45: Wenn man die wissenschaftliche Datenlage vor allem sehr recent auf der europäischen kardiologischen Gesellschaftkonferenz sieht, dann gibt es sogar Data dafür dass man schon sehr früh bei Kindern die Risikosituation erfasst sollte.

00:11:01: Das ist natürlich wahrscheinlich gesundheitspolitisch illusionisch aber ein zwanzigjähriger Patient oder Patientin sollten einmal im Jahr eine Blutabnahme durchführen lassen.

00:11:15: Und da gibt es ganz klare Richtlinien, in denen man schon ein gewisses Risiko vorhersehen kann.

00:11:24: Das ist nicht nur das Cholesterin hier vor allem das Augenmerk auf der sogenannten LDL-Cholesterine und nun ein neuer prognostischer Parameter des Lipoprotein A und eben auch der Nüchternblutzucker dann in weiterer Folge das Messen des Blutdrucks gelegentlich.

00:11:44: Und natürlich ist ganz, ganz wichtig, in welcher Familie bin ich auf die Welt gekommen?

00:11:49: Gibt es eine gewisse Anamnese in Richtung einer Stoffwechselerkrankung, einer Bluthochdruckerkrankungen?

00:11:56: Natürlich auch Krebserkrankionen wollen wir natürlich auch als Kardiologen nicht vernachlässigen.

00:12:01: aber in unserer Hinsicht ist es einfach so je früher man sich dieser Erwärmnis stellt dass du mehr Krankheits- und auch Todesfälle wird man verhindern.

00:12:14: Das heißt, in erster Linie glaube ich ist unsere Anstrengung einmal dahin zu gehen und das wollen wir auch unseren Stakeholders vermitteln, dass eine Evernis geschaffen werden muss für dieses Problem.

00:12:27: Denn ein hoher Blutdruck tut nicht weh!

00:12:29: Eine erhöhte Slippoproteinklein A oder LDL-Kollisterin macht keine Schmerzen aber es arbeitet am Gefäßsystem schon lange, bevor wir irgendwas merken daran dass diese Zukunftssituation des Patienten sich verschlechtert.

00:12:48: und daher glauben wir das die Evernis eine sehr sehr wichtige Achse ist sozusagen man kann sagen so meinen eigenen Herzplan zu kennen.

00:12:57: Das wäre etwas.

00:12:58: wenn das gelingen könnte da mehr Patienten draufzubringen dann glaube ich werde es ein guter Erfolg.

00:13:03: fürs erste

00:13:04: Prof.

00:13:05: Scher, was müsste sich denn an der österreichischen Vorsorgeuntersuchung ändern damit sie zu den Zielen des Safe Hearts Plans passt?

00:13:13: Bei der Vorsorgeuntersuchung haben wir in Österreich sicherlich schon einen sehr hohen Abdeckungsgrad und auch hier könnte man viel sagen.

00:13:22: ich möchte zwei Aspekte betonen.

00:13:25: Aspekt

00:13:25: eins eine Modernisierung der Parameter.

00:13:29: Sie haben recht vieles wird schon abgebildet Aber ganz einfache Dinge, die in der Prävention sehr viel bringen sind teilweise noch nicht abgebildet.

00:13:40: Und da gilt es Vorsorge in der Suchung neu zu denken – nämlich nicht nur an Herz zu denken sondern Kardiometabolik-Renal also Herzstoffwechsel, Niere weil diese Organe miteinander sprechen und sich gegenseitig beeinflussen.

00:13:54: Also ich sage jetzt einmal als Kardiologe Ein Präventionsparameter, der enorm viel bringt und fünfzig Cent in der Testung kostet ist die Albumin-Kreatininratio im Spondanhahn.

00:14:07: Die etwas über den Nierenfunktion aussagt und die wiederum über die gesamte Kreislaufgesundheit aussagt.

00:14:13: Wir sind noch nicht gut genug in der Messung des Lipidsstatus, des Cholesterinsstatus sage ich jetzt landläufig.

00:14:21: In unserer Vorsorgeuntersuchung Professor Fiedler hat hier die Details erwähnt.

00:14:29: Diabetes, auch hier andere Dinge wie zum Beispiel Ordnerisma Screening, Puls-Tasten mit Blick auf Vorflimmern aber auch die ganz banale Fragebogenerfassung von Alters und geschlechtsbeziehlichen Risikofaktoren zu erfassen.

00:14:47: Ich glaube hier gilt es einfach ein sehr gutes Modell jetzt noch einmal nachzuschärfen.

00:14:52: das wäre Punkt eins.

00:14:53: Punkt zwei wäre.

00:14:54: es geht darum Vorsorgeuntersuchung zu attraktivieren und mehr Menschen zur Vorsorgeuntersuchung zu bewegen, derzeit schaffen wir das bei achtzehn Prozent.

00:15:04: pro Jahr und bei knapp vierzig Prozent alle drei Jahre.

00:15:07: Ich finde, vierzig ist schon recht gut über drei Jahre.

00:15:12: aber man muss ja auch ein bisschen mehr gelingen in die Risikogruppen reinzugehen also gerade die Patienten die nicht zur Vorsorge untersuchen gehen.

00:15:22: das sind jene die wir eigentlich erreichen möchte.

00:15:24: hier braucht es eine gemeinsame Anstrengung und Attraktivierung.

00:15:28: Und eine Frage an Sie beide.

00:15:30: Mehr Screening bedeutet mehr auffällige Befunde, wer soll denn die Abklärung und Behandlung dieser übernehmen?

00:15:37: Und wie vermeiden wir da über Diagnostik?

00:15:40: Ich glaube das ist eine Frage, die man auch nur in der Aktivität ganz genau beurteilen kann.

00:15:48: Denn in den Situationen wo Die abgefragt werden sollen in so einer gesunden Untersuchung ist eigentlich in Österreich die Laborqualität so gut, dass es statistisch eher sehr unwahrscheinlich ist hier falsch.

00:16:03: positive Befunde zu bekommen, also Befundene die eine Krankheit anzeigen wo keine Krankheit ist.

00:16:09: Das ist im Screening immer ein großes Thema weil wir wissen dass wir durch je mehr man schaut desto mehr Befunden werden generiert.

00:16:18: Die Qualität in Österreich glaube ich schließt aber diese große eine große Anzahl von falschen befunden eigentlich aus.

00:16:27: Die Frage wer soll das abdecken?

00:16:29: und da ist natürlich so jene Personen die am nächsten dran sind am Patienten, also sicher eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den Allgemeinmedizinern und den niedergelassenen Internisten.

00:16:44: Aber natürlich auch im Rahmen des Spitalsaufwethalts.

00:16:48: Auch bei einer Blutabnahme im Rahmen einer operativen Situation kann man dem Patienten mit Blutparamitern untersuchen die vielleicht jetzt unmittelbar für eine Operation nicht notwendig sind Aber die sein Stoffwechsel- oder Diabetes-Risiko beobachten können.

00:17:09: Und das ist auch relevant für operative Eingriffe, weil natürlich wir wissen dass zum Beispiel beim Diabetiker die Wundheilung nach so einem Geingriff deutlich schlechter ist.

00:17:20: Ich glaube diese Details fragen wie es dann ablaufen soll.

00:17:27: Das wird doch davon abhängen was ökonomisch möglich ist in Österreich.

00:17:31: Aber wichtiger wäre, glaube ich eine Erwärmnis zu schaffen so dass der Patient selbst sozusagen seine Nummern einfordert und sein Wissen darüber generiert.

00:17:44: was kann ich selbst tun um meine Zukunft ein bisschen leid und auch sterblichkeitsmäßig besser gestalten zu können?

00:17:53: Damit sind wir bei der Technik.

00:17:56: Sie kann wahnsignale Frühjahr sichtbar machen, aber auch neue Unsicherheit erzeugen!

00:18:00: Martin?

00:18:01: Ja

00:18:01: reden wir über das Ding am Handgelenk.

00:18:05: Die Uhr die Smartwatch meldet unregelmäßiger Herzschlag Achtung Gut jetzt weiß ich das.

00:18:11: Aber wann hilft mir das wirklich nämlich?

00:18:13: und Wann macht es mich oder die Leute?

00:18:15: dies betrifft nur nervös.

00:18:17: Professor Scher und ich sind die Rhythmologen.

00:18:19: Und deshalb freut uns diese Fragen natürlich ganz besonders, weil wir glauben dass das Messen durchaus mehr Vorteile als Nachteile hat.

00:18:30: Da ist es dann die Kunst des Arztes und auch die Gesprächsführung des Arztes um eben den Patienten darüber aufzuklären was ist wirklich bedrohlich und was is nicht bedrohlig?

00:18:41: Diese Devices sind wissenschaftlich bisweilen extrem gut untersucht, dahingehend wie hoch die falsch negativen sind.

00:18:53: Also wie gut man praktisch die Erkrankung erkennen kann und diese haben extrem gute Daten.

00:18:58: also für die Screening auf Vorhofflimmen sind diese Devices mehr Segen als Hindernis.

00:19:06: ich glaube man muss natürlich den Patienten auch mitgeben dass nur ein Screening befunden auf einer Smartwatch eine ärztliche Begutachtung beziehungsweise auch eine Kontrolle mit einem zwölf Kanal EKG braucht und dann wirklich auch Konsequenzen daraus zu ziehen.

00:19:24: Aber die Daten sind so gut, dass auch in den Guidelines hier nachgezogen wurde das man das sehr, sehr gut verwenden kann Und ich empfinde es persönlich als eine Bereicherung der Diagnosefindungen für diese speziellen Patienten.

00:19:38: Eine Frage an beide Herren Wo hilft mir künstliche Intelligenz in der Herz?

00:19:43: Medizin heute schon.

00:19:45: Und was fehlt uns hier zu Lande am dringendsten?

00:19:48: Fehlen uns gute Daten, klare Zuständigkeiten, vertrauende Technik...

00:19:54: Ich möchte auf diese sehr große Frage relativ kurz antworten und zwei Aspekte ins Spiel bringen.

00:19:59: Der eine ist einmal KI ist eine Bereicherung und ein Segen im medizinischen Fortschritt.

00:20:05: Sie muss aber so angewendet werden und so eingesetzt werden dass sie dem Anwender konkret etwas bringt und das wir die Patienten dabei mitnehmen.

00:20:14: Und Sie einladen, diese Entwicklung mit uns mitzumachen.

00:20:17: Die Smartwatch hat es für mich ein perfektes Beispiel.

00:20:24: Ein KI-getriebenes niederschwelliges Tool, das uns hilft, einfache Erkrankungen noch früher zu erkennen!

00:20:31: Und wir könnten jetzt die Herzkreislaufmedizin durchgehen von der Früherkennung des Herzenfarktes mit KI-getriebenen Modellen bis zur Erkennung von seltenen Herzerkrankungen, bis hin zu der CD und dem Airbildgebung.

00:20:44: KI ist aus der Medizin heute nicht mehr mitzudenken und ist auch ein zentraler Eckpfeiler des Safeheart Plans.

00:20:53: Der zweite Aspekt den ich kurz nennen möchte ist Österreich und die KI.

00:20:58: Wir sind ja nicht Fußballweltmeister geworden leider, aber wir sind Weltmeister drin und selbst schlecht zu reden.

00:21:04: Und jetzt möchte ich mal Lanze brechen und sagen dass Österreich was digitale Medizin betrifft und den Einsatz von KI betrifgt schon weiter ist als wir denken.

00:21:15: Es gibt viele Modelle der praktischen Umsetzung im täglichen Umgang mit Patienten es gibt viele Forschungsinitiativen und wenn sie haben gefragt was fehlt noch?

00:21:26: Wenn mir ein Aspekt auffällt oder der verbessert gehört ist zwischen den vielen digitalen Initiativen und Plattformen.

00:21:35: Sei es die ELGA, sei es Forschungsinitiativen, sei das andere Datenpuls.

00:21:40: Es fehlt in Österreich noch ein bisschen an Vernetzung dass alle sozusagen zusammenkommen ihr Wissen und auch ihre Expertise teilen.

00:21:50: dadurch können wir glaube ich in der Patientenversorgung noch ein Stück besser werden in Österreich wenn wir uns besser vernetzen Und die österreichische kathologische Gesellschaft steht hier an der Spitze, der Stakeholder und Partner, die dazu beitragen möchten diesen Aspekt und andere Aspekte in der Herzgesundheit in Österreich voranzutreiben.

00:22:12: Also ich glaube, wenn hier ein Verdacht zum Beispiel auf Vorrufflimmern geäußert wird und das können diese Devices dann ist es meistens so dass diese Device auch eine Dokumentation anbieten.

00:22:23: Das heißt man kann den Herzschlag zu dieser Zeit – und das sind zum Teil auch echte Einkanal-EKGs also elektrische Ableitungen des Herzens – kann man durchaus zu einer Diagnoseannahme oder auch zur Diagnese verwenden und kann damit dem Arzt zukommen lassen.

00:22:41: Mit den Devices geht das alles schon digital.

00:22:43: Also der muss jetzt nur sich eine Lösung finden, wie er das mit dem Arzt verrechnet.

00:22:47: aber man kann praktisch direkt vom Device nicht bei allen Aber bei den meisten eine EKG-Ableitung an den Arzt senden und um eine Begutachtung bitten.

00:22:56: Und wenn der das Gefühl hat dass dann muss man sehen in der Ordination Dann wird er das anbieten.

00:23:03: Schätze

00:23:04: Jetzt zählt nun noch eins was macht Österreich aus all dem was wir gehört haben?

00:23:08: Das ist jetzt die Realitätstest

00:23:11: Professor Cher, was muss Österreich in den kommenden zwölf Monaten konkret entscheiden damit aus diesem europäischen Plan ein nationaler Fahrplan wird?

00:23:19: Wir haben als österreichische kathologische Gesellschaft

00:23:23: hier

00:23:24: Handlungsempfehlungen vorgeschlagen.

00:23:27: Einfach und praktisch umsetzbare Dinge die uns helfen sollten die Herzkreislauf der Gesundheit in Österreich zu verbessern.

00:23:36: natürlich sind wir Total froh, wenn es zu seinem nationalen Plan kommt der auch dann umgesetzt wird.

00:23:42: Aber manchmal verschwinden solche Pläne in der Schublade.

00:23:46: also wir haben konkrete Maßnahmen vorgeschlagen die dazu beitragen In der Herzinsuffizienz, in der Rhythmologie und in der Herzinfarktversorgung Patientenpfaden nennt sich das Die Herzkreislauf Gesundheit der Österreicherinnen und Österreichern zu verbessern.

00:24:02: Ein zweiter Punkt Und da kommt in diesem Monat noch einiges von der Safe Hearts Allianz, einem Zusammenschluss.

00:24:10: Der Partner Österreicher ist auf die innere Medizin Nephrologie, Diabetes und Kardiologie eine Umbau einer Weiterentwicklung der Vorsorgeuntersuchung Punkt zwei und Punkt drei Eine nationale Aktionskampagne Anfang nächsten Jahres, von der wir hoffen dass wir genug Partner gewinnen um eben den Menschen auch zu vermitteln auf was es ankommt Herz-Kreislauf Erkrankungen etwas mehr in den Vordergrund zurück und den Menschen zu helfen selbst durch einfache Maßnahmen wie zum Beispiel das Blutdruck messen oder körperliche Bewegung ihre Herz Kreislauf Gesundheit zu verbessern.

00:24:49: Wenn wir die drei Dinge schaffen Vorsorgeuntersuchung Nationale Erwärmes schaffen und vielleicht die ein oder andere konkrete Einzelmaßnahme umzusetzen, dann haben wir schon sehr viel erreicht.

00:25:01: Angenommen morgen liegt zusätzliches Geld auf dem Tisch.

00:25:06: Wo würden Sie den ersten Euro ausgeben investieren damit die Patienten da wirklich etwas spüren davon?

00:25:12: Quick wins in dieser Frage, glaube ich gibt es nicht.

00:25:16: Also dass ich gleich das Geld ausgeben würde in die Richtung.

00:25:20: da könnte vielleicht Einzelindividuen rasch helfen aber die große Idee würde dadurch möglicherweise stark verwässert werden.

00:25:27: Ich würde das Geld in die Hand nehmen und würde in den Schulen gehen.

00:25:31: Ich würde versuchen in der Schule für im Biologieunterricht beispielsweise oder in einer eigenen dafür anberaumten Woche bei den jungen Leuten eine Währnis zu schaffen, welche Dinge für ihr Leben in zehn.

00:25:46: fünfzehn, zwanzig Jahre interessant sein könnten.

00:25:49: Und man nennt das dann und das wäre das Optimum, das wär mein Wunschgedanke Reverse Mentoring so dass die jungen Leute nach Hause gehen und dem Vater wenn er sich die Zigarette anziehen sagt du Papa ich glaube es ist jetzt nicht gut für dich und auch nicht für die Familie und vielleicht kannst du das reduzieren.

00:26:07: und das glaube ich wäre das wofür ich in erster Liede Geld ausgeben würde denn aus meiner Sicht politisch sinnvoller als mit Verboten und Einschränkungen zu arbeiten.

00:26:20: Auch wenn wir wissen, dass das in Italien gut funktioniert.

00:26:24: aber ich glaube, dass eine positive Erwärmnis gegenüber dem Problem immer leichter umsetzbar ist als es mit dem erhobenen Zeigefinger dastehen.

00:26:33: Und das wollen wir als österreichische kardiologische Gesellschaft ganz stark abbilden.

00:26:38: Wir wollen nicht die alten weißen Herren.

00:26:43: ist da der Zug abgefahren, das gebe ich schon zu.

00:26:45: Aber seien die mit dem weißen Mantel mit erhobernem Zeigefinger Verbote aussprechen?

00:26:50: Sondern die der Bevölkerung helfen wollen wie sie möglichst einfach, möglichst stringent zukünftiges Leid und wenn auch möglich tot verhindern können.

00:27:00: Zum Schluss dieses Fragenblogs bitte ich Sie um eine ehrliche Prognose.

00:27:05: Bitte kurz fassen einem Satz schafft Österreich das Ziel von deutlich weniger vorzeitigen Herzkreislauf- Todesfällen bis zu einem Jahrzehnt.

00:27:17: Und wenn nicht, woran hängt es?

00:27:18: Also ich bin sicher wir schaffen das gemeinsam

00:27:22: weil wir

00:27:23: spüren dass sehr viel Unterstützung für diese Idee da ist aber weil man auch sieht wie sich das Gesundheitsverhalten von uns allen und der Bevölkerung eigentlich stetig auch verbessert.

00:27:35: also ich bin optimistisch.

00:27:38: Ich bin nicht nur optimistisch, sondern auch sicher, dass das gelingen wird.

00:27:42: Denn ich spüre in unseren Treffen mit den Stake-Holdern, dass hier wirklich ernsthaftes Interesse ist für die österreichische Bevölkerung im Gesundheitssektor für kardiwaschuläre Erkrankungen eine Verbesserung herbeizuführen.

00:27:57: Man darf jetzt auch mit dieser Interview nach außen den Eindruck erwecken, dass es furchtbar schlecht in Österreich ist.

00:28:06: In Österreich ist die Gesundheitsversorgung im kadewaschkulären Bereich sehr gut aber wir glauben das durch wenige Handgriffe es deutlich besser werden kann und wir hoffen dadurch die Mortalität deutlich zu senken und unser Ziel wäre minus zehn Prozent

00:28:23: Der Safe Hearts Plan setzt ein großes Ziel.

00:28:26: Ob daraus gesündere Herzen werden, entscheidet sich aber nicht in Brüssel allein sondern in nationalen Strategien, Ordinationen und im Alltag jedes Einzelnen.

00:28:37: Unser wichtigstes Take-away heute Riesigen früh erkennen Warnzeichen ernst nehmen und Prävention nicht erst beginnen wenn die Beschwerden schon da sind.

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00:28:52: So verpassen sie keine neue Ausgabe – bis zum nächsten Mal im Hör

00:29:00: gang!

Über diesen Podcast

Forschung, Klinik und Gesundheitspolitik im Gespräch: Hörgang, der Podcast von Springer Medizin Wien, bringt die Menschen ans Mikrofon, die Medizin gestalten und weiterdenken. Fundierte Einblicke, spannende Geschichten und Perspektiven aus erster Hand.
Das Hörgang-Team wird geleitet von Chefredakteur Martin Krenek-Burger und Johanna Wolfsberger, PhD. Für DFP-Audiofortbildung verantwortlich zeichnet Dr. Stefanie Schmellenkamp.

von und mit Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger

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