00:00:01: Gute Sehen ist mit Achtzig bis Neunzig durchaus möglich, aber es ist leider nur der Minderheit vorbehalten.
00:00:07: In diesem Alter hat nahezu jeder die eine oder andere Augenerkrankung.
00:00:12: Das treibt die Kinder in die Kurzsichtigkeit und das merken wir schon im Alltag.
00:00:18: Es ist nahezue jedes zweite Kind
00:00:20: kurzsichtig.".
00:00:22: Sie hören den Hörgang MedUniGradz – dem Podcast von Springer Medizin gemeinsam mit der MedUnicradz.
00:00:30: Gutes Sehen ist für die meisten von uns selbstverständlich.
00:00:34: Bis irgendwann die Arme beim Lesen zu kurz werden, jede Speisekarte einfach zu dunkel gedruckt wurde und man sich auch nachts am Steuer nicht mehr ganz so sicher fühlt.
00:00:45: Aber was davon gehört?
00:00:46: ganz einfach zum Älterwerden?
00:00:48: Und welche Veränderungen sollten wir doch ernst
00:00:50: nehmen?".
00:00:51: Genau darüber spreche ich heute mit meinem Gast, Privatdozent Dr.
00:00:55: Domagoj Iwasdinovich von der Universitäts-Augenklinik der MedUni Graz.
00:01:01: Herzlich willkommen im Hörgang!
00:01:05: Anlass unseres Gesprächs ist der Welttag des Sehens am achten Oktober.
00:01:10: Wir wollen wissen wie schaffen wir es möglichst lange gut und gesund zu sehen?
00:01:16: fangen wir bei den ersten kleinen Veränderungen im Alltag an.
00:01:20: Dr.
00:01:20: Iwasdinovic, woran merken die meisten Menschen zuerst, dass ihre Augen älter werden?
00:01:26: Das erste Zeichen, das die Augen älter werden ist die Trockenheit der Augen.
00:01:31: Die manifestiert sich als Brennen, Jucken manchmal auch Schmerzen und die Trocknhet der Augen kann auch zu Schlafstörungen führen und auch Depressionen auslösen bzw verstärken.
00:01:46: Zweite Veränderung ist die Abnahme der Flexibilität der Linse.
00:01:50: Das heißt, man kann in der Nähe immer schlechter fokussieren.
00:01:53: Das nennen wir auch Alterssichtigkeit bzw ein neuer Begriff, der weniger diskriminierend ist und das betrifft jeden Menschen ab dem Vierzigsten Lebensjahr.
00:02:08: Sie haben schon gesagt, die Linse verändert sich.
00:02:10: Was genau verändert sich im Laufe der Jahre eigentlich im Auge noch?
00:02:14: Ist es nur die Linsee oder wie kann man sich das genau vorstellen?
00:02:20: Es ist nicht nur die Linse aber die Linze wird starrer und drüber – das nennt sich eben Alterssichtigkeit.
00:02:29: und dann in weiterer Folge grauer Star.
00:02:32: Und bei der Netzhaut gibt es auch Veränderungen in erster Linie Ablagerungen unter der Netz-Haut, die über viele Jahre zu einer Makulätigenration führen können.
00:02:44: Auch die Gefäße können sich verändern und sich verengen und dann Augeninfakte auslösen.
00:02:51: Viele Menschen verbinden das Elterwerden automatisch mit schlechterem Sehen.
00:02:55: Ist das tatsächlich unausweichlich oder können wir heute durchaus erwarten, dass wir mit Achtzig oder Neunzig noch gut sehen werden?
00:03:03: Grundsätzlich betreffen Augenerkrankungen nur circa acht bis zehn Prozent der Bevölkerung.
00:03:09: Aber die Augenerkrankungen nehmen ab dem siebzigsten Lebensjahr überproportional zu und ein gutes Sehen ist mit Aachzig bis Neunzig durchaus möglich aber es Leider nur der Minderheit vorbehalten.
00:03:23: In diesem Alter hat nahezu jeder die eine oder andere Augenerkrankung und das beruht in erster Linie auf der Genetik.
00:03:32: Welche Augenerkrankungen bedrohen das Seevermögen im Alter am häufigsten?
00:03:37: In erster linien der Grauer Stahl, das ist übrigens die häufigste Erblindungsursache weltweit.
00:03:43: Dann an zweiter Stelle ist die Makula-Degeneration.
00:03:46: Sie betrifft ca.
00:03:47: zehn Prozent der Menschen im Pensionsalter, wobei die Häufigkeit dieser Erkrankungen eben ab dem siebzigsten Lebensjahr überproportional zunimmt.
00:03:57: und auch das Gaocom, also der grüne Starr, der betrifgt ca.
00:04:02: ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, wo bei den dunklen Ziffern auch ein bis zu zwei Prozent beträgt.
00:04:09: Und dann gibt es noch andere Erkrankungen wie Gefäßverschlüsse, also Augeninfarkte und auch die Augentrockenheit, die nahezu jeden ab dem vierzigsten Lebensjahr betrifft.
00:04:20: Neben diesen natürlichen Veränderungen gibt es auch Erkankungen, die im Alter häufiger auftreten.
00:04:26: Welche Augeerkrankungen bedrohen das Seevermögen im höheren Alter am häufigsten?
00:04:31: Typischerweise das Glocom der grüne Starr ist charakterisiert durch zunehmende Gesichtsehnteinschränkungen, wobei das Zentrale sehen bis zum Endstadium intakt bleiben kann.
00:04:44: Das Tückische ist ja dass man manche Erkrankungen zuerst gar nicht bemerkt.
00:04:48: Gibt es denn welche die sich lange unbemerkt und vielleicht auch ohne Schmerzen entwickeln?
00:04:54: Nicht zwangsweise weil Bibern-Grünenster kann das Zentralesehen intakt sein oder dem Menschenfeld das Gesichtsfeld für die Orientierung zum Beispiel wesentlich ist.
00:05:08: und Menschen, die so einen Röhrenblick haben.
00:05:11: Sei es durch den grünen Stau oder durch andere Erkrankungen – zum Beispiel erbliche Netzwerterkrankung – die fühlen sich massiv beeinträchtigt, obwohl sie beispielsweise eine Seeschärfe von hundert Prozent haben können.
00:05:24: Und auf der anderen Seite gibt es Menschen, denen einen zentralen Sehverlust hat wie bei der Makulitergeneration Und diese Menschen können sich bis ins hohe Alter selbstständig orientieren und funktionstüchtig bleiben.
00:05:39: Es gibt aber auch Veränderungen, bei denen man rasch reagieren sollte.
00:05:43: Bei welchen Beschwerden sollte man nicht auf den nächsten regulären Termin warten sondern schnell augenärztliche Hilfe suchen?
00:05:50: Also typischerweise plötzlich ein Seeverlust.
00:05:52: das kann auch für einen Augeninfarkt hindeuten oder Entzündung in den Sehnerven und auch bei Schattensehen- und Rusregen.
00:06:00: Das sind hinweisende Symptome auf eine Netzartabhebung.
00:06:05: Gibt es Warnzeichen, die von Patientinnen und Patienten besonders häufig unterschätzt werden?
00:06:11: Ja das sind beispielsweise Blitze.
00:06:13: Das sind Entladungen der Netzhaut.
00:06:16: Das können Vorstufen einer Netzartabebung sein.
00:06:21: Diese Symptomen werden oft bagatellisiert und in manchen Fällen zeigt sich tatsächlich eine beginnende Netzart-Abhebung.
00:06:29: Kommen wir zur Vorsorge, wann und wie oft sollten Menschen ihre Augen kontrollieren lassen auch wenn sie noch gut sehen?
00:06:36: Also meine Empfehlung ist dass man alle paar Jahre zum Augenarzt schaut.
00:06:41: Auch wenn man beschwerdefrei ist.
00:06:43: Wenn man kurzsichtig ist würde ich die Intervalle verkürzen auf alle sechs bis zwölf Monate wobei es wieder abhängig ist wie stark kurzsichtigt.
00:06:54: bei starker Kurzsichtigkeit würde würde ich alle drei bis sechs Monate hingehen, insbesondere wenn noch zusätzliche Risikofaktoren für eine Netzart vorliegen.
00:07:06: und bei Klaukom ist der Augendruck oft erhöht.
00:07:11: In diesem Fall würde ich auch alle drei- bis sechs Monate zum Augenarzt gehen wobei das wiederum abhängig ist von der Höhe des Augendrucks.
00:07:21: Wenn der Druck gut reguliert ist dann reichen auch sechs bis zwölf Monate
00:07:25: Weil Sie gerade Risikofaktoren genannt haben, was zählt denn zu Risikophaktoren die eine Augenerkrankung auslösen können?
00:07:32: Ist Diabetes da auch dabei?
00:07:34: Diabetes ist auch dabei.
00:07:36: Die Diabetika sollten alle zwölf Monate im Anfangsstatium wenn sie keine Augenveränderungen haben zum Augenhausten schauen, wenn sie aber schon Netzertveränderung haben dann verkürzen wir die Intervalle auf sechs bis drei Monate, um etwaige Komplikationen frühzeitig zu entdecken und auch zu behandeln.
00:07:58: Und gibt es familiäre Vorbelastungen, die sich auch auf die Augen auswirken?
00:08:02: Ja, das ist die Kurzsichtigkeit der Eltern.
00:08:05: Wenn beide Eltern kurzsichtig sind, hat das Kind nahezu hundertprozentige Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden.
00:08:13: Die Kinder können sich schwer in der heutigen Zeit der Naharbeit entziehen.
00:08:18: Es wird einfach sehr viel Naharbeit gefördert und das treibt die Kinder in die Kurzsichtigkeit, und das merken wir schon im Alltag.
00:08:29: Früher war die Häufigkeit der Kurzsichtigkeit viel seltener als es heutzutage ist.
00:08:37: Es ist nahezu jedes zweite Kind kurzsichtig.
00:08:39: Die Frage wollte ich tatsächlich später noch stellen.
00:08:41: Aber kommen wir kurz auf das Thema Bildschirmzeit?
00:08:44: Man hört viel darüber, man liest auch viel darüber und jetzt haben Sie es auch schon bestätigt.
00:08:50: Schadet viel Zeit vor dem Bildschirmen unseren Augen dauerhaft?
00:08:53: oder ist es etwa wie Trockenheit zum Beispiel dass sich dann auch wieder wenn man vermehrt vielleicht hinausgeht statt in den Bildscherm zu stehen, dass sich denn auch wieder legt?
00:09:03: Ja die Bildschimmarbeit wirkt sich auf mehreren Ebenen negativ aus auf unsere Augen.
00:09:10: In erster Linie ist es die Naharbeit an sich.
00:09:12: Das heißt, das Auge bleibt in diesem fokussierenden Zustand.
00:09:17: Das fördert die Kurzsichtigkeit bzw.
00:09:19: die Progression der Kurzsichtigkeit.
00:09:22: Auf der zweiten Ebene werden die Augen trockener weil man viel seltener blinzelt und auf der dritten Ebene ist es so dass dieses Blaulicht, dass die Bildschirme ausstrahlen, oxidativen Stress im Auge auslösen.
00:09:36: Das schädigt die Foto-Rezeptoren und das fördert wiederum andere Augenerkrankungen wie beispielsweise die Makkule degenerationen und auch den grünen
00:09:47: Starr.".
00:09:48: Nun können wir unseren Augen ja auch im Alltag etwas Gutes tun – wenn Sie unseren Hörerinnen und Hörern fünf Dinge empfehlen könnten, die Ihren Augen langfristig guttun, welche wären das denn?
00:10:01: Ich würde auf die Balance zwischen Nähe und Ferne achten.
00:10:04: Das ist insbesondere für Kinder und Jugendliche wichtig, ich vergleiche das immer mit einem Nahkonto oder einem Fernkonto.
00:10:12: Wenn man zu viel auf das Nahkontor bucht im Sinne von Naharbeit dann ist es für das Auge nicht gut.
00:10:19: Das Zweite ist eine gesunde Ernährung.
00:10:22: alles was dem Körper gut tut, tut auch dem Auge gut.
00:10:25: Dann auch viele Bewegungen im Freien.
00:10:28: durch die Bewegungen freien wird die Benetzung der Augen besser und auch der Vitamin D-Spiegel.
00:10:36: Es gibt nämlich Untersuchungen, die gezeigt haben, dass kurzsichtige Menschen geringere Vitamin D Spiegel haben weil sie sich offensichtlich nicht so viel im Freien bewegen.
00:10:46: Als Viertens würde ich wenig Bildschirmarbeit oder so wenig wie möglich so viele Notwendig empfehlen um sich nicht den Blaulicht auszusetzen Und an fünfter Stelle eine Schutzbrille bei diversen Hausarbeiten tragen, weil wir sehen circa zwanzigmal im Jahr schwere Augenverletzungen die darauf zurückzuführen waren das keine Schutzbrile getragen wurde.
00:11:11: Jetzt frage ich da noch nach, weil Sie das nicht erwähnt haben wie wichtig ist denn eine Sonnenbrille?
00:11:17: Die Sonnenbrille ist vor allem in sonnigen Regionen am Meer und am Berg wichtig.
00:11:22: Menschen, die mehr leben und am Berge bekommen häufig einen grauen Starr weil das UV-Licht auch den Grauenstarr fördert.
00:11:31: Es ist aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig aber es schadet nicht wenn meine Sonnen brille trägt.
00:11:39: Richten wir den Blick jetzt nach vorne.
00:11:42: zum Glück hat sich auch in der Behandlung von Augenerkrankungen viel getan.
00:11:46: Welche Entwicklung in der Augenheilkunde macht Ihnen derzeit Besonders Hoffnung?
00:11:51: Was mir so spontan einfällt, ist dass im Bereich des Graunstars nun auch ambulante Kateraktoperationen durchgeführt werden.
00:11:59: Bei ambulanten Kateraktooperationen entfällt ein Großteil der administrativen Tätigkeit und die OP wird sozusagen niederschwelliger.
00:12:07: Die Patientinnen müssen sich beispielsweise nicht einmal umziehen für die OP.
00:12:14: Dann die Kapazitätserweiterung, also die Augentinigen weltweit wachsen.
00:12:20: Weil es immer mehr Menschen mit Augenerkrankungen gibt und weil auch die Krankenhausbetreiber erkannt haben das Kapazitätsehrweiterungen notwendig sind um die Wartelisten zu verkürzen.
00:12:33: unser Auftrag ist es die Augenheilkunde auch an den Mann an die Frau zu bringen.
00:12:38: dann ist auch die Technologie besser geworden.
00:12:40: wir können Vorstufen diverser Augenerkrankungen viel früher erfassen und bei Bedarf auch behandeln.
00:12:48: Und auch die gentherapeutischen Entwicklungen, wobei hier sich zeigt dass die Gentherapie die Erwartung nicht ganz zu erfüllen scheint.
00:12:59: Viele Menschen sind auch auf eine Brille angewiesen um gut zu sehen.
00:13:04: kann einer schlecht angepasste Brille den augendauerhaft schaden?
00:13:08: Grundsätzlich ja, wenn beispielsweise ein Kurzsichtiger eine zu starke Brille bekommt dann kann das die Progression der Kurzsichtigkeit fördern.
00:13:19: Mein Zugang ist die Kurzsichten eher zu unterkorrigieren damit sie nicht in diese Progression gedrängt werden.
00:13:28: Zum Abschluss noch einmal ganz kurz zusammengefasst was ist denn die wichtigste Botschaft die unsere Hörerinnen und Hörers aus diesem Gespräch mitnehmen sollten?
00:13:36: Also für mich ist die wichtigste Botschaft, dass wir uns bewusst werden was unsere Augen tagtäglich für uns leisten und wir können diese Leistung würdigen indem wir den Augen Wohltouren das gönnen wie Entspannung Bewegungen im Freien gesunde Ernährung und so wenig Computer wie möglich und so viel die notwendig.
00:14:00: Gibt es etwas, das Sie persönlich für Ihre Augen jeden Tag machen?
00:14:03: Ich versuche mehr auf mein Fernkonto zu buchen.
00:14:07: Also ich schaue manchmal bewusst durchs Fenster, das hat einen positiven Effekt auf die Augen aber auch dieser Defokussierung, die bringt uns mehr in den Moment und ich mache auch jeden Tag Liedmassage und es ist eine Behandlung, die die Trockenheit der Augen reduziert.
00:14:31: Unsere Augen verändern sich mit dem Alter.
00:14:34: Das gehört zum Leben dazu, aber wir können einiges dafür tun, möglichst lange gut zu sehen!
00:14:40: Regelmäßig zur Kontrolle gehen, Warnzeichen ernst nehmen und auch im Alter gut auf unsere Augen achten.
00:14:47: Vielen Dank Dr.
00:14:48: Iwasinovich für das Gespräch.
00:14:51: Wenn Ihnen die Folge gefallen hat dann teilen Sie sie doch weiter Und falls Sie es noch nicht gemacht haben abonnieren Sie unseren Podcast Bis zum nächsten Mal im Hörgang.